Mittwoch, 10. Mai 2017

Vollmond im Skorpion: Lust oder Leidenschaft - Licht oder Schatten?






Astrologische Grafik: 10.05.2017, 23:42h Vollmond auf 20°24' Skorpion


Der Mai-Vollmond findet am 10.05.2017 um 23:42h am Anfang der dritten Dekade Skorpion statt. Der Skorpion gilt als das geheimnisvollste, tiefgründigste und leidenschaftlichste Zeichen des Zodiaks. Die Leidenschaft verleiht dem Skorpion eine unermüdliche Ausdauer seine Ziele zu erreichen, denn wenn er erst mal Feuer gefangen hat, lässt er sich kaum davon abhalten das Objekt seiner Begierde in Besitz zu nehmen. Seine Leidenschaft kann ihn aber auch dazu verleiten sich über die Maßen zu engagieren und sich dadurch an den Rand der Erschöpfung zu treiben.

Da der Skorpion auch einen starken Selbsterhaltungstrieb hat, kann er unerwartet plötzlich, so plötzlich, wie der Tod eintreten kann, wieder ablassen, wenn er merkt, der Aufwand lohnt sich nicht. Sobald er spürt, dass es ans Äußerste geht, kann er anscheinend unvermutet einen Kurswechsel vornehmen, den er vielleicht schon lange im Geheimen vorbereitet hat, was von anderen als hinterhältig interpretiert werden kann.

Was das Äußerste bedeutet, ist für den Skorpion jedoch ein dehnbarer Begriff, denn für andere Zeichen kann das Äußerste vom Skorpion schon weit über die Grenzen des Ertragbaren hinausgehen. Die Schmerzgrenze vom Skorpion dehnt sich in Bereiche aus, an die andere Zeichen oft nicht mal im Traum denken würden. Aus dem Grund sollte man seine eigenen Grenzen gut einschätzen können, wenn man es mit skorpionischen Menschen zu tun hat, denn was für den Skorpion noch im Rahmen des Ertragbaren liegt, kann für andere ihre Grenzen sprengen.

Der Skorpion symbolisiert den Bereich in unserem Leben, in dem wir dazu neigen Grenzen zu überschreiten, was sich in einigen Fällen durchaus lohnen kann, denn wir können manches Mal über uns selbst erstaunt sein, zu was wir fähig sind und über welche Kraftreserven wir verfügen, wenn uns die Leidenschaft gepackt hat oder wenn es gar um Leben und Tod geht. Für den so intensiv empfindenden Skorpion dreht es sich, gefühlt zumindest, oft um Leben und Tod, denn er ist das Zeichen, das über das Stirb und Werde herrscht. Aus dem Grund kann ein skorpionischer Mensch Kräfte entfesseln, die von nicht skorpionisch geprägten Menschen als zu extrem oder als bedrohlich empfunden werden können. Rational betrachtet übertreibt der Skorpion es vielleicht wirklich mit seiner Intensität, aber er ist ein Gefühlszeichen und Gefühle sind nun mal nicht immer rational erklärbar.

Da der Skorpion unsere tiefsten Leidenschaften, unbewusste Beweggründe und instinktgesteuertes Verlangen symbolisiert, können wir unter einem starken skorpionischen Einfluss in Teufels Küche geraten. Wie eine Marionette, von unsichtbaren Fäden geführt, können wir uns wider besseren Wissens unseren unbewussten Programmen ausgeliefert fühlen. In der Unterwelt, die durch den Herrscher des Skorpions, durch Pluto, symbolisiert wird, finden sich die düstersten Machenschaften, wie Machtgelüste, der Wunsch andere zu dominieren, sie zu kontrollieren oder im schlimmsten Fall, das Verlangen andere zu verletzen, sie also den skorpionischen Giftstachel spüren zu lassen. Auf der anderen Seite finden sich in der Unterwelt die größten Reichtümer, denn die wertvollsten Bodenschätze liegen meistens unterhalb der Erdoberfläche verborgen, der Reichtum in der Sphäre Plutos.




