Dienstag, 13. August 2019

Vollmond im Wassermann 15.08.2019: Ein Vollmond (Text) der etwas anderen Art


Der August-Vollmond findet am 15.08.2019 in der dritten Dekade Wassermann statt. Zum Vollmond befindet sich die Sonne auf 22° Löwe und der Mond auf 22° im gegenüberliegenden Wassermann. Dem Vollmond im Wassermann ging der Neumond im Löwen voran, der am 01.08.2019 mit wehender Mähne den August eingeleitet hat. Dadurch, dass der Neumond im Löwen im Spannungsaspekt (Quadrat) zu Uranus, dem Herrscher des Wassermanns, stattgefunden hat, hatten wir schon in der ersten Augusthälfte die Chance uns auf die Wassermann-Themen einzustimmen. Wie schon zum Neumond haben wir auch zum Vollmond ein voll besetztes Löwe-Zeichen. Die Sonne, Merkur, Venus und Mars befinden sich zum Vollmond im Löwen, während der Mond im Wassermann mutterseelenallein dasteht. Durch die ungleiche Verteilung können die Wassermann-Themen in diesen Zeiten einige Schwierigkeiten haben sich gegen die eindeutige Mehrheit im Löwen durchzusetzen. Kurz gesagt bedeutet das, dass wir nun vor der Herausforderung stehen über unsere persönlichen Bedürfnisse hinauszugehen, unsere subjektiven Sichtweisen zu erweitern und ein wirkliches Interesse für unsere Umwelt und unsere Mitmenschen aufzubringen. 



Astrologische Grafik: Vollmond 22° Wassermann, 15.08.2019, 14:29h MESZ



Die starke Löwe-Betonung spricht für eine außergewöhnlich subjektive Sicht der Dinge. Unter dem Einfluss der starken Löwe-Besetzung kann es uns schwerfallen andere Menschen als eigenständige Individuen anzusehen und zu verstehen, dass sie ganz anders denken und fühlen können als wir und dass sie sich in wesentlichen Punkten von uns unterscheiden können. Unter dem starken Löwe-Einfluss neigen wir dazu unsere eigene Sicht auf andere zu übertragen. Bis zu einem gewissen Grad ist das normal, denn gegenseitige Projektionen sind ein Bestandteil von zwischenmenschlichen Beziehungen, aber im Wassermann, dem Wissenschaftler des Zodiaks, geht es darum die Dinge möglichst objektiv und aus einer gewissen Distanz heraus zu betrachten.

Im Wassermann können wir lernen die Unterschiede zwischen uns Menschen anzuerkennen und sie idealerweise auch wertzuschätzen. Im Wassermann können wir erkennen, dass Andersartigkeit Beziehungen bereichern kann, anstatt, dass sie uns voneinander entfernen muss. Diversität ist ein wesentliches Stichwort im Wassermann. Im gegenüberliegenden Löwen neigen wir dazu andere dafür zu lieben, dass sie uns unsere eigene Schönheit und Großartigkeit spiegeln und dass sie uns so oft wie möglich zeigen, dass wir die Nummer Eins in ihrem Leben sind. Der Löwe erwartet Exklusivität in seinen Beziehungen, er wünscht sich die ungeteilte Aufmerksamkeit von den Menschen, die ihm am Herzen liegen, während für den Wassermann seine Freiheit das höchste Gut ist, so dass er seinen Partner eher noch mit anderen teilt, bevor er sich von ihm einschränken oder vereinnahmen lässt. Dem Wassermann ist eine lockere, unverbindliche Beziehung tausendmal lieber, als sich in einer Beziehung gefangen zu fühlen oder Langeweile in einer Beziehung zu ertragen.


Narzissmus und Egozentrik

Der unerlöste Löwe kann höchst narzisstisch und damit auf eine übersteigerte Art egozentrisch sein. Narzissmus beruht nicht etwa auf einer überdurchschnittlich stark ausgeprägten Selbstliebe, sondern im Gegenteil, Narzissmus geht mit einem tiefverwurzelten Mangel an Selbstliebe einher. Narzisstisch veranlagte Menschen werden von einem tiefliegenden Schamgefühl geplagt, das sie aber um jeden Preis von sich fernhalten wollen und deshalb ihre schambehafteten Themen nach außen projizieren.

Wenn man es mal mit einem narzisstischen Menschen zu tun hatte, könnte man meinen, dass Narzissten da ein schwarzes Loch haben, wo andere Menschen ihr Herz haben. Bei näherer Betrachtung scheinen Narzissten innerlich hohl zu sein, denn es fehlt ihnen an dem, was Menschsein ausmacht. Menschen, die eine tiefgreifende narzisstische Störung haben, mangelt es an Empathie, sie haben keinerlei Interesse andere Menschen in der Tiefe kennenzulernen und sie können sich nicht an einem gleichwertigen kommunikativen, emotionalen, sexuellen oder finanziellen Austausch mit anderen erfreuen, denn für den Narzissten ist das Leben eine Einbahnstraße, die immer nur von ihm zu ihm führt. Der Fokus des Narzissten liegt darauf welchen Profit er aus einer Begegnung mit anderen Menschen schlagen kann, wie er die sogenannte narzisstische Zufuhr erhalten kann, die er so dringend braucht, um sein künstliches Selbstbewusstsein aufrecht zu erhalten. Wenn der Narzisst anderen etwas gibt, dann mit einer manipulativen Berechnung, an die vielfältige Bedingungen geknüpft sind. Für den Narzissten geht es in seinen Begegnungen mit anderen Menschen darum seine "Opfer" in den Bann zu ziehen, ähnlich wie eine Spinne, die darauf lauert, dass sich ihre Beute in ihrem Netz verfängt. Jeder Schritt wird kalkuliert, denn – ähnlich wie ein Psychopath – kann der Narzisst seine Mitmenschen nicht als Menschen sehen, sondern als Objekte, deren einzige Daseinsberechtigung darin besteht der persönlichen Bedürfnisbefriedigung des Narzissten zu dienen. Wenn ein Mensch ihm keine narzisstische Zufuhr gewährt, sei es, dass er nicht über die Ressourcen verfügt, auf die der Narzisst es abgesehen hat, sei es, dass er bereits bis auf den letzten Tropfen von ihm oder von einem anderen Narzissten ausgesaugt wurde oder sei es, dass er auf die ausgelegten Köder einfach nicht anspringt, hat der Narzisst keinerlei Verwendung für diesen Menschen: er existiert für ihn nicht oder er ist ihm einfach nur lästig. 


