Freitag, 16. August 2024

Vollmond im Wassermann ♒ 19.08.24 + Jupiter Quadrat Saturn 1. Akt + Merkur im Herzen der Sonne ♌


„Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht.“

Rosa Luxemburg


Bild: Ich & KI


Am 19.08.2024 erwartet uns ein Vollmond, der einer riesigen Wundertüte gleicht! Ich habe selten einen Vollmond gesehen, bei dem so viele entscheidende Aspekte aufeinandertreffen. Bevor ich auf die einzelnen Aspekte eingehe, möchte ich eine wichtige Botschaft vorausschicken. In diesen Wochen sollten wir verstärkt darauf achten bei uns zu bleiben. Jetzt ist es sehr wichtig, dass wir uns weder von einem gesellschaftlichen Hype, noch von einer Gruppendynamik, noch von einem einzelnen Menschen mitreißen lassen, solange wir uns nicht sicher sind, ob wir auf den Zug aufspringen wollen. Wenn wir uns momentan in einer Situation befinden, in der wir uns hin – und hergerissen fühlen, sollten wir uns erst mal Zeit nehmen, um Klarheit zu gewinnen, bevor wir uns auf etwas einlassen, das wir gar nicht wollen.

Die Sonne befindet sich auf 27° Löwe und das große Licht bildet eine Opposition zum Mond im gegenüberliegenden Wassermann. Uranus, der große Revoluzzer, Erneuerer und Befreier, bildet aus dem Stier jeweils einen Spannungsaspekt (Quadrat) zur Sonne im Löwen und zum Mond im Wassermann. Da die Quadrate exakt sind, haben sie eine besonders intensive Wirkkraft. Bei dieser Konstellation handelt es sich um ein T-Quadrat, eine Aspektfigur, die äußerst dynamisch ist, bei der man sich aber immer wieder um Stabilität bemühen muss. Ein T-Quadrat verleiht uns ein hohes Maß an Motivation und Leistungsfähigkeit, wir müssen uns aber auch vorsehen, dass wir unsere Energien nicht verschwenden oder sie auf eine destruktive Art zum Ausdruck bringen.



Vollmond 27° Wassermann, 19.08.2024, 20:25h MESZ


Ein T-Quadrat ist vergleichbar mit einem dreibeinigen Stuhl, der eigentlich für vier Beine konzipiert ist. Durch das fehlende vierte Bein entsteht ein Ungleichgewicht, das man immer wieder neu ausbalancieren muss. Bei dem T-Quadrat, das sich zum Vollmond bildet, liegt das fehlende „vierte Bein“ im Skorpion. Das Zeichen, in dem sich eigentlich das „vierte Bein“ befinden sollte, wird als der leere Raum bezeichnet und bei dieser Konstellation liegt der leere Raum im Skorpion. Der Skorpion ist das Zeichen der Intimität, der Privatsphäre, der Leidenschaft, der Hingabe und der tiefen Bindungen. Kein anderes Zeichen ermöglicht uns so tiefe Bindungen, wie der Skorpion. Im Skorpion geht es natürlich um zwischenmenschliche Bindungen, aber die totale Hingabe, die charakteristisch für den Skorpion ist, kann sich auch auf eine starke Identifikation mit dem eigenen Beruf oder mit einer bestimmten Lebensaufgabe beziehen.

Der leere Raum im Skorpion stellt uns vor die Frage, ob wir uns tief auf etwas oder jemanden einlassen können, ohne dabei obsessiv zu werden oder in eine Verstrickung zu geraten. Mit dem Skorpion im leeren Raum könnten wir jetzt erkennen, dass wir Angst haben uns wirklich tief auf jemanden einzulassen. Die Frage ist, ob wir uns eigentlich gerne mehr öffnen würden, uns aber aufgrund von schlechten Erfahrungen selbst blockieren oder ob unser Zögern berechtigt ist, weil uns etwas in unserem Inneren dazu auffordert langsamer und überlegter vorzugehen. Je nachdem wie wir gestrickt sind, können wir uns auch Hals über Kopf in den leeren Raum vom Skorpion stürzen und unseren Trieben die Führung überlassen. Wenn wir oft die Erfahrung machen, dass unsere Gefühle mit uns durchgehen und wir von einem Drama ins nächste schlittern, möchte uns diese Zeitqualität ausbremsen, damit wir uns die Zeit nehmen uns mit unseren eigenen Mustern auseinanderzusetzen.

Uranus, der Herrscher vom Wassermann, befindet sich im Brennpunkt dieses T-Quadrats, was bedeutet, dass der Fokus auf den Uranus-Themen liegt. Der Planet, der sich im Brennpunkt eines T-Quadrats befindet, symbolisiert einerseits den Schlüssel zum Erfolg, aber andererseits stellt er uns auch vor die Herausforderung die Eigenschaften dieses Planeten auf eine konstruktive Art zum Ausdruck zu bringen. Dieses T-Quadrat stellt uns vor die Aufgabe eine gesunde Balance zwischen Nähe und Distanz, Festhalten und Loslassen, Freiheit und Verbindlichkeit, Teambewusstsein und gesundem Egoismus herzustellen.

Uranus möchte uns dazu verhelfen emotionale Angelegenheiten mit einer gesunden emotionalen Distanz zu handhaben. Uranus ist ein intellektueller Planet, der uns dazu auffordert die Dinge mit einer forschenden Neugierde zu betrachten. Wenn wir uns emotional getriggert fühlen, können wir einen gesunden Abstand zu den intensiven Gefühlen gewinnen, indem wir ihnen mit einer ehrlichen Neugierde begegnen. Anstatt ein unangenehmes Gefühl zu unterdrücken und es dadurch zu verzerren und noch stärker an uns zu binden, können wir dem Gefühl Raum und Zeit geben sich uns mitzuteilen. Wenn wir uns klarmachen, dass Gefühle Botschafter sind, die uns auf unsere Bedürfnisse aufmerksam machen wollen, können wir auch unangenehmen Gefühlen mit Wertschätzung begegnen. Wir können ein Gefühl wahrnehmen und versuchen zu verstehen welche Bedürfnisse es uns mitteilen möchte. Wenn es sich um Gefühle handelt, die wir unangenehm finden, können wir versuchen den Gefühlen mit Entspannung zu begegnen. Wenn es uns gelingt schwierigen Gefühlen auf eine entspannte Art Raum zu geben, werden ihre Botschaften gehört und sie können sich auflösen.

Wenn Uranus auf eine unerlöste Art zum Ausdruck kommt, kann er sich in emotionaler Unberührbarkeit zeigen. Uranus hat einen direkten Bezug zu traumatischen Erfahrungen und wenn eine traumatische Erfahrung nicht aufgearbeitet wird, kann es zur Dissoziation; also zu einer Abspaltung und Entfremdung kommen. Im Extremfall hat man dann keinen Zugang zu seinen Gefühlen, man fühlt sich abgestumpft und taub. Auch hier kommt der leere Raum im Skorpion ins Spiel, denn im Skorpion geht es um eine tiefgreifende Transformation, die dadurch zustande kommt, dass man sich seiner unbewussten Muster bewusst wird. Wenn wir die abgespaltenen Anteile unserer Selbst nach und nach integrieren, wird die Lebensenergie freigesetzt, die durch die traumatische Erfahrung sozusagen eingefroren wurde. Wenn wir diese abgespaltenen Teile heimholen, fühlen wir uns im wahrsten Sinn wie ein neuer Mensch.