Bild: Sternbild Skorpion


Wir alle haben irgendwo unsere skorpionischen Anteile, wir alle haben einen Pluto und ein VIII. Haus, aber nicht jeder von uns ist im gleichen Maße skorpionisch geprägt und nicht jeder von uns erlebt Pluto in der gleichen Intensität. Und nur wenige Menschen lassen sich von Pluto so mitreißen wie ein Ted Bundy, ein Charles Manson oder ein Joseph Goebbels, die alle eine starke Skorpionprägung hatten. Glücklicherweise könnte man sagen, aber ist es tatsächlich eine Frage des Glücks, ob wir die düsteren Seiten des Skorpions leben oder ob wir uns an seinen lichten Seiten orientieren? Denn in seiner lichten Seite kann sich der Skorpion in die höchsten Höhen aufschwingen. Nicht umsonst findet der Skorpion seine Verkörperung nicht nur in dem Spinnentier Skorpion, sondern in seiner erleuchteten Form symbolisiert er auch den Adler und den Phönix. Der Adler und der Phönix sind Symbole für den Sieg des Lichts über die Dunkelheit. Wenn der Skorpion sein Ego im Griff hat, kann er sich selbst und andere ins Licht führen. Dann kann der Skorpion zum Psychotherapeuten oder zum Heiler werden, denn sein Gift kann zerstören, aber in der richtigen Dosis und zur rechten Zeit angewandt, kann es zur heilenden Medizin werden und sein Stachel kann zur gezielten Akupunktur eingesetzt werden.


Skorpionische Menschen wie Ted Bundy, Charles Manson oder Joseph Goebbels sind natürlich Extrembeispiele. Man könnte sagen diese Menschen sind Opfer der Umstände, Opfer ihrer schwierigen Kindheitserfahrungen, Opfer ihrer Zeit. Aber warum gibt es Millionen von anderen Menschen, die auch stark skorpionisch geprägt sind und die unter ähnlich schwierigen Bedingungen aufgewachsen sind oder die sogar wesentlich schwierigeren Prüfungen ausgesetzt waren und die trotzdem nicht zum Vergewaltiger, zum Sektenführer, zum Serienmörder oder zum politischen Verbrecher werden?


Bei einem Vollmond im Skorpion befindet sich der Mond, der reflektierende Faktor, im Skorpion, während sich die Sonne, das Objekt, das das Licht ausstrahlt, im gegenüberliegenden Stier befindet. Der Stier verkörpert unsere Werte. Die im Stier angesiedelten Werte sind für den Skorpion allesentscheidend. Wenn wir Werte haben, die auf einem gesunden Fundament aufbauen, werden diese während eines Vollmonds im Skorpion reflektiert, z.B. dadurch, dass wir erfolgreiche Fusionen mit Geschäftspartnern eingehen, dadurch, dass wir  besonders intensive Erfahrungen im Liebesleben machen oder dadurch, dass wir zu außergewöhnlich günstigen Konditionen einen Kredit bewilligt bekommen. Wenn unser Wertesystem Lücken aufweist, wird sich auch das im Skorpion spiegeln, z.B. dadurch, dass wir uns in zwielichtige Geschäfte verwickeln lassen, dadurch dass wir uns in Machtspiele reinziehen lassen oder dadurch, dass wir Schulden machen, weil unser Partner Schulden macht, für die wir dann geradestehen müssen. Da der Skorpion die gemeinsamen Ressourcen symbolisiert, können wir natürlich auch selbst diejenigen sein, die andere in die von uns verursachten Probleme hineinziehen.

Der Skorpion symbolisiert die gemeinsame Kasse, wobei sich diese nicht nur auf Finanzen bezieht, denn auch unsere Umwelt ist sozusagen unsere gemeinsame Kasse, sie ist sogar die größte gemeinsame Ressource, die wir alle miteinander teilen. Wenn der Nachbar sein Land mit Chemikalien vergiftet, wird auch unser Land vergiftet. Wenn der Nachbar die Luft verpestet, wird auch unsere Luft verpestet. Wenn die Firma, in der wir arbeiten, Bankrott anmeldet, leiden wahrscheinlich auch unsere Finanzen darunter. Wenn der Ehepartner Schulden macht, müssen wir unter Umständen dafür haften. Wenn der Partner eine sexuell übertragbare Krankheit hat, können auch wir dadurch krank werden. Aus diesen Gründen kann man sich in skorpionischen Bereichen so ohnmächtig fühlen, denn auch wenn man sich selbst die größte Mühe gibt, wenn man gut für sich selbst und für sein Umfeld sorgt und wenn man selbst keine Schulden macht, kann es in bestimmten Situationen heißen mitgefangen, mitgehangen.