Das künstliche Selbstbild

Narzissmus basiert auf einem künstlich konstruierten Selbstbewusstsein; auf einem zurechtgebastelten Selbstbild, das um jeden Preis erhalten werden muss und das, wenn es sich in irgendeiner Form angegriffen fühlt, mit allen Mitteln verteidigt werden muss. Ein Mensch, der eine narzisstische Störung hat, hat nie gelernt hat einen gesunden Kontakt zu seinem inneren Selbst aufzubauen. Die Entwicklung des Selbst hat beim narzisstischen Menschen nicht in einer gesunden Art stattgefunden oder sie wurde durch traumatische Erfahrungen in einer entscheidenden Entwicklungsphase unterbrochen, was zur Folge hat, dass bestimmte Teile der Persönlichkeit auf einer unreifen Stufe stehengeblieben sind, warum bei narzisstisch veranlagten Menschen jeden Alters erstaunlich kindische Verhaltensweisen und Reaktionsmuster zu beobachten sind. Ein Mensch, der eine tiefverwurzelte narzisstische Störung hat, verhält sich wie ein Kleinkind, das sich in den Terrible Twos befindet, wenn er seinen Willen nicht durchsetzen kann, wenn er nicht die Aufmerksamkeit erhält, die er seiner Meinung nach verdient oder wenn sein falsches Selbst in irgendeiner anderen Form auf dem Prüfstand steht. 





Da das Selbstbewusstsein nur durch eine beständige Selbstreflexion entstehen kann und da es sich nur durch eine wiederholte Selbsterkenntnis entwickeln kann, hat ein Mensch, der im klinischen Sinn unter einer narzisstischen Störung leidet, keine Möglichkeit die Entwicklungsschritte nachzuholen, die er in seiner Vergangenheit nicht vollziehen konnte, denn das Unvermögen zur Selbstreflexion ist ein wesentliches Merkmal einer narzisstischen Störung. Menschen mit ernstzunehmenden narzisstischen Störungen betrachten die Welt sozusagen durch einen extrem engen Kanal, der in alle Richtungen abgedichtet ist und der so bombenfest gegen alle Einflüsse, die sein künstlich konstruiertes Selbstbild infrage stellen könnten, versiegelt ist, wie Fort Knox. Diese hermetische Abdichtung gehört zu den wichtigsten Schutz- Abwehr- und Verteidigungsmaßnahmen des Egos einer narzisstischen Persönlichkeit und sie trägt dazu bei, dass auch eine langjährige Therapie bei Narzissten selten Aussicht auf Heilung hat. 


Narzissmus und die vergebliche Hoffnung auf Einsicht

Jeder, der mal näheren Kontakt zu einem Menschen mit einer narzisstischen Störung hatte, wird festgestellt haben, dass jede Diskussion, die ein Mindestmaß an Selbstreflexion erfordert, mit einem solchen Menschen nicht nur vergeblich ist, sondern dass man den Eindruck bekommt, dass alles, was man bisher über zwischenmenschliche Gesetzmäßigkeiten zu wissen glaubte, in dieser Begegnung keinerlei Gültigkeit hat. Wenn man die typischen Symptome einer narzisstischen Störung noch nicht kennt, wird man davon ausgehen, dass man seinem Gegenüber mit Freundlichkeit, Logik und einem gutem Willen seinen Standpunkt verdeutlichen kann und anfangs wird man wahrscheinlich sogar noch glauben, dass man sich mit ihm einigen kann. Aber selbst wenn man einem Menschen, der eine narzisstische Störung hat, schwarz auf weiß hieb und stichfeste Beweise vorlegt, wird dieser Mensch einem mit den absurdesten Argumenten kommen und ungeahnte Verhaltensweisen präsentieren, wenn die Situation Selbstreflexion von ihm verlangt, wenn sie ein Zugeständnis erfordert oder wenn gar eine Entschuldigung angebracht wäre. 

Wenn man bei narzisstischen Menschen auf Einsicht hofft, hofft man vergeblich, denn das Unvermögen zur Selbstreflexion und zur Reflexion über Beziehungsdynamiken sind Teil des Krankheitsbilds. In vielen Fällen bleibt einem nichts anderes übrig, als die Beziehung zu beenden, wenn man sich sein Seelenheil bewahren will. In einigen Fällen, z.B. in einem Scheidungsverfahren, wird man die Chance haben mit juristischen Mitteln sein Recht einzuklagen, was jedoch keineswegs bedeuten muss, dass der Mensch mit der narzisstischen Störung - trotz schlagender Beweise - Einsicht zeigt. Manchmal täuscht ein narzisstisch veranlagter Mensch aus taktischen Gründen Einsicht vor, aber nur um sich im nächstbesten Augenblick doppelt und dreifach dafür zu rächen, dass man ihn, seiner Meinung nach, zu Unrecht beschuldigt hat oder dass man es gar gewagt hat ihn eines Fehlverhaltens zu überführen.

Nun soll dieser Text weder eine Abhandlung über Narzissmus sein, noch möchte ich mich ausführlich über Menschen mit narzisstischen Störungen auslassen, aber in Anbetracht der astrologischen Zeitqualität sind gewisse Einblicke in das Thema Narzissmus aus verschiedenen Gründen wichtig. 