Jupiter-Saturn-Quadrat - Erster Akt

Der größte Aspekt, der zum Vollmond exakt wird, ist ein Spannungsaspekt (Quadrat) zwischen Jupiter in den Zwillingen und Saturn in den Fischen. Dieses Quadrat ist der größte Aspekt, der sich zum Vollmond bildet, weil er in einen längeren Zyklus eingebunden ist und weil wir es mit einem dreimaligen Übergang zu tun haben. Das erste exakte Quadrat findet am 19.08.2024 statt, wenn sich Jupiter auf 17° Zwillinge befindet und Saturn auf 17° Fische. Das zweite exakte Quadrat findet am 24.12.2024 statt, wenn sich Jupiter auf 14° Zwillinge befindet und Saturn auf 14° Fische. Das dritte und letzte exakte Quadrat findet am 15.06.2025 statt, wenn sich Jupiter auf 1° Krebs befindet und Saturn auf 1° Widder.

Diese Quadrate sind wichtige Meilensteine in einem zwanzigjährigen Zyklus, der im Winter 2020 begonnen hat und im Herbst 2040 endet. Am 21.12.2020 hat Jupiter eine Konjunktion zu Saturn auf 00°29' Wassermann gebildet. Mit dieser Konjunktion wurde ein neuer Zyklus eingeleitet, der bis zur nächsten Jupiter-Saturn-Konjunktion dauert, die am 31.10.2040 auf 17° Waage stattfindet. In der Astronomie und in der Astrologie spricht man von der „großen Konjunktion“, wenn Jupiter und Saturn ungefähr alle 20 Jahre aufeinandertreffen. Die große Konjunktion markiert den Zeitpunkt, an dem die neuen Samen gesät werden, die in den nächsten 20 Jahren zur Blüte kommen. Das erste Jupiter-Saturn-Quadrat, das sich jetzt zum Vollmond bildet, ist der erste große Test in diesem zwanzigjährigen Zyklus.


Erstes Quadrat Jupiter in Zwillinge & Saturn in Fische, 19.08.2024, 23:46h MESZ


Während Jupiter Wachstum symbolisiert, geht es bei Saturn um Beschränkung. Wachstum und Beschränkung klingen erst mal widersprüchlich, tatsächlich müssen wir uns aber sehr oft einschränken, um wachsen zu können. Wenn wir beruflich expandieren wollen, müssen wir in unserem Privatleben Einschränkungen in Kauf nehmen, weil wir mehr Zeit, Geld und Energie für unser berufliches Wachstum brauchen. Wenn wir uns in einem bestimmten Fachbereich spezialisieren wollen, müssen wir uns auf diesen Bereich beschränken, wir können uns also nicht intensiv in andere Bereiche einarbeiten, weil wir nur eine begrenzte Zeit und Aufnahmefähigkeit haben, die wir brauchen, wenn wir in unserem Fachbereich weit kommen wollen. Wenn wir ein Kind bekommen, müssen wir uns – zumindest vorübergehend – beruflich einschränken, um genug Zeit und Raum für das Kind zu haben. So ziemlich jede Art von Wachstum geht mit Beschränkungen einher. Von daher stellt uns diese Zeitqualität vor die Frage in welchen Bereichen wir jetzt Wachstum anstreben und welche Begrenzungen wir dafür in Kauf nehmen müssen.

Jupiter in den Zwillingen stimuliert unsere Kontaktfreude, er steigert unser Bedürfnis nach Kommunikation und er regt unseren Wissensdurst an. Saturn stellt uns immer vor die Frage welchen Nutzen etwas hat und welche langfristigen Konsequenzen damit verbunden sind. Man kann unzählige Kontakte haben und sich trotzdem einsam fühlen, wenn die vielen Kontakte oberflächlicher Natur sind. Man kann den ganzen Tag reden und doch nichts von Bedeutung sagen, wenn die Worte nicht auf einer gelebten Wirklichkeit basieren. Man kann eine große Menge an Informationen aufnehmen, aber wenn man die Informationen nicht verarbeitet und nichts mit ihnen anfängt, nützen einem die Informationen wenig.

Das Quadrat zwischen Jupiter und Saturn stellt uns vor die Frage, ob wir in bestimmten Bereichen jetzt mehr auf Qualität, statt auf Quantität setzen wollen. Es spricht überhaupt nichts dagegen, dass wir uns entertainen lassen und natürlich muss nicht jedes Gespräch tiefgründig sein oder ein bestimmtes Ziel verfolgen. Aber wenn wir feststellen, dass wir zu viel Zeit und Energie in oberflächliche Kontakte und nichtssagende Gespräche investieren, gibt uns Saturn jetzt das entscheidende Zeichen, das uns dazu auffordert auf die Bremse zu treten, damit wir unsere Ressourcen für etwas nutzen, das uns eine tiefere Befriedigung gibt.

Vielleicht gehören wir aber auch zu den Menschen, die unter einer Überdosis Saturn leiden. Vielleicht sind wir sehr streng mit uns, gönnen uns nur selten Spaß, sind übervorsichtig und müssen immer alles unter Kontrolle haben. Vielleicht haben wir einen sehr negativen Blick auf die Dinge und begrenzen uns dadurch in unseren Möglichkeiten und in unserer Lebensfreude. Wenn wir zu den Menschen gehören, die ein Zuviel an Saturn haben, möchte uns diese Zeitqualität dazu verhelfen die Zügel etwas zu lockern und liebevoller und nachsichtiger mit uns zu sein.

Interessanterweise ist Venus, der Beziehungs- und Werteplanet, direkt an dem ersten Jupiter-Saturn-Quadrat beteiligt. Venus bildet aus der Jungfrau eine Opposition zu Saturn in den Fischen und ein Quadrat zu Jupiter in den Zwillingen. Wir dürften in diesen Wochen sehr deutlich erkennen, ob wir uns auf dem richtigen Weg befinden oder ob wir in letzter Zeit zu unüberlegt mit unseren Ressourcen umgegangen sind. Wenn Letzteres auf uns zutrifft, kann diese Zeitqualität zwar mit einer gewissen Ernüchterung einhergehen, aber schon bald werden wir dankbar sein, dass wir die Bremse gezogen haben, bevor wir uns zu sehr verausgaben.


Merkur im Herzen der Sonne

Ausgerechnet zum Vollmond im Wassermann bildet der rückläufige Merkur eine exakte Konjunktion zur Sonne im Löwen. Während jeder Rückläufigkeitsphase von Merkur kommt es zu einer Sonne-Merkur-Konjunktion, aber dadurch, dass die Konjunktion ausgerechnet zum Vollmond zustande kommt, wird ihre Wirkkraft um einiges verstärkt. Der Zeitpunkt, an dem der rückläufige Merkur die Konjunktion zur Sonne bildet, ist der „magische Moment“ während der Rückläufigkeitsphase des „Götterboten“. Merkur befindet sich hier sozusagen unter dem Schutz der Sonne, das große Licht gibt dem Kommunikations- und Handelsplaneten Kraft und Klarheit. Die enge Verbindung zwischen Merkur und der Sonne kann uns zu tiefen Einblicken und bedeutenden Erkenntnissen verhelfen. Die typischen Merkur-Themen, wie Sprechen, Zuhören, Schreiben, Lernen und logisches, strategisches Denken, sind unter diesen Einflüssen besonders effektiv. Wenn wir in einem der genannten Merkur-Bereiche etwas Wichtiges vorhaben, sollten wir es – wenn möglich – am 19. August erledigen.