Und eben deshalb spricht der Skorpion auch unser Kontrollbedürfnis an, denn wenn wir uns auf jemanden oder auf etwas einlassen, wollen wir wissen woran wir sind. Wir wollen uns bestimmter Sicherheiten vergewissern.

Das Problem ist, dass wir im Grunde selten wirklich sicher sein können, worauf wir uns einlassen, ganz gleich wie sehr wir versuchen uns im Vorfeld abzusichern. Aus diesem Grund spielt das Vertrauen auf der Achse Stier-Skorpion eine so große Rolle. Auch die Intimität wird vom Skorpion verkörpert. Wenn man sich auf Intimität einlässt, setzt dies wiederum Vertrauen voraus. Um intim mit anderen sein zu können, müssen wir uns auf tiefster Ebene auf uns selbst einlassen können. Um anderen Vertrauen entgegenbringen zu können, müssen wir uns selbst vertrauen und ein gewisses Maß an Urvertrauen in den Fluss des Lebens haben.

Ein jeder Vollmond will etwas ans Licht bringen. Ein Vollmond kennzeichnet einen Höhepunkt in einem bestimmten Bereich und zwar in dem Bereich, in dem der Vollmond für uns persönlich stattfindet, was astrologisch durch die jeweiligen Häuser angezeigt wird, die von diesem Vollmond für uns beleuchtet werden.

Wie es um unser Urvertrauen bestellt ist, können wir in diesen Wochen gut erkennen. Selbst wenn wir derzeit vielleicht einigen Herausforderungen begegnen, können wir ein grundsätzliches Vertrauen haben. Umgekehrt können nun Unsicherheiten aufblühen, obwohl objektiv betrachtet nichts passiert, das Unsicherheit oder Misstrauen auslösen könnte.

Auch ein Kontrollbedürfnis kann sich in diesen Zeiten bemerkbar machen. Wir dürften nun deutlich spüren, ob wir ein verstärktes Bedürfnis haben andere zu kontrollieren oder ob die Menschen, mit denen wir es zu tun haben, versuchen uns zu kontrollieren.

Manipulation ist eine typisch plutonische Waffe. Wer manipuliert, versucht sich oft als schwächer, kleiner und naiver zu zeigen, als er wirklich ist. Dies ist in der Tierwelt eine bekannte Verteidigungsstrategie und sie findet sich auch beim Menschen. Nicht immer ist es unklug oder hinterhältig diese Strategie anzuwenden, denn, wie in der Natur, lohnt es sich nicht jeden Kampf auszufechten. Wenn wir derzeit allerdings das Gefühl haben in die Enge gedrängt zu werden oder an der Nase herumgeführt zu werden, lohnt es sich die Dinge klar anzusprechen, denn Merkur, der Kommunikationsplanet, befindet sich immer noch im Widder in Konjunktion zu Uranus, was bedeutet, dass es an der Zeit ist Tacheles zu sprechen. Man dürfte hier erstaunt sein, wie schnell sich das Blatt wenden kann, wenn man klare Worte findet.

Wir können in diesen Wochen auch erkennen, ob wir unseren Werten treu bleiben oder ob wir leicht verführbar sind und uns zu etwas verleiten lassen, das unseren Werten widerspricht.

Nicht zuletzt ist diese Zeit dafür geeignet um uns Gedanken über den wesentlichen Unterschied zwischen Leidenschaft und Lust zu machen. Der aufsteigende Mondknoten ist am 09.05.2017, also pünktlich zum Vollmond im Skorpion, in den Löwen eingetreten und wird sich für die kommenden 18 Monate durch dieses Zeichen bewegen. Beide Zeichen, der Skorpion und der Löwe, symbolisieren unsere Sexualität. Aber während der Skorpion Sexualität mit Leidenschaft verbindet, also mit der Bereitschaft Genuss mit Leid zu verbinden, ist Sexualität für den Löwen ein Ausdruck seiner Lebenslust, seiner Kreativität und seines Spieltriebs.