Wie bereits erwähnt, kann der unerlöste Löwe-Archetyp narzisstische Tendenzen in verschiedenen Abstufungen haben. In dem Zusammenhang bitte ich zu bedenken, dass ich mich in meinen Texten zur allgemeinen astrologischen Zeitqualität auf die archetypischen Eigenschaften und Inhalte eines Zeichens beziehe und nicht auf bestimmte Menschen, die im Tierkreiszeichen Löwe geboren wurden oder die eine starke Löwe-Besetzung in ihrem Geburtshoroskop haben. Wir haben alle irgendwo in unserem Horoskop den Löwen, seine Herrscherin, die Sonne und das dem Löwen zugeordnete 5. Haus. Von daher geht es in diesem Text nicht darum einzelne Löwe-Menschen oder das Tierkreiszeichen Löwe zu degradieren. Die Astrologie kann leider auch missbraucht werden, um Menschen in Schubladen zu pressen und deshalb möchte ich immer wieder daran erinnern, dass ich mich in den allgemeinen Texten auf archetypische Inhalte beziehe und nicht auf bestimmte Menschen, die dem besprochenen Tierkreiszeichen angehören.

Narzissmus bietet, wie so ziemlich jedes Krankheitsbild, ein weitgefächertes Spektrum. Es gibt Menschen, die leicht narzisstische Tendenzen haben und es gibt Menschen, die schwerwiegende narzisstische Störungen haben, die bis hin zur psychopathischen Persönlichkeitsstörung reichen können, was diesen Menschentyp zu einer ernstzunehmenden Gefahr für seine Umwelt macht. Die narzisstischen Muster und Dynamiken, die ich in diesem Text beschreibe, beziehen sich vorrangig auf einen ausgeprägten Narzissmus, der krankhaft ist. Von daher klingen die Beschreibungen in einigen Ohren vielleicht unglaubwürdig und unvorstellbar. Falls dies der Fall ist, kann man sich glücklich schätzen, denn das bedeutet, dass man noch nicht die desaströse Erfahrung einer Beziehung zu einem Narzissten am obersten Rand des Spektrums gemacht hat. 

Wenn man es mit jemandem zu tun hat, bei dem man eine narzisstische Störung vermutet, sollte man sich fragen, ob dieser Mensch zur Bösartigkeit neigt oder ob er einfach "nur" ein egozentrisches Verhalten an den Tag legt. Letzteres kann in persönlichen Beziehungen oder auch in beruflichen Kontakten zwar nerven, aber solange der betreffende Mensch nicht bösartig wird, hat man wahrscheinlich einfach jemanden vor sich, der eine unreife Persönlichkeit hat. Diese Menschen können, im Gegensatz zu narzisstisch gestörten Menschen, durchaus lernfähig und entwicklungswillig sein und sie können, neben ihrem großen Ego, auch ein großes Herz haben. 

Mit Menschen, die ernsthafte narzisstische Störungen haben, ist jedoch nicht zu spaßen. In einer Beziehung zu ihnen sollte man sein eigenes Ego gut im Griff haben, um nicht auf die narzisstischen Köder zu reagieren und um sich nicht in die Falle locken zu lassen, denn was ein Narzisst in erster Linie beabsichtigt, ist andere Menschen in seine inszenierten Dramen zu verstricken. Aus spiritueller Sicht ist ein Narzisst ein "Energievampir". Von daher sollte man nicht versuchen einen Narzissten von der eigenen Sicht zu überzeugen, ihn zu bekehren oder ihn wohlmöglich heilen zu wollen, denn dadurch kann ein Narzisst auf energetischer Ebene "andocken". Man sollte es emotional unbeteiligten Profis überlassen einen Narzissten zu therapieren, denn wenn man meint, einen Narzissten heilen zu können, stellt sich die Frage inwieweit das eigene Ego involviert ist. Viele von uns, die sich - ohne es zu wissen - auf einen narzisstischen Menschen eingelassen haben, sind vielleicht erst mal in die Ego-Falle getappt. Häufig findet sich die Dynamik zwischen einem Menschen, der eine Art Helfer-Syndrom hat und einem narzisstisch gestörten Menschen, denn beide fühlen sich geradezu unwiderstehtlich zueinander hingezogen. Da der Versuch einen Narzissten innerhalb einer persönlichen Beziehung zu heilen aber genau der Co-Abhängigkeitsdynamik entspricht, die für einen narzisstischen Missbrauch kennzeichnend ist, kann sich der "Heiler" in einer solchen Beziehung buchstäblich zu Tode schuften. Während der vermeintliche Heiler dem Narzissten reichlich narzisstische Zufuhr verschafft, hilft er ihm in keiner Weise, sondern er macht sich zum Teil einer toxischen Dynamik. Deshalb ist Aufklärung in diesem Bereich so wichtig, damit man von vornherein darauf achten kann, dass man sich nicht narzisstisch "infizieren" lässt. Auch wenn aus psychologischer Sicht eine Ansteckung mit dem "narzisstischen Virus" in dem Sinne nicht möglich ist, kann man sich aus spiritueller Sicht durchaus anstecken, nämlich indem man sich emotional oder mental in das Energiefeld eines Narzissten hineinziehen lässt, ihm dadurch, auf einer energetischen Ebene, narzisstische Zufuhr ermöglicht und ihm gleichzeitig die Möglichkeit gibt seinen "seelischen Müll" abzuladen. Von daher sollte man versuchen zu erkennen wen man vor sich hat und möglichst Abstand nehmen, wenn man bemerkt, dass jemand narzisstische Verhaltensweisen zeigt. Auch wenn es makaber klingt: Narzissten können für Menschen, die sich spirituell entwickeln wollen, eine interessante Herausforderung auf ihrem Entwicklungsweg sein, denn sie fordern einen heraus die eigenen Schattenthemen zu erkennen.