Rückläufiger Merkur Konjunktion Sonne, 19.08.2024, 03:58h MESZ


Wenn wir zu den Menschen gehören, die persönlich von diesem Vollmond berührt werden, können wir jetzt einen großen Durchbruch erleben. Wir können uns in diesen Wochen von etwas befreien, das uns sehr belastet oder eingeengt hat. Für einige von uns kann die Befreiung, zu der uns Uranus verhelfen will, auch darin liegen, dass wir jetzt den Mut haben etwas zu tun, was wir eigentlich schon lange tun wollten, uns bisher aber nicht getraut haben. Ein Vollmond markiert immer den Höhepunkt von einem Zyklus. Ein Vollmond intensiviert Gefühle und er verstärkt Beziehungsdynamiken, positiv, wie negativ. Durch den Vergrößerungseffekt, den ein Vollmond hat, kann uns plötzlich etwas bewusst werden, das wir zuvor nur diffus oder ausschnittweise wahrnehmen konnten. Wenn wir in diesen Wochen keinen großen Durchbruch erleben, dürfte uns dieser Vollmond zumindest ein bedeutendes Aha-Erlebnis bescheren.


Viele liebe Grüße mit den Sternen ✨

Lia


Wichtige langfristige Themen der astrologischen Zeitqualität:


Jupiter in den Zwillingen 26.05.2024 - 09.06.2025:

Jupiter in den Zwillingen ♊ 26.05.24 - 09.06.25: Aller Anfang ist das Wort - YouTube

Uranus Konjunktion Fixstern Algol:

Uranus-Algol-Konjunktionen 2024-2025: Versöhnung mit Medusa? - YouTube

Saturn in den Fischen 2023 - 2026:

Saturn in den Fischen ♓07.03.2023 - 14.02.2026: SEELENWERKE 🙏 - YouTube

Pluto im Wassermann 2023 - 2044:

Pluto im Wassermann ♒ 2023-2044: Jetzt sind WIR dran! - YouTube

Sonne-Venus-Zyklus 2022 - 2130: Schütze was Dir lieb & teuer ist:

Sonne-Venus-Zyklus 2022 - 2130

Mondknoten in Widder-Waage 2023 - 2025:

Karma-Astrologie: Mondknoten auf der Beziehungsachse Widder ♈ / ♎ Waage 17.07.23 - 12.01.25 - YouTube

Uranus im Stier ♉ 2018 - 2026: 

Symbolsysteme: Uranus im Stier 2018 bis 2026

Chiron im Widder ♈ 2018 - 2027:

Symbolsysteme: Video: Chiron im Widder April 2018 bis April 2027: Heilung ist in Dir


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Vollmond im Wassermann ♒ 19.08.24 + Jupiter Quadrat Saturn 1. Akt + Merkur im Herzen der Sonne ♌

Donnerstag, 1. August 2024

Neumond in Löwe ♌ 04.08.24 & Rückläufiger Merkur in Jungfrau ♍ - ♌ Löwe

                     
                         

Neumond in Löwe ♌ 04.08.24 & Rückläufiger Merkur in Jungfrau ♍ - ♌ Löwe



„Versuch's und steck einen Esel in eines Löwen Haut, 

es schreit doch immer daraus des Esels Laut.“ 

Frank Schätzing


Bild: Ich & KI


Am 04.08.2024 erwartet uns ein Neumond im Löwen, der mehrere sehr vielversprechende Aspekte zu anderen Himmelskörpern bildet. Die Sonne befindet sich in ihrem Domizil, sie ist im Löwen zu hause, von daher steht das große Licht in seinem eigenen Zeichen besonders stark. Ein Neumond im Löwen fordert uns dazu auf uns mit unserer „inneren Sonne“, dem Zentrum unserer Lebenskraft zu verbinden. Der Löwe fragt uns wofür wir brennen und was uns in Begeisterung versetzt. Zu wissen, was unser inneres Feuer entfacht und dieses Feuer dauerhaft am brennen zu halten, ist nicht immer einfach. Die aktuelle Weltlage sieht nicht gerade rosig aus und wenn wir von den kollektiven Geschehnissen berührt werden, kann es durchaus sein, dass wir nicht allzu optimistisch in die Zukunft blicken. Vielleicht sind wir momentan aber auch sehr zufrieden und haben fast schon ein schlechtes Gewissen unser Glück zu leben, weil so viel Unglück um uns herum geschieht. Entscheidend ist, dass wir ehrlich zu uns sind. Wenn wir unzufrieden sind, darf das sein und wenn wir zufrieden sind, darf das auch sein. Der Löwe will unsere Authentizität stärken und authentisch können wir nur sein, wenn wir ehrlich zu uns sind. Das Licht, um das es im Löwen geht, entsteht dadurch, dass wir zu uns stehen und für uns da sind, in Licht- und in Schattenzeiten. Wenn wir uns allerdings über einen längeren Zeitraum niedergeschlagen fühlen und den Eindruck haben, dass wir uns in einer Abwärtsspirale befinden, sollten wir uns Hilfe suchen. Im Löwen geht es um unseren Stolz, von daher ist es hier wichtig zwischen echter Würde und falschem Stolz zu unterscheiden. Wenn es uns dreckig geht und wir zu stolz sind Hilfe in Anspruch zu nehmen, handelt es sich um eine ungesunde Form von Stolz. Mit dieser Art von Stolz schaden wir uns nur selbst. Im Löwen geht es aber darum uns selbst lieben zu lernen und andere um Unterstützung zu bitten, wenn wir alleine nicht vorankommen, ist ein Akt der Selbstliebe.

Im Löwen geht es um unsere ganz persönlichen Anlagen und ureigenen Talente, also um das, was uns in die Wiege gelegt wurde. Wann immer wir voll in unserem Element sind, sind wir mit der Löwe-Kraft verbunden. Hierbei kann es sich um ein kreatives Talent handeln, es kann sich aber auch um eine Veranlagung handeln, die so sehr zu unserer Natur gehört, dass wir sie nicht wirklich zu schätzen wissen. Vielleicht haben wir eine natürliche Begabung die Stimmung zu heben und anderen ein gutes Gefühl zu vermitteln. Vielleicht sind wir sehr fokussiert und können uns gut konzentrieren. Vielleicht sind wir besonders aufmerksam, wodurch andere sich von uns wahrgenommen fühlen. Vielleicht können wir sehr scharf beobachten und schnell zum Kern einer Sache vordringen...