Über Jahrtausende wurden wir von Glaubensmustern geprägt, die Leiden mit einschließen. Wir haben verinnerlicht, dass so ziemlich alles Schöne im Leben mit Leiden verbunden ist. Wir meinen mehr oder weniger unbewusst oft, wir müssten für die Liebe leiden, für die Schönheit, für den Erfolg. Wenn wir von traditionellen Glaubensmustern geprägt sind, meinen wir, dass das eine ohne das andere nicht zu haben ist.

In den kommenden 18 Monaten, solange der aufsteigende Mondknoten durch den Löwen läuft, haben wir also verstärkt die Möglichkeit den manchmal schmalen Grat zwischen Lust und Leidenschaft auszuloten. Yoga und andere Sportarten sind wunderbar dafür geeignet zu erkennen, wann etwas lustvoll ist und wann etwas leidenschaftlich ist. Unser Körper zeigt uns ziemlich unmissverständlich die Resultate einer lustvollen körperlichen Betätigung oder einer leidenschaftlichen körperlichen Betätigung. Wenn wir nach dem Yoga oder nach einem anderen Sport einen Muskelkater haben, dann wissen wir, dass wir es etwas übertrieben haben. Wenn wir uns sogar die Bänder zerren oder uns eine andere Verletzung zufügen, ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass wir die Grenzen dessen überschritten haben, was man als gesund bezeichnen kann. Auch in der Sexualität lässt sich der Unterschied zwischen Lust und Leidenschaft definieren. Der süße Schmerz, den man beim Sex verspüren kann, oder die Wärme im Herzen, die man verspürt, wenn man sich nach dem Partner sehnt, können angenehme Begleiterscheinungen der Lust sein. Wenn es allerdings anfängt heftig zu ziehen, zu brennen und zu schmerzen und wenn man das Gefühl hat, dass man sich verzehrt, dann kann man sich fragen, ob es nicht sinnvoller wäre ein paar Gänge runterzufahren oder andere wesentliche Veränderungen vorzunehmen, um die Leidenschaft zur Lust zu machen.

Natürlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wie viel Leidenschaft und damit zusammenhängend wie viel Schmerz man in kauf nehmen will. Wenn sich bestimmte Leidenschaften jedoch anfangen auf der physischen Ebene zu manifestieren, z.B. durch gesundheitliche oder durch finanzielle Probleme, kann es durchaus lohnenswert sein zu überlegen, ob man sich nicht lieber umorientieren will, denn in den kommenden 18 Monaten, solange der aufsteigende Mondknoten durch den Löwen läuft, lautet die oberste Priorität Glücklichsein. Im Löwen geht es um die Angelegenheiten, die uns glücklich machen, die uns Spaß machen, die unser Herz erfüllen und die uns das Leben von seiner lichten Seite erleben lassen. Im Löwen geht es um Unbeschwertheit, um Leichtigkeit, um Lebensfreude und um unsere Herzenswünsche.

Was lässt unser Herz also höher schlagen?
Und was verursacht eventuell eine Schwere oder sogar einen Schmerz in der Herzgegend?

Was verursacht ein Gefühl der Stagnation? Im wässrigen Skorpion will alles fließen. Stagnation ist dem Skorpion zuwider und man könnte sogar sagen, dass Stagnation Gift für ihn bedeutet. 

Was verhilft uns also dazu die Energien im Fluss zu halten?


Die Zeit des Vollmonds im Skorpion ist sehr gut dafür geeignet um klare Entscheidungen zu fällen und um sich von dem zu lösen, was uns daran hindert uns das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten.