Nebenbei bemerkt kann man leicht erkennen, ob jemand narzisstische Tendenzen hat oder nicht, wenn man sich anschaut, wie ein Mensch darauf reagiert, wenn man ihm eine Grenze setzt. Während ein "normaler" Mensch keine Probleme damit haben wird und sich eher fragen wird, ob er sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hat, wird ein narzisstisch geprägter Mensch geradezu rasend vor Wut, wenn man ihm eine Grenze setzt. Der Narzisst sieht andere Menschen als eine Erweiterung seiner Selbst, sozusagen als "Bedienstete an seinem Hof" und von daher kann sein Verstand Abgrenzung in jeglicher Form nicht einordnen und er versteht eigenständige Handlungen seiner "Dienerschaft" automatisch als einen Angriff auf seinen "Thron". In seltenen Fällen wird der Narzisst seine Empörung direkt zeigen. Meistens wird er sich entweder abwenden, womit er die betreffende Person bestrafen will oder er wird die nächstbeste Gelegenheit nutzen, um sich zu rächen, i.d.R durch irgendeine Form der Erniedrigung und Abwertung seines "Widersachers".         


Narziss betritt das Reich des Löwen

Aus astrologischer Sicht spielt das Thema Narzissmus nicht nur wegen der starken Löwe-Betonung, die den Vollmond im Wassermann prägt, eine große Rolle, sondern auch aus dem Grund, weil der Asteroid Narcissus ausgerechnet zum Vollmond in den Löwen eintritt. Da Narcissus im Dezember 2019 im Löwen rückläufig wird, wird er sich besonders lange im Zeichen des Egos, des Selbstbewusstseins und der Selbstdarstellung aufhalten und zwar vom 15.08.2019 bis zum 10.07.2020. 



 Astrologische Grafik: Der Asteroid Narcissus tritt in den Löwen ein, 15.08.2019, 19:33h MESZ


Der Asteroid Narcissus wurde nach dem schönen Jüngling benannt, der sich so leidenschaftlich nach sich selbst verzehrte, dass er daran zerbrach und andere mit sich in den Abgrund zog. Auch das Krankheitsbild Narzissmus wurde nach der mythologischen Gestalt des Narziss benannt.

Der ungewöhnlich lange Transit von Narcissus durch den Löwen gibt uns verstärkt die Möglichkeit uns mit dem Thema Narzissmus auseinanderzusetzen und neue Wege im Umgang mit Narzissmus zu finden, denn auf die eine oder andere Art sind wir alle von davon betroffen, sei es auf einer persönlichen Ebene, im beruflichen Bereich oder auf einer gesellschaftlichen Ebene. 
 

Ist Narzissmus ein gesellschaftliches Problem?

Narzissmus ist längst kein persönliches Problem mehr, das nur einige wenige Menschen betrifft. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es sich um ein gesellschaftliches Problem handelt. Auch wenn man durch die Flut von Selfies, die heute das Internet überschwemmen, durch die Masse an sogenannten Reality-Shows und durch andere moderne Formen der Selbstdarstellung meinen könnte, dass Narzissmus ein neuzeitliches Problem ist, gehe ich davon aus, dass Narzissmus schon lange existiert, vielleicht sogar schon seitdem es Menschen gibt. Verschiedene Formen von Narzissmus sind heutzutage jedoch so offensichtlich, dass sie kaum mehr zu leugnen sind. Einerseits ist Narzissmus mittlerweile gesellschaftsfähig geworden, jeder kann ihn sich heutzutage leisten und andererseits wissen wir heute viel mehr über das Thema, so dass unsere Aufmerksamkeit dahingehend sensibilisiert wurde. 

Wenn Wesen von einem anderen Stern die Menschheit mit Objektivität betrachten könnten, würden sie uns insgesamt wahrscheinlich für eine narzisstische Spezies halten, gesetzt den Fall Außerirdische würden in solchen Kategorien denken. Da Narzissmus nicht nur in einer persönlichen Beziehung schwer reparable Schäden hinterlassen kann, sondern da Narzissmus die Werte der Gesellschaft unterwandert und sie in ihren Grundfesten bedroht, geht das Thema uns alle an. Werte, die eine Gesellschaft zusammenhalten, bzw. Werte, die eine Gesellschaft gesund halten, nämlich gegenseitige Empathie, Vertrauen, Sozialverhalten und andere Werte des zwischenmenschlichen Miteinanders, werden durch Narzissmus gefährdet und im schlimmsten Fall wird der Zusammenhalt in einer Gesellschaft dadurch zerstört. Wenn Narzissmus die Welt regiert, haben wir eine Gesellschaft voll von gegenseitigem Misstrauen, Neid, Gier, skrupelloser Ausbeutung, extremen Konkurrenzverhalten, emotionaler Kälte, seelischer Leere und unberechenbaren Aggressionsentladungen.


Narziss und sein(e) Echo

Im Mythos des Narziss wird der schöne Jüngling zwar von vielen Frauen und Männern begehrt, aber einer mythologischen Gestalt hatte er es ganz besonders angetan, der Nymphe Echo, die sich unsterblich in ihn verliebte. 

Bild: Echo und Narcissus, John William Waterhouse, Public Domain
Sie beobachtet ihn, wie er sich selbst beobachtet. 
Sie vergöttert ihn für seine Selbstvergötterung.


Echo war eine junge, hübsche, unbedarfte Bergnymphe, die aber einen Makel hatte, nämlich ihre Geschwätzigkeit. Hera, die Gattin des Gottvaters Zeus und damit ranghöchste Göttin im Olymp, belegte Echo aufgrund ihrer Geschwätzigkeit eines Tages mit einem Fluch. Der Fluch der Hera sorgte dafür, dass Echos lockere Zunge für immer gezügelt wurde und dass sie von da an nur noch die letzten Worte des Satzes, den sie gerade zu hören bekam, wiederholen konnte. Echo hatte sich nämlich von Zeus einspannen lassen Hera vollzuplappern und die Göttin durch ihr Geschwätz abzulenken, als Zeus wieder einmal vorhatte anderen Frauen hinterherzujagen und für sein Treiben freie Bahn haben wollte. Als Hera das böse Spiel durchschaute, wurde sie fuchsteufelswild und verdammte Echo dazu nie wieder eigenmächtig sprechen zu können und keine vollständigen Sätze mehr formulieren zu können, sondern fortan eben nur noch das zu sein, was schon ihr Name verrät: ein Echo derer, denen sie begegnete.