Der Neumond im Löwen möchte uns mehr mit uns selbst in Kontakt bringen und er fordert uns dazu auf unseren individuellen Anlagen und Talenten mehr Wertschätzung entgegenzubringen. Wir können viel über die astrologische Bedeutung eines Tierkreiszeichens erfahren, wenn wir uns das Tier anschauen, dem das Sternzeichen gewidmet wurde. Jeder Löwe hat eine einzigartige Stimme, tatsächlich ist das Gebrüll eines Löwen ebenso einzigartig wie der Fingerabdruck eines Menschen. Auch die Mähne und die Zeichnung eines Löwen sind absolut individuell. Der Löwe möchte unser Individualitätsbewusstsein stärken und uns bewusst machen, dass es jeden von uns nur ein einziges Mal gibt. Alles, was einzigartig ist, ist kostbar und eben diese Kostbarkeit möchte uns der Löwe bewusst machen. Wenn wir uns darüber bewusst sind, dass wir alle einzigartig sind, vergleichen wir uns nicht miteinander und wir haben kein Bedürfnis anderen nachzueifern. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir uns nicht gegenseitig inspirieren können. Wir können uns annehmen, wie wir sind und wir können uns gleichzeitig darüber bewusst sein, dass wir uns in bestimmten Bereichen weiterentwickeln wollen. Löwen sind die einzigen Raubkatzen, die in Rudeln leben. Im Gegensatz zu anderen Großkatzen haben Löwen ein sehr anspruchsvolles und vielfältiges Sozialleben. Von daher möchte uns der Löwe bewusst machen wie wichtig es für unser allgemeines Wohlbefinden ist, dass wir uns mit den richtigen Menschen umgeben und dass wir unsere Beziehungen pflegen.

In Neumondnächten sind Löwen in Hochform, denn in den dunklen Nächten ohne Mondlicht sind die Großkatzen vielen anderen Tieren überlegen. Aufgrund ihrer hervorragenden Nachtsicht, verläuft die Jagd für Löwen in Neumondnächten in der Regel besonders erfolgreich. Für uns bedeutet das, dass uns der Neumond im Löwen die besten Voraussetzungen bietet etwas zu entdecken, das uns bisher entgangen ist. Ein Neumond markiert immer den Beginn von einem neuen Mondzyklus. Die Sonne und der Mond gehen eine enge Verbindung ein und die beiden großen Lichter befruchten sich gegenseitig. Ein Neumond unterstützt uns darin ein neues Kapitel aufzuschlagen und etwas hinter uns zu lassen, das uns belastet oder das wir für unseren weiteren Weg nicht mehr brauchen. Von daher eignet sich ein Neumond immer sehr gut zum Loslassen und Ausmisten.


Belastungsproben

Obwohl der Löwe-Neumond sehr günstig aufgestellt ist, kann der August 2024 einigen Staub aufwirbeln, denn in diesem Monat sind viele Beziehungen einer Belastungsprobe ausgesetzt. Kurz vor dem Neumond, genauer gesagt am 02.08.2024, bildet Venus im Löwen einen Spannungsaspekt (Quadrat) zu Uranus im Stier. Dieser Spannungsaspekt ist der erste große Test in dem Venus-Uranus-Zyklus, der am 18.05.2024 mit der Venus-Uranus-Konjunktion begonnen hat. Venus ist der Beziehungs- und Werteplanet. Die „göttliche Schöne“ symbolisiert all das, was uns wichtig ist, was wir wertschätzen und worauf es uns im Leben ankommt. Venus symbolisiert was wir schön finden und zu wem wir uns hingezogen fühlen. Uranus ist der große Revoluzzer, Erneuerer und Befreier. Wenn Venus einen Spannungsaspekt zu Uranus bildet, stehen unsere Beziehungen auf dem Prüfstand. Das Quadrat testet unsere Beziehungen auf ihre Substanz und es stellt uns vor die Frage, ob unterschiedliche Werte zu Spannungen in unseren Beziehungen führen oder ob sich unsere Werte gut ergänzen. Die Beziehungen, die eine solide Basis haben, werden von den Spannungsaspekten nicht negativ beeinflusst. Im Gegenteil, in stabilen Beziehungen können sich diese Einflüsse als eine angenehme Brise bemerkbar machen, die frischen Wind in die Beziehung bringt. Aber die Beziehungen, in denen schon seit einiger Zeit der Wurm drin ist, sind jetzt einer Belastungsprobe ausgesetzt.

Wenn wir uns in einer Beziehung befinden, in der unsere Bedürfnisse nicht befriedigt werden, stehen wir vor der Frage, ob wir besser getrennte Wege gehen sollten oder ob es möglich ist eine andere Haltung zueinander einzunehmen. Ein Liebespartner kann zu einem Freund werden und jemand, den wir eigentlich für einen Freund hielten, kann zu einem Bekannten werden. Von einem Partner erwarten wir etwas ganz anderes als von einem Freund und von einem Freund erwarten wir etwas ganz anderes als von einem Bekannten. Will heißen, Beziehungen werden jetzt neu definiert. Vielleicht müssen wir in diesen Wochen erkennen, dass wir jemanden zwar sehr mögen, aber dass dieser Mensch uns nicht das geben kann, worauf es uns wirklich ankommt. Wir können uns sehr zu einem Menschen hingezogen fühlen, aber wenn dieser Mensch unsere Bedürfnisse nicht befriedigen kann, ist eine Beziehung zu ihm kaum erfüllend. Wenn wir nicht akzeptieren, dass ein Mensch, den wir mögen, nicht über die Ressourcen verfügt, die uns wichtig sind, kann die Beziehung für beide sehr unbequem werden. Wenn wir uns zum Beispiel mehr Nähe von jemandem wünschen, die betreffende Person aber nicht dazu in der Lage ist mehr Nähe zuzulassen, wird die Beziehung für beide zu einer Belastung. Wenn wir einen Menschen, der nur ein bestimmtes Maß an Nähe zulassen kann, dazu bringen wollen sich mehr zu öffnen, vermitteln wir dieser Person das Gefühl irgendwie ungenügend zu sein und wir fühlen uns wahrscheinlich auch nicht gerade wohl in der Rolle des Kritikers oder Bittstellers. Wenn wir uns also in einer Beziehung befinden, in der ein essentielles Bedürfnis nicht befriedigt werden kann, stehen wir vor der Frage, ob wir diese Beziehung trotzdem weiterführen wollen, weil sie uns in anderer Hinsicht sehr viel gibt, ob wir die Beziehung jetzt neu definieren müssen oder ob wir uns besser ganz trennen sollten. Das große Thema im August 2024 ist die Neubewertung. Für diese Neubewertung sollten wir uns allerdings Zeit nehmen, denn kurz nach dem Neumond wird Merkur rückläufig und während einer Rückläufigkeitsphase von Merkur sollten wir – wenn möglich - keine weitreichenden Entscheidungen treffen. Auf den rückläufigen Merkur gehe ich gleich noch näher ein, vorher möchte ich aber erst mal die anderen Neumond-Aspekte besprechen.


Neumond 12°34' Löwe, 04.08.2024, 13:13h MESZ


Die Sonne und der Mond verbinden sich auf 12° Löwe und die beiden großen Lichter bilden ein anregendes Sextil zu Mars und zu Jupiter in den Zwillingen. Da sich hier die Elemente Feuer (Löwe) und Luft (Zwillinge) miteinander verbinden, handelt es sich um einen sehr leidenschaftlichen, energiegeladenen Neumond, denn Feuer und Luft intensivieren sich gegenseitig. Der Neumond bildet auch ein stabilisierendes Trigon zum aufsteigenden Mondknoten im Widder und ein anregendes Sextil zum absteigenden Mondknoten in der Waage. Diese Konstellationen bieten uns die Möglichkeit positive Veränderungen in unseren Beziehungen herbeizuführen, indem wir mehr zu uns stehen, mehr von uns zeigen und klar formulieren was wir wollen.