Da der Löwe auch unser inneres Kind symbolisiert, kann man hier auch allzu unbeschwert sein und meinen, dass das ganze Leben ein Zuckerschlecken sein müsste oder einem Schlaraffenland gleichen müsste. An einem Mindestmaß an Leidensbereitschaft kommen wir wahrscheinlich nie ganz vorbei, denn gewisse Anstrengungen, Verantwortlichkeiten und Herausforderungen muss man für vieles im Leben auf sich nehmen. Von daher kann die Kombination von Skorpion und Löwe äußerst günstig sein, denn wo der Löwe es sich zu leicht machen will und in die Oberflächlichkeit abrutschen kann, bleibt der Skorpion dran und beweist Hartnäckigkeit. Da wo der Skorpion zu viel Leidensbereitschaft mitbringt und bis ans Äußerste gehen will, kann ihn der Löwe mit seiner sonnigen, verspielten Art auflockern.

Mit Jupiter in der Waage und Saturn im Schützen dreht sich in diesen Zeiten vieles um das rechte Maß. Was ist also das rechte Maß für uns? Wie können wir so leicht, so frei, so glücklich, so verspielt wie möglich sein und trotzdem in wichtigen Punkten die nötige Ernsthaftigkeit und Verantwortung mitbringen?




Viele liebe Grüße mit den Sternen


Lia



Webseite: http://www.symbolsysteme.de/
Email: lia@symbolsysteme.de
Blog: http://symbolsysteme.blogspot.de
Spezifische astrologische Videos: http://www.symbolsysteme.de/video-download/
YouTube Kanal: https://www.youtube.com/user/Symbolsysteme/videos
Spenden via PayPal: cornelia.butzer@online.de



Mittwoch, 3. Mai 2017

Merkur wird direkt: Wie viel Toleranz ist tolerant und wann wird Toleranz zur Intoleranz?





Astroloische Grafik: 03.05.2017, 18:33h Merkur wird direkt
auf 24°15‘ Widder



Heute ist es nun soweit: Merkur wird direkt! Am 03.05.2017 wird Merkur gegen Abend auf 24°15‘ Widder direkt und befindet sich nach wie vor in einer engen Konjunktion zu Uranus, der in der dritten Dekade Widder noch seine letzten Erneuerungen vornimmt, bevor er im kommenden Jahr in das Nachbarzeichen Stier eintreten wird. 


Uranus ist das erste Mal im Sommer 2010 in den Widder eingetreten und hat seitdem in diesem Zeichen viel Staub aufgewirbelt. Viele von uns waren persönlich von dem Lauf von Uranus durch den Widder betroffen und konnten somit erkennen, dass die einzige Sicherheit im Leben darin besteht, anzuerkennen, dass sich das Leben in einem ständigen Wandel befindet. 


Uranus will im Widder unser Selbstbild revolutionieren, er will unser Identitätsbewusstsein hinterfragen und erneuern und nicht zuletzt will er unsere Integrität testen. Uranus will im Widder zu unserem innersten Kern vordringen und all das wegfegen, was unecht ist oder was uns an unserem Fortschritt hindert. Uranus im Widder erwartet, dass wir mutig genug sind uns selbst und anderen in einer authentischen Art zu begegnen. Auf übertriebene Bequemlichkeiten und einengende Komfortzonen nimmt Uranus im Widder kaum Rücksicht, was manches Mal als rabiat empfunden werden kann, denn die rohe Energie des Widders und die elektrisierende Energie von Uranus potenzieren sich gegenseitig, so dass hier immer wieder die Funken sprühen


Diejenigen von uns, die von dem Lauf von Uranus durch den Widder persönlich betroffen waren, dürften sich kaum noch wiedererkennen, wenn sie Vergleiche zwischen der Zeit vor und nach diesem Transit ziehen. Je nachdem welches Haus für uns von Uranus revolutioniert wird, wurde in diesem Lebensbereich vieles auf den Kopf gestellt und kaum etwas wird noch so sein, wie es einmal war. Einige werden durch Uranus in den vergangenen Jahren große Umwälzungen im familiären Bereich erlebt haben, andere im finanziellen, im gesundheitlichen, im beruflichen oder auch im partnerschaftlichen Bereich. Ganz gleich welcher Lebensbereich hier betroffen war oder es noch ist, in diesem Bereich unseres Lebens wird sich so ziemlich alles verändert haben und auch wenn wir uns vor dem Transit von Uranus derartige Veränderungen kaum vorstellen konnten, können wir rückblickend erkennen, dass eine Revolution dieses Lebensbereichs dringend notwendig war. Uranus nimmt uns letztlich nur das, was uns einschränkt, was uns gefangen hält und was uns daran hindert freier, offener, beweglicher und fortschrittlicher zu sein.