Als Echo sich dann in Narziss verguckte, konnte sie ihm ihre Liebe nicht gestehen, da sie ja immer nur seine letzten Worte wiederholen konnte. Narziss, der schon die Liebe von ganz anderen verschmäht hatte, war angewidert von Echo, als diese immer nur seine letzten Worte wiedergab. Als die Nymphe dann sogar noch versuchte ihn zu umarmen, schüttelte er sie erbarmungslos von sich ab. Echo war zutiefst gekränkt ob der verschmähten Liebe und zog sich für immer in eine Höhle in den Bergschluchten zurück, wo sie kein Wasser und keine Nahrung mehr zu sich nahm, immer mehr verkümmerte und bald nur noch ihre Stimme als ein fernes Echo übrigblieb.

Narziss verlor sich derweil mehr und mehr in seinem Spiegelbild und bald war auch er nur noch ein bloßer Schatten seiner selbst. Tag für Tag hing der Jüngling über dem See und blickte, anfangs noch verzückt, auf sein Gesicht, das sich in der Oberfläche des Wassers spiegelte. Bald wurde aus der reichen Verzückung jedoch die blanke Verzweiflung, denn so sehr er sich auch bemühte sein Spiegelbild zu umarmen, er konnte sich einfach nicht erreichen und er griff immer nur ins Leere. Sogar nach seinem Ableben, als er bereits in die Unterwelt abgeglitten war, spiegelte er sich noch im Todesfluss Styx und versuchte weiterhin sein mittlerweile grotesk verzerrtes Spiegelbild zu erreichen... 


Narzissmus als Chance zur Bewusstwerdung

Wie der Mythos deutlich macht, geht es für beide, für Echo und für Narziss, um eine unstillbare Sehnsucht, um Seelenschmerz, um eine unerfüllbare Liebe und um die endlose Leere, die zurückbleibt, wenn man etwas liebt, das man nicht haben kann, weil es nämlich gar nicht existiert. So wie das Spiegelbild, das Narziss auf der Wasseroberfläche anhimmelte, keine Substanz hatte und ein bloßer Nachhall war, hatte auch die Liebe Echos keine Substanz, da sie sich nur in ein Traumbild verliebt hatte und jemanden zu begehren glaubte, der gar nicht existierte.

Viele von uns haben, auf die eine oder andere Art, wahrscheinlich schon mal unter einer unerfüllbaren Liebe gelitten, sind einem Trugbild zum Opfer gefallen oder wurden verschmäht. Auch wenn eine solche Erfahrung sehr schmerzhaft sein kann, beinhaltet sie doch eine große Chance, nämlich die Chance dem Trugbild auf den Grund zu gehen und zu versuchen hinter die Fassade der eigenen Traumbilder zu blicken.

Wie alle Mythen enthält auch die Geschichte von Echo und Narziss tiefe Lebensweisheiten. Durch diesen Mythos soll verdeutlicht werden, dass eine Liebe, die auf Oberflächlichkeiten und Projektionen beruht, immer nur ins Leere greifen kann und dass sie von daher auch nur Leere hinterlassen kann.

Aus spiritueller Sicht ist der Mythos von Echo und Narziss besonders interessant, denn er wirft die Frage auf, was Selbstliebe ausmacht und was die Basis von zwischenmenschlicher Liebe ist.

Was lieben wir an unserem Spiegelbild? 

Wie können wir unser Spiegelbild umarmen, ohne immer wieder ins Leere zu greifen? 

Was ist eine gesunde Art der Selbstliebe und was unterscheidet Selbstliebe von Selbstzentrierung?

Wie wichtig ist es, dass die Menschen, von denen wir sagen, dass wir sie lieben, uns spiegeln und was sollen sie uns spiegeln, damit wir sie lieben?

Suchen wir in unseren Beziehungen nach einem Echo unserer Selbst oder können wir jemanden lieben, der eigenmächtig sprechen kann, auch wenn uns vielleicht nicht immer gefällt, was wir zu hören bekommen?

Hören wir wirklich zu, wenn jemand zu uns spricht oder hören wir nur ein Echo unserer eigenen Vorstellungen?

Sind wir Menschen überhaupt dazu in der Lage etwas außerhalb von uns selbst wahrzunehmen, ohne es nur im Spiegel unserer eigenen Projektionen zu erkennen?

Wie unter dem Abschnitt "Narzissmus und die vergebliche Hoffnung auf Einsicht" erwähnt, kann uns die Begegnung mit einem Narzissten interessante Einblicke in den Entwicklungsstand unseres eigenen Egos vermitteln und sie kann uns, sozusagen in karikierter Form, mit unseren eigenen Schattenseiten konfrontieren. Entgegen der weit verbreiteten Meinung Narzissten seien "Meister der Manipulation", verfangen sich nur bestimmte Menschen im Netz eines Narzissten, nämlich diejenigen von uns, die dahingehend bestimmte Lernaufgaben haben. Die Menschen, die einem Narzissten auf den Leim gehen und sich in seine künstlich konstruierten Geschichten verstricken lassen, haben i.d.R. einen entsprechenden Hintergrund, sei es, dass sie durch ein narzisstisches Familienmitglied geprägt wurden und von daher von ihrer Persönlichkeitsstruktur auf narzisstische Manipluation programmiert sind oder sei es, dass sie, wie der Narzisst, ein Selbstwertthema haben. Ein Selbstwertproblem zu haben bedeutet natürlich nicht, dass man selbst narzisstische Tendenzen hat, denn kennzeichnend für eine narzisstische Störung ist ein dringendes Bedürfnis andere Menschen auszubeuten, sie abzuwerten, sie zu missbrauchen. Man wird sich jedoch nur in den Fängen eines Narzissten verfangen, wenn man eine Lernaufgabe im Bereich des Selbstwerts und der Selbstliebe hat. Menschen, die dahingehend gut ausgerüstet sind, werden sich nicht von Narzissten einwickeln lassen. Sie sind sozusagen immun gegen Narzissten. Von daher macht es wenig Sinn dem Narzissten die alleinige Schuld für eine narzisstische Verstrickung zu geben. Damit würde man sich in die Opferrolle begeben und eine wertvolle Chance zur Selbsterkenntnis und zur Persönlichkeitsentwicklung vertun. Davon abgesehen ist Narzissmus eine Krankheit und von daher kommt man hier mit Schuldzuweisungen kaum weiter, es geht vielmehr darum Verantwortung für den eigenen Heilungsweg zu übernehmen. Wut, Trauer, Enttäuschung, Fassungslosigkeit und ähnliche emotionale Zustände, die man durchlebt, wenn man die Erfahrung eines narzisstischen Missbrauchs gemacht hat, sind vollkommen verständlich und sie sind die logische Konsequenz einer solchen Erfahrung. Derartige Erfahrungen sind, wie gesagt, aber auch eine Chance große Fortschritte auf dem eigenen Entwicklungsweg zu machen.   