Rückläufiger Merkur in Jungfrau und Löwe

Diese Zeitqualität stellt uns vor die Frage, ob wir uns klar genug ausdrücken und ob wir gut genug zuhören, denn eine unklare Kommunikation kann viele Probleme in unseren privaten und beruflichen Beziehungen verursachen. Wie bereits erwähnt wird Merkur, der Kommunikations- und Handelsplanet, wenige Stunden nach dem Neumond rückläufig. Während seiner Rückläufigkeitsphase bewegt sich der „Götterbote“ zwischen den Zeichen Jungfrau und Löwe hin und her. Diese Rückläufigkeitsphase von Merkur eignet sich besonders gut für die Planung von kreativen Projekten, denn im Löwen geht es um Kreativität und in der Jungfrau geht es um die konkrete Umsetzung von Ideen. Wir können die Rückläufigkeitsphase von Merkur auch gut nutzen, um uns mit unserem Partner darüber auszutauschen wie wir besser zusammenarbeiten können. Bekanntlich reibt man sich oft an den kleinen Dingen und um eben diese kleinen Dinge geht es in der Jungfrau. In der Jungfrau geht es um die Frage wie wir unseren Alltag organisieren und wie gut wir in alltäglichen Situationen miteinander harmonieren. Wenn all die kleineren und größeren Dinge, die wir tagtäglich zu erledigen haben, weitestgehend reibungslos über die Bühne gehen, werden das Vertrauen und das Teambewusstsein in unserer Beziehung gestärkt, denn wir wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können. Wir müssen uns nicht darüber streiten wer die Kinder von der Schule abholt, wer einkaufen geht oder wie wir mit unserem gemeinsamen Budget umgehen. Wenn die Dinge, die zur Alltagsgestaltung gehören, nicht gut funktionieren, reichen große Gefühle nicht aus um eine Beziehung dauerhaft intakt zu halten.

Wenn Merkur rückläufig ist, werden wir auf eventuelle Problemquellen in unserer Kommunikation aufmerksam gemacht. Wenn wir z.B. dazu neigen über Unklarheiten in Gesprächen hinwegzusehen, können wir während der Rückläufigkeitsphase von Merkur signifikante Erlebnisse haben, die uns aufzeigen, dass wir uns selbst klarer ausdrücken müssen oder dass wir mehr nachhaken müssen, wenn andere sich unklar ausdrücken. Missverständnisse und andere Probleme im kommunikativen Bereich gehören zu den typischen Herausforderungen, mit denen uns ein rückläufiger Merkur konfrontieren kann.

Merkur wird am 05.08.2024 auf 4° Jungfrau rückläufig und am 28.08.2024 wird der „geflügelte Götterbote“ auf 21° Löwe wieder direktläufig. Am 17.07.2024 hat Merkur seinen Schatten betreten und am 12.09.2024 verlässt er seinen Schatten. Der Eintritt in den Schatten fand statt, als Merkur über den Grad gelaufen ist, auf den er im Zuge seiner Rückläufigkeitsphase zurückkehrt (21° Löwe) und der Austritt aus dem Schatten findet statt, wenn Merkur den Grad überquert, auf dem er am 05.08.2024 rückläufig wird (4° Jungfrau). Die gesamte Rückläufigkeitsphase von Merkur erstreckt sich also über die Zeit vom 17.07.2024 bis zum 12.09.2024. Oft bekommen wir in den Tagen, in denen Merkur seinen Schatten betritt, schon deutliche Hinweise auf die Themen, die während der Rückläufigkeitsphase von Merkur für uns im Vordergrund stehen. Von daher sollten wir uns jetzt die Ereignisse vom 17.07.2024 in Erinnerung rufen. Vielleicht ist an dem Tag etwas passiert, das uns schon jetzt Auskunft gibt welche Botschaft der rückläufige Merkur für uns bereithält.

Während seiner gesamten Rückläufigkeitsphase – inklusive der Schattenphase - bildet der Kommunikationsplanet drei Spannungsaspekte (Quadrate) zu Uranus im Stier und drei stabilisierende Aspekte (Trigone) zu Chiron im Widder (siehe Daten am Textende). Diese Rückläufigkeitsphase von Merkur kann einige Selbstverständlichkeiten in unseren Beziehungen infrage stellen, sie gibt uns aber auch die Möglichkeit mehr mit uns selbst in Kontakt zu kommen, indem wir jetzt klarer erkennen was wir wollen und was wir nicht wollen.

Die typischen Regeln, die man während einer Rückläufigkeitsphase von Merkur beachten sollte, spielen bei dieser Rückläufigkeitsphase eine besonders wichtige Rolle, denn die Spannungsaspekte, die Merkur zu Uranus bildet, erhöhen die Wahrscheinlichkeit von ungewöhnlichen Vorkommnissen im kommunikativen Bereich. Auch die für einen rückläufigen Merkur typischen technischen Probleme können durch die Spannungsaspekte potenziert werden. Da Merkur mit Verkehr, Transportmitteln und Reisen korrespondiert, kann es nun auch in diesen Bereichen vermehrt zu unvorhergesehenen Ereignissen kommen. Das bedeutet nicht, dass in den kommenden Wochen alles im Chaos versinkt; ein rückläufiger Merkur erfordert „nur“ einige Vorsichtsmaßnahmen. Wenn wir jetzt zum Beispiel verreisen wollen, sollten wir sicherheitshalber früher als sonst am Flughafen oder am Bahnhof sein und wir sollten uns rechtzeitig über eventuelle Reise- und Verkehrsstörungen informieren. Wenn wir während der Rückläufigkeitsphase von Merkur einen Vertrag unterzeichnen müssen, sollten wir uns das Dokument doppelt und dreifach durchlesen. Wenn wir dabei auf Punkte stoßen, die unklar sind, sollten wir uns nicht scheuen beim Vertragspartner nachzufragen oder einen Profi zu Rate zu ziehen.

Ein anderes Phänomen, das sich während einer Rückläufigkeitsphase von Merkur oft zeigt, ist, dass wir Menschen aus unserer Vergangenheit wieder begegnen. Sei es, dass wir uns unverhofft über den Weg laufen oder sei es, dass einer von beiden plötzlich das Bedürfnis hat wieder Kontakt aufzunehmen. Wenn der Kontakt wegen einem Streit oder wegen einem Missverständnis abgebrochen ist, steht höchstwahrscheinlich erst mal eine Aussprache an. Tatsächlich sind die Rückläufigkeitsphasen von Merkur besonders gut für Aussprachen geeignet. Ein rückläufiger Merkur fordert uns immer dazu auf ungeklärte Angelegenheiten aus unserer Vergangenheit aufzuklären und Unerledigtes zu erledigen. Für einige von uns kann das eine Aussprache bedeuten, andere von uns knüpfen jetzt vielleicht an ein altes Projekt an, das aus irgendeinem Grund ins Stocken geraten war und wieder andere von uns sind in dieser Zeit verstärkt mit Selbstreflexion und mit der Verarbeitung von wichtigen Ereignissen beschäftigt.