Durch den rückläufigen Merkur, der nun außergewöhnlich lange die Konjunktion zu Uranus im Widder hält und der sich bis Mitte Mai 2017 auch noch in diesem Wirkungskreis befinden wird, haben wir die Möglichkeit auf einer bewussten Ebene die Veränderungen der vergangenen Jahre nicht nur verstehen zu können, sondern diese nun mit viel mehr Leichtigkeit in unserem Alltag einzubringen. Die uranischen Einflüsse werden immer mehr zu einer Selbstverständlichkeit.


Durch die Verbindung von Merkur und Uranus wird das Tempo in unserem Denken angezogen, wir können größere Zusammenhänge schneller erkennen und wir können ungewöhnliche Wege finden, um Puzzleteile zusammenzufügen, die anscheinend nicht zusammenpassen. Uranus gibt uns aber auch die Möglichkeit leichter zu akzeptieren, wenn etwas einfach nicht zusammenpassen will. Man versucht unter uranischem Einfluss nicht krampfhaft etwas miteinander zu verbinden oder etwas aufrechtzuerhalten, das sich nicht zusammenfügen lassen will. Die für Uranus typische emotionale Distanz kann uns dazu verhelfen von einem übersteigerten Harmoniebedürfnis und von überhöhten Erwartungen an uns selbst oder an andere Abstand zu nehmen. Wir können Andersartigkeit unter uranischen Einflüssen nicht nur leichter akzeptieren, sondern diese willkommen heißen. Wir können verstehen, dass nicht jeder so sein, so denken, so glauben, so fühlen muss, wie wir und dass wir trotzdem mit einem Menschen, der ganz anders ist, als wir es sind, befreundet sein können, zusammen arbeiten können oder mit ihm gemeinsam in einer WG leben können. Und auch, wenn jemand ganz anders ist, als wir es sind, können wir aus einer gesunden inneren Distanz heraus verstehen, dass einer der wichtigsten Grundsätze im zwischenmenschlichen Bereich heißen sollte leben und leben lassen.



Allerdings kann sich die für Uranus typische Distanz auch darin äußern, dass man eine falsche Form von Toleranz an den Tag legt, die nichts mit wirklicher Toleranz zu tun hat, sondern die sich durch Gleichgültigkeit und durch emotionale Entkoppelung äußert. In einer Beziehung könnte sich das z.B. dadurch zeigen, dass ein Partner für eine offene Beziehung ist, während der andere Partner sich eine monogame Beziehung wünscht. Da der eine Partner den anderen nicht verlieren will, findet er sich damit ab, dass der andere sich immer wieder in fremden Betten herumtreibt. Der auf Monogamie bedachte Partner bildet sich ein, er müsste offener, progressiver und toleranter werden oder er lässt sich dies von seinem Partner einreden. 


Eine solche falsch gelebte „Fortschrittlichkeit“ und „Offenheit“ findet man häufig unter dem Einfluss eines verletzten Uranus, wobei sich diese „erzwungene Toleranz“ in sämtlichen Lebensbereichen zeigen kann. Tatsächlich stammt das Wort Toleranz von dem lateinischen tolerare ab, was so viel wie erdulden oder ertragen bedeutet. Wirkliche Toleranz hat jedoch nichts damit zu tun, etwas ertragen zu müssen, das gegen die innere Natur geht, sondern eine konstruktive Toleranz hat etwas mit Einsicht, Offenheit und Horizonterweiterung zu tun. Man erkennt, dass jemand ganz anders ist, als man selbst, man erkennt aber gleichzeitig, dass man selbst auch ganz anders ist, als der andere und kommt so zu dem Schluss, dass beide entweder durch ihre Andersartigkeiten wachsen können oder, dass man diese Andersartigkeit einfach so sein lassen kann, wie sie ist, ohne sie verändern zu wollen. Man nimmt die Andersartigkeit als eine Eigenart des anderen wahr, an die man sich weder selbst anpassen muss, noch will man sie dem anderen abgewöhnen. Man kann also Unterschiede nebeneinander stehenlassen, ohne eine Anpassung vornehmen zu müssen, man baut aber auch keine Resistenzen dagegen auf, dass man sich aneinander anpassen könnte, man geht also nicht in die Antagonie, die für einen unerlösten Uranus typisch ist. Denn Uranus will in einer unerlöst gelebten Art um jeden Preis anders sein, was ihn in Teufels Küche bringen kann, da er vor lauter Anstrengung anders zu sein, ganz vergessen kann sich zu fragen, wer er selbst überhaupt ist. Ein unerlöster Uranus kennzeichnet eine ganze Bandbreite von Identitätsproblemen.