Echo geht in die Opposition zu Narziss

Interessanterweise gibt es in der Astrologie nicht nur den Asteroid Narcissus, der nach der mythologischen Figur des Narziss benannt wurde, es gibt auch sein mythologisches Pendant, den Asteroid Echo. Während Narcissus durch den Löwen läuft und hier im Dezember 2019 rückläufig wird, läuft Echo passenderweise durch das Oppositionszeichen Wassermann. Da der Wassermann uns zur größtmöglichen Distanz verhilft und da wir im Wassermann, im Zeichen des Wissenschaftlers, eine Beobachterposition einnehmen können und die Dinge, ohne emotional involviert zu sein, wie ein Wissenschaftler analysieren können, bietet uns dieser Transit die große Chance zu einem "wissenschaftlichen Durchbruch" im Zusammenhang mit dem Thema Narzissmus. Der Oppositionsaspekt ermöglicht eine direkte Sicht auf das Thema, er beinhaltet aber auch die Gefahr sich zum Teil der Dynamik zu machen, ohne den eignenen Anteil zu erkennen. Unter ungünstigen Bedingungen sieht man das Problem dann nur im Gegenüber, während man sich selbst dabei vergisst.  

Diejenigen, die sich in einer Beziehung mit einem narzisstisch gestörten Menschen verstrickt haben, erhalten durch diesen Transit nicht nur ausreichend Gelegenheiten sich aus dieser Verstrickung zu lösen, sondern sie können diese Erfahrung unter dem wissenschaftlichen Aspekt sozusagen als eine Art "Bildungsreise" ansehen und auf diese Art viel über sich selbst und über die menschlichen Abgründe lernen. Allerdings können die Objektivität, die emotionale Distanz und die Beobachterposition des Wassermanns auch Teil einer narzisstischen Verstrickung sein, nämlich indem man sich von seinen Gefühlen abtrennt und eine Dissoziation im psychologischen Sinn erlebt, was bei Opfern von narzisstischen Missbrauch häufig ein Thema ist. Dann kann es ähnlich sein wie bei dem berühmten Autounfall: er ist so schrecklich, aber man schaut wie gebannt hin! Sprich, man entwickelt eine Art Obsession mit dem Thema und anstatt den Fokus auf sich selbst zu lenken, die Aufmerksamkeit zu sich selbst zurückzunehmen und sich mit den eigenen Themen auseinanderzusetzen, beschäftigt man sich dann nur noch mit dem wie, wo und warum des Narzissten. Aufklärung über das Thema Narzissmus ist ein wesentlicher Beitrag, um sich vor solchen Erfahrungen zu schützen oder - wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist - um Heilung zu finden. Aber Aufklärung ist eben nur ein Teil, wesentlich wichtiger ist es sich die eigenen Themen anzuschauen und seine Energie und Zeit in seine Selbstheilung zu investieren.    

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In diesem Vollmond Text habe ich, aufgrund der starken Besetzung des Löwe-Zeichens und aufgrund der Tatsache, dass der Asteroid Narcissus ausgerechnet zum Vollmond den Löwen betritt, den Fokus auf das Thema Egozentrik und Narzissmus gelegt. Ich halte das Thema aus den erwähnten Gründen für ein gesellschaftliches, im Grunde, für ein menschliches Problem. Wann immer wir versuchen uns ehrlich mit dem Thema Liebe auseinanderzusetzen, werden wir feststellen, dass menschliche Liebe häufig narzisstische Züge hat, angefangen bei einer selbstbezogenen Liebe, die viele Eltern zu ihrem Kind haben.

Mit diesem Text möchte ich Euch dazu anregen Euch Eure eigenen Gedanken zu machen und Euch zu fragen, wie Ihr Eure Liebe erlebt und wie viel Erfüllung Ihr bisher in Eurem Liebesleben gefunden habt: in der Liebe zu Euch selbst, in der Liebe zu anderen Menschen, in der Liebe zu Tieren, in der Liebe zur Natur, in der Liebe zu Eurer Arbeit, in der Liebe zu Euren Lieblingsbeschäftigungen und in der Liebe zu dem, was über all das hinausgeht und was als die Liebe zum Göttlichen bezeichnet werden kann.

Wenn Ihr Euch auch für andere Aspekte des Vollmonds im Wassermann interessiert, könnt Ihr Euch gerne mein Vollmond im Wassermann Video anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=8iA-OikSB-w


Viele liebe Grüße mit den Sternen

Lia


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Video: Vollmond im Wassermann ♒15.08.2019: Gemeinschaftsbewusstsein stärken ❣