Die Rückläufigkeitsphasen von Merkur bringen uns auf die eine oder andere Art mit unserer Vergangenheit in Berührung. Wenn Merkur rückläufig ist, müssen wir in einem bestimmten Bereich den „Rückwärtsgang“ antreten. Bei einem Neumond hingegen geht es darum nach vorne zu schauen und Zukunftspläne zu schmieden. Dadurch, dass Merkur kurz nach dem Neumond rückläufig wird, können wir jetzt das Gefühl haben in zwei Richtungen gezogen zu werden, denn die Neumondenergien drängen uns nach vorne, während uns der rückläufige Merkur sozusagen in die Vergangenheit zurückzieht. Das muss aber kein Hindernis sein; im Idealfall nutzen wir Erfahrungen aus unserer Vergangenheit für unsere Gegenwart. Manchmal müssen wir bestimmte Erfahrungen mehrmals machen, um die Lernaufgaben zu verstehen, die mit den jeweiligen Erfahrungen verbunden sind. Viele von uns kennen solche „Wiederholungsschleifen“ wahrscheinlich aus ihren Beziehungen. Und da Beziehungen momentan im Fokus stehen, kann es durchaus sein, dass wir uns gerade in einer Beziehungssituation befinden, in der wir schon mehrmals waren. Diese Zeitqualität bietet uns die Möglichkeit für einen Durchbruch. Die Spannungsaspekte, die Merkur zu Uranus bildet, in Kombination mit den harmonischen Aspekten, die der Kommunikationsplanet zu Chiron bildet, können uns zu großen Wachstumssprüngen verhelfen. Tiefe Einsichten in die Zusammenhänge, können uns jetzt aus einer Wiederholungsschleife herauskatapultieren. Mehr Offenheit und Ehrlichkeit in unserer Kommunikation haben einen heilsamen Einfluss auf unsere Beziehungen, weil mehr Vertrauen entsteht. Auch wenn uns vielleicht nicht alles gefällt, was wir zu hören bekommen oder wenn wir selbst unangenehme Themen ansprechen müssen, wissen beide zumindest woran sie sind.

Dadurch, dass Merkur während seiner Rückläufigkeitsphase drei Quadrate zu Uranus bildet und dadurch, dass der Vollmond, der auf den Neumond im Löwen folgt, im Quadrat zu Uranus stattfindet, sollten wir in diesen Wochen auf das Unerwartete gefasst sein. Ein Joke unter Astrologen lautet „wenn Du weißt was kommt, ist es nicht Uranus“. Uranus kann plötzliche Wendungen in eine Situation bringen, die so ungewöhnlich sind, dass wir nie mit ihnen gerechnet hätten. Ein rückläufiger Merkur testet unsere Offenheit für neue Einsichten und unsere Fähigkeit bisherige Ansichten zu revidieren. Von daher erwartet diese Zeitqualität viel Offenheit, Flexibilität und Veränderungsbereitschaft von uns.


Viele liebe Grüße mit den Sternen ✨

Lia


Daten zur Rückläufigkeitsphase von Merkur:

17.07.2024, 05:52:34 MEZ/S Merkur betritt seinen Schatten 21°24´35´´ Löwe

05.08.2024, 06:56:02 MEZ/S Merkur wird rückläufig  04°06´10 Jungfrau

28.08.2024, 23:13:56 MEZ/S Merkur wird direkt 21°24´35 Löwe

12.09.2024, 01:50:35 MEZ/S Merkur verlässt seinen Schatten 04°06´10´´ Jungfrau


Merkur Quadrat Uranus:

22.07.2024, 00:21:00 MEZ/S Merkur Quadrat Uranus 26°32´47  Löwe / Stier 

18.08.2024, 11:46:40 MEZ/S Merkur Quadrat Uranus 27°10´17  Löwe / Stier (r/d)

07.09.202406:21:00 MEZ/S Merkur Quadrat Uranus 27°14´38  Löwe / Stier (d/r)


Merkur Trigon Chiron:

19.07.2024, 01:56:50 MEZ/S Merkur Trigon Chiron 23°30´33  Löwe / Widder 

23.08.2024, 14:20:40 MEZ/S Merkur Trigon Chiron 23°11´59  Löwe / Widder (r/r)

02.09.2024, 15:46:50 MEZ/S Merkur Trigon Chiron 22°55´36  Löwe / Widder (d/r)


Wichtige langfristige Themen der astrologischen Zeitqualität:


Jupiter in den Zwillingen 26.05.2024 - 09.06.2025:

Jupiter in den Zwillingen ♊ 26.05.24 - 09.06.25: Aller Anfang ist das Wort - YouTube

Uranus Konjunktion Fixstern Algol:

Uranus-Algol-Konjunktionen 2024-2025: Versöhnung mit Medusa? - YouTube

Saturn in den Fischen 2023 - 2026:

Saturn in den Fischen ♓07.03.2023 - 14.02.2026: SEELENWERKE 🙏 - YouTube

Pluto im Wassermann 2023 - 2044:

Pluto im Wassermann ♒ 2023-2044: Jetzt sind WIR dran! - YouTube

Sonne-Venus-Zyklus 2022 - 2130: Schütze was Dir lieb & teuer ist:

Sonne-Venus-Zyklus 2022 - 2130

Mondknoten in Widder-Waage 2023 - 2025:

Karma-Astrologie: Mondknoten auf der Beziehungsachse Widder ♈ / ♎ Waage 17.07.23 - 12.01.25 - YouTube

Uranus im Stier ♉ 2018 - 2026: 

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Freitag, 19. Juli 2024

Uranus-Algol-Konjunktionen 2024 - 2025: Versöhnung mit Medusa?

 


Algol A und Algol B



Am 20. Juli 2024 erwartet uns die erste von drei Konjunktionen, die Uranus, der große Revoluzzer, Erneuerer und Befreier, zu Algol bildet. Algol ist ein Fixstern, der in vielen Kulturen schon seit Jahrtausenden eine wichtige Rolle spielt. Nach dem, was überliefert ist, wurden Algol in früheren Zeiten fast ausschließlich negative Eigenschaften zugeschrieben. Der Stern wurde geradezu verteufelt, was sich noch heute in seiner landläufigen Bezeichnung zeigt, denn Algol wird der „Dämonenstern“ genannt. Die arabischen Astronomen, denen wir einen Großteil der Sternnamen zu verdanken haben, die wir heute noch gebrauchen, nannten diesen Stern Ra’s al Ghul, was so viel wie der „Kopf des Dämons“ bedeutet. Für die chinesischen Astronomen war Algol "Tseih She", was man mit „gestapelte Leichen" übersetzen kann. Was es mit diesen dramatischen Bezeichnungen auf sich hat und ob die extreme Wortwahl gerechtfertigt ist, bespreche ich in diesem Artikel.

Die erste exakte Uranus-Algol-Konjunktion findet am 20.07.2024 auf 26°30´ Stier statt. Die zweite exakte Uranus-Algol-Konjunktion findet am 14.10.2024 auf 26°31´ Stier statt. Die dritte und letzte exakte Uranus-Algol-Konjunktion findet am 04.05.2025 auf 26°30´ Stier statt. Da Uranus in einem 84 jährigen Zyklus durch den Zodiak läuft, handelt es sich um eine verhältnismäßig seltene Konjunktion. Die letzten Uranus-Algol-Konjunktionen fanden von 1940 bis 1941 statt (siehe Daten am Textende).