Es gibt bestimmte Verhältnisse, die wir erdulden müssen, wenn wir in einer Gemeinschaft miteinander leben wollen, denn es wird wahrscheinlich immer wieder etwas geben, das gegen unsere persönlichen Bedürfnisse geht, das aber trotzdem Teil des Zusammenlebens in einer Gemeinschaft ist. Wir können uns z.B. an der Musik eines Nachbarn stören, aber solange sich die Lautstärke im Rahmen hält, müssen wir die Musik erdulden, auch wenn es eine Musik ist, die uns persönlich nervt


In einem solchen Fall ist es wesentlich sinnvoller an der eigenen Toleranz zu feilen, anstatt sich immer wieder aufzuregen, sobald der Nachbar die Musik einschaltet. Wenn dieser Nachbar aber die Musik zu jeder Tages - und Nachtzeit laut aufdreht und keine Rücksicht auf die anderen Mieter nimmt, dann wäre es kein Zeichen von Toleranz der anderen Mieter den Krach zu ertragen, sondern es würde sich um eine falsch verstandene Toleranz halten, die sich durch Gleichgültigkeit und durch Abgestumpftheit den eigenen Bedürfnissen gegenüber auszeichnet.





Es gibt Verhältnisse, die wir nicht erdulden sollten, wenn wir uns selbst keinen Schaden zufügen wollen, wie in dem genannten Beispiel der erzwungenen Toleranz gegenüber der Untreue eines Partners. Ein solcher Mensch kann sich ernsthafte Schäden zufügen, wenn er sich selbst eine falsche Toleranz auferlegt oder sich eine solche vom Partner aufdrängen lässt. Er schneidet sich von seinen durchaus berechtigten Bedürfnissen und von seiner inneren Wahrheit ab, unterwirft sich den Bedürfnissen des anderen und akzeptiert dessen Wahrheit, als die seine. Dies wird auf Dauer das Identitätsbewusstsein stören und die Lebenskraft schwächen. Eine falsche, nach außen gerichtete Toleranz, bedingt zwangsläufig eine tiefe Intoleranz der eigenen Person gegenüber. Man missachtet seine eigenen Bedürfnisse, verhält sich diesen gegenüber intolerant, während man versucht eine falsche Toleranz nach außen zu vermitteln.  Andererseits kann der sich nach Treue und Monogamie sehnende Partner auch nicht den untreuen Partner dazu zwingen, monogam zu werden. Beide wären in dem Fall sich selbst und dem Partner gegenüber intolerant. Von daher kann die Lösung in dem Fall nur darin liegen, dass man sich für eine Trennung entscheidet und dass man sich mit Menschen zusammentut, die auf der eigenen Wellenlänge liegen. Das sprichwörtliche miteinander auf der gleichen Wellenlänge zu liegen ist auch ein uranisches Thema.



Natürlich muss es sich im Zusammenhang mit einer falsch gelebten Toleranz nicht immer um ein solch offensichtliches Thema handeln, wie in den genannten Beispielen, aber durch diese Beispiele kann die Dynamik verdeutlicht werden, die für eine Verletzung des Uranus-Prinzips typisch ist. Man will als so frei, so offen, so tolerant und so progressiv wie möglich gelten, wobei man dann Gegenteiliges in der Beziehung zu sich selbst erleben kann, keine wirkliche Identität hat und kein Bewusstsein für die eigenen Grenzen hat.