Donnerstag, 8. August 2019

Die Perseiden - Sternschnuppennächte

Bild: Perseiden, Martin Mark




Zwischen dem 17. Juli und dem 24. August eines jeden Jahres regnen die „Tränen des Laurentius“ vom Himmel. Um diese Jahreszeit ist eine besonders hohe Aktivität am Nachthimmel zu beobachten: es regnet Sternschnuppen. Alljährlich erreicht der Meteorstrom um den 12. August sein Maximum, so dass wir mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit mindestens eine Sternschnuppe zu sehen bekommen. Je nach der Umgebung, in der wir uns aufhalten, ist es wahrscheinlicher einen Blick auf den Sternschnuppenschwarm zu erhaschen oder eben unwahrscheinlicher. In ländlichen Gegenden, fernab vom Licht der Großstädte oder an unbeleuchteten Meeresufern kann man den Sternschnuppenschauer besonders gut beobachten. Wer den Perseidenstrom beobachten möchte, sollte sich in der Nacht vom 12. zum 13. August also irgendwo aufhalten, wo es möglichst wenig künstliche Lichteinflüsse gibt. Nachteulen und Frühaufsteher haben die besten Chancen einen Blick auf die Sternschnuppen zu erhaschen, denn zwischen 2h und 4h morgens ist die Wahrscheinlichkeit mindestens einen der himmlischen Leuchtstreifen zu erblicken besonders hoch. Wer sich beim Anblick einer Sternschnuppe etwas wünschen will, sollte, nach altem Sternschnuppenbrauch, seinen Wunsch stillschweigend formulieren, ihn also nur in Gedanken aussprechen.

Als Astrologin interessiere ich mich besonders für die mythologischen Hintergründe von Himmelsereignissen. Von daher möchte ich mich im Folgenden der Frage widmen welcher mythologischen Gestalt die Perseiden ihren Namen zu verdanken haben. Obwohl der hochsommerliche Meteorschauer schon vor ungefähr 2000 Jahren in China beobachtet wurde, wird dieses Naturschauspiel erst seit dem Jahr 1835 als Perseidenstrom bezeichnet. Damals verfasste der belgische Astronom Adolphe Quetelet einen Bericht über den Meteorschauer. Da Quetelet den Ursprung des Meteorschauers im Sternbild Perseus vermutete, wird das Himmelsspektakel seitdem als Perseiden bezeichnet. Man könnte diese Bezeichnung frei übersetzen mit „die Kinder des Perseus“, weil auch die Nachkommen des mythologischen Helden Perseus als Perseiden bezeichnet werden. 

Die Perseiden werden, wie eingangs erwähnt, auch als „Laurentiustränen“ bezeichnet, denn ein europäischer Volksglaube besagt der Diakon Laurentius von Rom würde, aufgrund eines großen Unrechts, das einst geschah, alljährlich bittere Tränen weinen, die seitdem jedes Jahr um die gleiche Zeit als helle Lichtstreifen am Nachthimmel zu beobachten sind. Der römische Kaiser Valerian ließ den damaligen Papst, Sixtus den II., am 06. August 258 hinrichten, samt sechs seiner engsten Vertrauten. Vier Tage später, am 10. August 258, wurde dann auch Laurentius von Rom hingerichtet, man nimmt an er starb durch Enthauptung. Laurentius von Rom gilt seit jener Zeit als Märtyrer und weil alljährlich um den Gedenktag des Sankt Laurentius der Sternschnuppenstrom der Perseiden auftritt, bezeichnet man diese Himmelserscheinung im Volksmund als die "Tränen des Laurentius“. Von Jahr zu Jahr gibt es minimale Abweichungen den Höhepunkt des Perseidenstroms betreffend. In diesem Jahr findet der Höhepunkt des Sternschnuppenregens in der Nacht vom 12. zum 13. August statt.


Anhand der dramatischen Zusammenhänge lässt sich bereits erkennen, dass die Perseiden nicht nur mit positiven Ereignissen in Verbindung stehen. Auch die Mythen, die sich um das namensgebende Sternbild Perseus ranken, erzählen von grausigen Bluttaten und von anderen dramatischen Geschehnissen.

Perseus ist einer der berühmtesten Helden der griechischen Mythologie. Er ist der Sohn des göttlichen Zeus (römisch und astrologisch Jupiter) und seine Mutter war die schöne Danae. Perseus war väterlicherseits also göttlicher Abstammung, während seine Mutter eine sterbliche Königstochter war. König Akrisios, der Vater von Danae, sperrte seine Tochter ein, um zu verhindern, dass sie geschwängert werden würde und einen Sohn gebären würde, denn Akrisios war prophezeit worden, dass er eines Tages von seinem eigenen Enkel getötet werden würde. 

Zeus, der Gott der Götter, war bekannt für seine brennende Liebe zum weiblichen Geschlecht und als oberster Gott lagen ihm die schönsten Frauen der Antike zu Füßen. Ob göttlich oder sterblich, Zeus Leidenschaft für schöne Frauen wurde leicht entflammt und er zeugte zahllose Nachkommen mit unzähligen göttlichen und sterblichen Damen. Zeus hatte aber nicht immer nur ein leichtes Spiel in der Damenwelt, denn er hatte einen erlesenen Geschmack und er interessierte sich manches mal auch gerade für die Damen, die selbst für einen Gott wie ihn schwer zu erreichen waren, so wie auch für die unter Verschluss gehaltene Danae. Da er Danae aufgrund ihrer Gefangenschaft nicht direkt begatten konnte, verwandelte er sich in einen Goldregen und schwängerte die schlafende Danae in dieser Gestalt. Das Kind, das aus dieser Begattung hervorging, war Perseus. 


Danae wird begattet von Zeus in Gestalt eines Goldregens, Bild: Public Domain


König Akrisios liebte seine Tochter zwar, aber aus Angst vor der Erfüllung der Prophezeiung verfrachtete er Danae und seinen Enkelsohn in eine Kiste, setzte sie auf dem Meer aus und überließ beide einem ungewissen Schicksal. Mit der Hilfe seines Bruders Poseidon (römisch und astrologisch Neptun), dem Meeresgott, griff Zeus in das Schicksal von Mutter und Sohn ein und so konnten beide dem Tod entrinnen. Perseus wuchs heran, er wurde durch seine zahlreichen Heldentaten bald zum gefeierten Heroen und sollte eine zentrale Rolle in der griechischen Mythologie einnehmen. 