Die genannten Daten beziehen sich auf die Tage, an denen die Aspekte exakt sind, aber die Themen, die die Uranus-Algol-Konjunktionen für uns bereithalten, begleiten uns über einen längeren Zeitraum. In konzentrierterer Form wirken die Aspekte von Mitte Juni bis Anfang Dezember 2024 und von Anfang April bis Anfang Juni 2025 auf uns ein. Eine kurze Annäherung gibt es noch mal von Ende Januar bis Mitte Februar 2026, aber die Aspekte werden nicht mehr exakt. Wenn die langsam laufenden Planeten Aspekte bilden, haben wir es mit langfristigen Entwicklungszyklen zu tun. In den Tagen, in denen die exakten Aspekte stattfinden, sind die Einflüsse zwar besonders intensiv, aber unterschwellig prägen die Uranus-Algol-Themen die astrologische Zeitqualität von Juni 2024 bis Juni 2025.



Sternbild Perseus (Algol befindet sich im Haupt der Medusa), Johannes Hevelius, 1687


ALGOL – DER STERN

Algol, auch bekannt als Beta Persei, ist ein Dreisternsystem, das im Sternbild Perseus liegt. Im tropischen Zodiak, mit dem die meisten westlichen Astrologen arbeiten, lässt sich der Fixstern Algol auf 26°30' Stier finden (Stand 2024). Die Bezeichnung Fixstern ist eigentlich nicht korrekt, denn fix bedeutet soviel wie feststehend oder unbeweglich. Die Fixsterne bewegen sich aber in unserer Galaxie, im Verhältnis zu den Planeten unseres Sonnensystems jedoch sehr langsam. Fixsterne verändern ihre Position nur ungefähr alle 72 Jahre um einen Grad. Deshalb befindet sich Algol in jedem Horoskop eines heute auf der Erde lebenden Menschen zwischen 24° und 26° Stier (im tropischen Zodiak). Da Uranus in einem 84 Jahre-Zyklus durch den Zodiak läuft, können wir einen Transit von Uranus und Algol nur einmal im Leben erleben. In der astrologischen Arbeit mit Fixsternen werden nur sehr enge Konjunktionen berücksichtigt, das heißt die Entfernung zu einem anderen Himmelskörper kann bis zu einem Grad betragen. Neben der Konjunktion spielt auch die Parallele eine große Rolle. Alle anderen Aspekte, wie Oppositionen, Quadrate, Sextile und Trigone werden in der Arbeit mit Fixsternen nicht benutzt.

Das Dreisternsystem besteht aus einem helleren bläulichen Stern (Algol A), der ungefähr die einhundertfache Helligkeit unserer Sonne hat und einem weniger leuchtstarken rötlich-gelben Stern (Algol B). Algol A und Algol B umkreisen einander in einem sehr geringen Abstand und die Umlaufperiode beträgt 2,867 Tage. Algol C, der dritte Stern im Bunde, kreist „in sicherer Entfernung“ um das Doppelsternsystem Algol A und B. Algol C ist ungefähr 43 mal weiter von dem Doppelsternsystem entfernt, als Algol A und B voneinander entfernt sind.


Algol B, Algol A und Algol C


Das Dreisternsystem ist etwa 90 Lichtjahre von der Erde entfernt. Wenn wir uns vor Augen halten, dass die Sonne im Durchschnitt 150 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist, lässt sich ungefähr erahnen wie viel weiter Algol von der Erde entfernt ist, denn 90 Lichtjahre sind um die 851,4 Billionen Kilometer! Auch wenn das menschliche Vorstellungsvermögen derartige Entfernungen nicht erfassen kann, können wir zumindest versuchen zu verstehen mit welchen Größenverhältnissen wir es hier zu tun haben. Denn wenn wir uns die ungeheure Entfernung von Algol vor Augen halten, können wir unseren Vorfahren den Respekt zollen, den sie dafür verdienen, dass sie Algol bereits vor 3000 Jahren beobachtet haben und ihre Erkenntnisse für die Nachwelt dokumentiert haben.

Ein bemerkenswertes Phänomen, das im Algol-System auftritt, ist das sogenannte Algol-Paradoxon. Normalerweise ist der massereichere Stern in seiner Entwicklung weiter fortgeschritten. Im Algol-System ist aber der massereichere Stern Algol A "jünger", das heißt, er besitzt größere Brennstoffreserven als Algol B. Dieses Paradoxon wird dadurch erklärt, dass der schwerere bläuliche Stern seinem rötlichen Begleiter ständig Masse abzapft. Es findet ein kontinuierlicher Materiestrom von Algol B zu Algol A statt. Algol A ist also der "aggressivere" Teil des Systems, während Algol B, obwohl er durch Aufblähung größer ist, seine Masse opfern muss, um Algol A in seinem "jugendlichen" Zustand zu halten.

Im Vergleich zu der Häufigkeit von Sonnen- und Mondfinsternissen, die auf der Erde stattfinden, kommt es im Algol-System außergewöhnlich oft zu Finsternissen. Diese Sternfinsternisse treten auf, wenn der lichtschwächere Algol B den helleren Algol A teilweise bedeckt. Die Finsternisse treten etwa alle 2 Tage und 21 Stunden auf und sie dauern etwas mehr als 9 Stunden. Während einer Finsternis sinkt die Helligkeit von Algol A auf ungefähr die Hälfte. Aufgrund der regelmäßigen Verfinsterungen von Algol A, wurde der Stern von den Astronomen im alten Griechenland das „blinkende Auge“ genannt, denn von der Erde aus gesehen könnte man meinen Algol A schalte sein Licht an und aus, wenn er zeitweise von seinem Begleiter verdunkelt wird.

Traditionell wurden die Zeiten, in denen Algol verdunkelt ist, als besonders schwierig oder gar als gefährlich angesehen. Die alten Ägypter haben gegen Ende der 19. Dynastie sogar einen Kalender entwickelt, der sich an den wechselnden Lichtverhältnissen von Algol orientierte, den sogenannten Kairo-Kalender, der zwischen 1244 bis 1163 vor Christus entstanden ist. Der Kairo-Kalender enthält eine Liste von religiösen Festen, mythologischen Ereignissen, günstigen und ungünstigen Tagen, Vorhersagen und Warnungen. Die vielen Rituale und Kulthandlungen, die die alten Ägypter durchführten, richteten sich in dieser Epoche streng nach dem Kairo-Kalender. Der Kairo-Kalender ist das älteste erhaltene historische Dokument, das die Beobachtungen eines veränderlichen Sterns mit bloßem Auge dokumentiert. Für die heutigen Astronomen, die über fantastische technische Möglichkeiten verfügen, grenzt es an ein Wunder, dass die alten Ägypter schon vor 3000 Jahren dazu in der Lage waren den ständigen Lichtwechsel und im Algol-System zu beobachten.