In welchen Bereichen sind wir also wirklich tolerant und wann zwingen wir uns dazu etwas, das uns gegen den Strich geht, zu ertragen und geben dies als Toleranz aus?


Was löst eine falsche Toleranz in uns selbst oder auch innerhalb der jeweiligen Beziehung aus? 


Erwarten wir vielleicht umgekehrt, dass andere etwas ertragen, obwohl wir wissen, dass es ihren Bedürfnissen widerspricht? 


Wann müssen wir etwas, das uns eigentlich stört, ertragen, weil es Teil des Zusammenlebens ist und weil wir uns nur unnötig aufreiben würden, wenn wir hier keine Toleranz aufbringen könnten? 


Was bedeutet Offenheit für uns? In welchen Bereichen empfinden wir uns als offen? Wie offen begegnen uns die Menschen in unserem Umfeld?


Was bedeutet Verschlossenheit für uns? In welchen Bereichen empfinden wir uns als verschlossen? Können wir unserer eigenen Verschlossenheit gegenüber offen sein? Können wir also annehmen, dass wir in bestimmten Bereichen intolerant sind? Oder sind wir unserer eigenen Intoleranz intolerant gegenüber?


Was wäre die größte Veränderung, die wir in diesen Zeiten in unserem Leben vornehmen könnten? Was hindert uns daran diese Veränderung sofort zu vollziehen?


Wie sieht es mit unserem Stresspegel aus? Fühlen wir uns derzeit wie „unter Strom“? 


Was tun wir für unsere Entspannung? Können wir gut abschalten? 


Wie nutzen wir Technik? Nutzen wir Technik auf eine sinnvolle Art oder bemerken wir schon gar nicht mehr, wie viel Technik wir benutzen und erst, wenn diese Technik nicht mehr funktioniert, wird uns klar, wie abhängig wir von der Technik sind?


Was passiert in uns, wenn wir mal einen Zeit lang ohne Internet, ohne Smartphone oder ohne Fernsehen sind? Wann war das letzte Mal, dass wir mal eine Zeit lang ohne diese Medien verbracht haben und wie erging es uns dabei? 


Kam es seit Anfang April 2017, seitdem Merkur rückläufig war, zu einem Vorfall im Umgang mit Technik? Ist ein Gerät kaputt gegangen und wenn ja, was waren die genauen Umstände? 


Was fällt uns im Bereich der Kommunikation auf? Haben wir das Gefühl, dass wir freier sprechen können, seit Anfang April 2017? Falls nicht, was hindert uns daran?


Was passiert in diesen Wochen in unseren Gedanken? Haben wir das Gefühl, dass unsere Gedanken unter Strom stehen? Wenn ja, was sind die Ursachen dafür? Um welche Themen kreisen sich unsere Gedanken derzeit hauptsächlich?




Wenn wir uns diese Fragen beantworten können, kommen wir ein großes Stück weiter in der Merkur-Uranus-Saturn-Thematik. Da Merkur während der Konjunktion zu Uranus gleichzeitig ein harmonisches Trigon zu Saturn im Schützen bildet, ist diese Zeit besonders gut geeignet, um notwendige Veränderungen vorzunehmen oder auch um etwaige Änderungen, die wir in den vergangenen Wochen eingeleitet haben, auf eine konstruktive Art aufrechtzuerhalten. Da Saturn Autoritäten symbolisiert, ist diese Zeit auch besonders gut geeignet, um sich die nötigen Informationen bei den richtigen Ratgebern zu holen oder um bei jemandem nach Unterstützung zu suchen, der in einem bestimmten Bereich mehr Erfahrung hat, als wir. 






Viele liebe Grüße mit den Sternen



Lia




Webseite: http://www.symbolsysteme.de/
Email: lia@symbolsysteme.de
Blog: http://symbolsysteme.blogspot.de
Spezifische astrologische Videos: http://www.symbolsysteme.de/video-download/
YouTube Kanal: https://www.youtube.com/user/Symbolsysteme/videos
Spenden via PayPal: cornelia.butzer@online.de