Perseus und Danae, Public Domain



Eine der bekanntesten Heldentaten des Perseus ist die Tötung der berühmt berüchtigten Gorgone Medusa. Die Gorgonen waren drei geflügelte Schreckensgestalten in der griechischen Mythologie, die anstelle von Haupthaaren mit Schlangenhaaren versehen waren. Der Blick einer Gorgone galt als so furchterregend, dass er sogar tödlich war, denn jeder, der einer Gorgone direkt in die Augen blickte, erstarrte zu Stein. Über Medusa, der einzig sterblichen der drei Gorgonen, wurde in der späteren Entstehungsgeschichte der Mythologie erzählt, dass sie einst eine wunderschöne und betörende junge Frau gewesen sei. Den späteren Erzählungen zufolge wurde die schöne Medusa eines Tages von der Göttin Pallas Athene in einem ihrer Tempel mit Poseidon beim Liebesspiel entdeckt. Obwohl einige mythologische Quellen besagen, dass sich der Meeresgott Medusa mit Gewalt nahm, sie also keine Schuld an dem Frevel traf, war die jungfräuliche Pallas Athene über die Entweihung ihres Tempels derart erbost, dass sie die schöne Medusa in ein hässliches Ungeheuer mit Schlangenhaaren, schrecklichen Zähnen, glühenden Augen und entblößter Zunge verwandelte, deren Anblick von da an jeden zu Stein erstarren lassen sollte. Aufgrund dieses Zaubers war es auch für die mutigsten, stärksten und geschicktesten Männer der Antike unmöglich die Medusa zu töten. Perseus sollte es jedoch mit einer List und mit der Hilfe der Göttin Pallas Athene eines Tages gelingen die Medusa zu töten. Perseus näherte sich der schlafenden Medusa und als diese erwachte, benutzte er das berühmte Schild der Pallas Athene als Spiegel. Auf diese Weise konnte er Medusa im Spiegel sehen ohne ihr jedoch direkt in die Augen schauen zu müssen und so brachte er es fertig die unglückliche Kreatur zu töten. Aus der klaffenden Wunde am Hals der schrecklichen Medusa entstieg dann das sagenhafte geflügelte Ross Pegasus. 




Medusa von Caravaggio, Public Domain

Dies ist nur eine von vielen Geschichten, die Perseus zum gefeierten Helden in den griechischen Mythen machten. Eine weitere ist die Befreiung der Andromeda, in die sich der große Held unsterblich verlieben sollte. Die schöne Andromeda hatte interessanterweise ein etwas ähnliches Schicksal wie Perseus eigene Mutter. Auch sie war eine sterbliche Königstochter, die aufgrund von den Problemen ihrer Eltern ein schweres Schicksal erleiden sollte. Andromeda war die Tochter des äthiopischen Königs Kepheus und der Kassiopeia. Während Perseus Mutter Danae für ihren Vater hinhalten musste, sollte Andromeda für ein Vergehen ihrer Mutter büßen, denn Kassiopeia hatte sich erdreistet zu behaupten, dass sie schöner sei, als die Nereiden. Die Nereiden waren liebliche Meeresnymphen, die für ihre Schönheit bekannt waren und deren Aufgabe darin bestand Schiffbrüchige vor dem Ertrinken zu beschützen und Seemänner mit ihren unterhaltsamen Spielereien das einsame Leben auf dem Meer zu verschönern. Die Nereiden waren Begleiterinnen des Meeresgottes Poseidon. Poseidon hörte von der dreisten Behauptung Kassiopeias und er wollte diese Beleidigung nicht auf sich sitzen lassen. Er war so erzürnt über die Herabwürdigung seiner Gespielinnen, dass er das Meeresungeheuer Ketos aussandte und eine furchtbare Flut über das Land ergehen ließ. König Kepheus wusste das Land nicht gegen die Flut und gegen das Ungeheuer zu schützen und so suchte er einen Seher auf, um eine Lösung zu finden. Auf Anraten des Sehers wurde Andromeda an einen Felsen am Meeresrand gekettet. Sie sollte dem Seeungeheuer geopfert werden und so das Land von der Plage befreien. 
 


Perseus und Andromeda, Public Domain



Perseus erblickte die an den Felsen gekettete Andromeda und hielt sie zunächst für eine Statue, da sie so schön und so regungslos wie in Stein gemeißelt war. Nur das Wehen ihres Haares im Winde und eine vergossene Träne auf ihrer Wange verrieten ihm, dass es sich um eine lebendige, junge Frau handelte. Es war sogleich um ihn geschehen und er verliebte sich auf der Stelle in Andromeda. Andromedas Eltern hatten dem Opfer ihrer Tochter in ihrer Verzweiflung zugestimmt, da sie sich keinen anderen Rat mehr wussten, um das Land vor der Überflutung und vor dem schrecklichen Ungeheuer zu retten. Aber sie hofften bis zuletzt auf ein Wunder und bangten in der Nähe des Felsens, an den Andromeda gekettet war, um das Leben ihrer geliebten Tochter. Als das Ungeheuer die Schöne zu verschlingen drohte, bot sich Perseus an die junge Königstochter zu befreien, wenn er sie zu seiner Frau machen könnte. Die verzweifelten Eltern versprachen dem Helden nicht nur die Hand ihrer Tochter, sondern sie boten ihm zudem ihr ganzes Königreich an. Durch die Macht der Liebe gestärkt stürzte sich Perseus auf das Ungeheuer. Der Held konnte das Untier töten, das Leben der Andromeda retten und die schöne Königstochter schließlich zu seiner Frau machen.

Es gibt noch viele andere Mythen, die von Perseus Heldentaten erzählen. Vielleicht konnte ich mit diesen Ausschnitten Euer Interesse an den alten Mythen wecken und vielleicht habt Ihr Lust mehr darüber nachzulesen. Vielleicht inspirieren Euch diese Erzählungen auch dazu am 13. August früh morgens aufzustehen, damit Ihr Euch die Perseiden anschauen könnt und Euch beim Anblick einer Sternschnuppe etwas wünschen könnt...*)))


Viele liebe Grüße mit den Sternen

Lia 



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