Auszug aus dem Kairo Kalender, ca. 1225 v. Chr. www.britishmuseum.org


Die Beschaffenheit des Dreisternsystems gibt uns schon mal wertvolle Hinweise auf die astrologische Bedeutung von Algol. Man könnte sagen die Sterne Algol A und Algol B haben eine „vampiristische Beziehung“ zueinander, während Algol C diese „toxische Beziehung“ entweder besorgt beobachtet oder – als der lachende Dritte - vielleicht sogar in irgendeiner Weise von dem Drama profitiert.

Da Beziehungen sehr komplex sind, ist es für Außenstehende oft schwer die Vorgänge innerhalb einer Beziehung realistisch einzuschätzen. Wenn es sich um eine Beziehung handelt, die von Missbrauch geprägt ist, ist es besonders kompliziert die psychologischen Dynamiken zu durchschauen, die eine solche Beziehung aufrechterhalten. Manchmal ist das vermeintliche Opfer eigentlich der Täter und manchmal wird ein Opfer selbst zum Täter. Der Mythos, der mit dem „Dämonenstern“ in Verbindung gebracht wird, handelt von naiver Unschuld, verletzter Eitelkeit, Intrigen, Rache, Statusfragen, Machtmissbrauch, Verstrickungen, Triebhaftigkeit und der Unterdrückung von Trieben. Dieser Mythos ist vielleicht die älteste uns noch heute bekannte Geschichte, die sich mit Trauma befasst. Der Mythos handelt aber auch von posttraumatischem Wachstum, also von den Entwicklungs- und Reifungsprozessen, die durch die Auseinandersetzung mit traumatischen Erfahrungen in Gang gesetzt werden können.



Haupt der Medusa, public domain


ALGOL – DER MYTHOS

Der Mythos, den die alten Griechen mit Algol verbunden haben, handelt von Medusa, der Gorgone mit den Schlangenhaaren, deren versteinertes Haupt noch heute einige sehr alte Gebäude, Tempelruinen, Brunnen und Öfen im Süden Europas ziert. Der griechische Astrologe, Astronom, Mathematiker und Philosoph Claudius Ptolemäus, der im 2. Jahrhundert gelebt hat, nannte Algol „Gorgonea Prima“, was so viel wie „der erste (Stern) der Gorgone“ bedeutet.

Medusa ist eine der bekanntesten und faszinierendsten Figuren der griechischen Mythologie. Medusa war eine von drei Gorgonen; drei Ungeheuer mit Schlangenhaaren, deren Anblick jeden zu Stein erstarren ließ. Während ihre beiden Schwestern unsterblich waren, war Medusa eine Sterbliche. Im Gegensatz zu ihren beiden Schwestern war Medusa aber nicht immer ein furchterregendes Wesen. Ursprünglich war sie eine wunderschöne Priesterin, die im Tempel der Göttin Athene gedient hat. Medusas Schönheit war Anlass dafür, dass viele Männer um ihre Gunst warben, aber sie wies alle Bewerber zurück, denn als Priesterin der jungfräulichen Göttin Athene hatte auch sie Enthaltsamkeit geschworen.

Trotzdem allgemein bekannt war, dass Medusa zur Keuschheit verpflichtet war, fühlte sich der Meeresgott Neptun (griechisch Poseidon) stark zu ihr hingezogen. Er gierte so sehr nach Medusa, dass er sie schließlich im Tempel der Athene vergewaltigte. Die Vergewaltigung von Medusa war eine doppelte Entweihung: Neptun hat eine keusche Priesterin entweiht und er hat den Tempel der Göttin Athene entweiht, die sich mit ihrer Jungfräulichkeit rühmte. Athene war außer sich vor Zorn als sie die furchtbare Tat entdeckte. Aber anstatt Neptun zu bestrafen, belegte sie Medusa mit einem schrecklichen Fluch. Athenes Fluch sollte Medusa so hässlich machen, dass ihr Anblick sogar die Hässlichkeit ihrer fürchterlichen Schwestern in den Schatten stellen würde. Der dunkle Zauber verwandelte Medusas schöne Haare in züngelnde Schlangen, die sich wild zischend um ihr Haupt schlängelten. Ihr anmutiges Gesicht wurde bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Anstelle von Zähnen hatte sie nun Reißzähne. Ihre Zunge war gespalten und hing ihr aus dem geöffneten Mund. Ihre Augen glühten und quollen aus den Höhlen hervor. Der bloße Anblick von Medusa sollte fortan jeden zu Stein erstarren lassen, der ihr in die Augen blickte.


Haupt der Medusa. Peter Paul Rubens, ca. 1618


Die Tragödie von Medusa endete aber nicht mit ihrer Verfluchung. Der Held und Halbgott Perseus, ein Sohn des Gottvaters Jupiter (griechisch Zeus), wurde von König Polydektes beauftragt, die schier unmögliche Aufgabe zu lösen der Gorgone den Kopf abzuschlagen. Mit den Leihgaben verschiedener Götter ausgestattet machte sich Perseus auf den Weg. Athene hatte ihm ein Schild zur Verfügung gestellt, das der Abwehr und der Verteidigung dienen sollte. Merkur (griechisch Hermes) hatte ihm seine geflügelten Sandalen geliehen und eine scharfe Sichel mit auf den Weg gegeben. Pluto (griechisch Hades) borgte ihm seine „Hadeskappe“, einen Helm, der ihm die Fähigkeit verlieh sich unsichtbar zu machen.

Über viele Umwege konnte Perseus endlich das Versteck von Medusa ausfindig machen. Durch einen Trick gelang es ihm schließlich die Gorgone zu enthaupten. Er benutzte das blankgeriebene Bronzeschild der Athene als Spiegel, denn nur indem er Medusa durch den Spiegel anblickte, konnte er ihr den Kopf abschlagen, ohne ihr dabei direkt in die Augen sehen zu müssen. Der Blick in den Spiegel ermöglichte es Perseus der Versteinerung zu entgehen und Medusa zu töten. Aus der klaffenden Wunde an ihrem Hals entsprangen Pegasus, das sagenhafte geflügelte Ross und Chrysaor, ein mächtiger Krieger mit einem goldenen Schwert.

Nachdem Perseus Medusa enthauptet hatte, fing er ihr Blut auf, denn Medusas Blut war sowohl Gift als auch Medizin. Das Blut, das er der rechten Seite ihres Halses entnahm, hatte Heilkräfte, während das Blut, das er der linken Seite ihres Halses entnahm, giftig war. Der Teil des Blutes der Gorgone, das Heilkräfte besaß, wurde zu einem mächtigen Heilmittel. Insbesondere Asklepios, der Gott der Heilkunde und der Medizin, wurde durch das wundersame Heilmittel berühmt. Mit dem Blut der Medusa machte er das Unmögliche möglich und erweckte Tote wieder zum Leben. Die Wiederbelebung von Toten sollte ihm allerdings zum Verhängnis werden, aber das ist eine andere Geschichte...


John Singer Sargent, Perseus on Pegasus Slaying Medusa, 1925, public domain


Auch nach ihrem Tod behielt das Haupt der Medusa seine versteinernde Kraft. Mit dem Gorgonenhaupt bewaffnet konnte Perseus seine Feinde besiegen, die sich ihm bei seiner Rückkehr in den Weg stellten. Ein Kampf, den Perseus auf seinem Rückweg ausfechten musste, ist besonders entscheidend, nämlich sein Kampf gegen das Seeungeheuer Keto, das ausgerechnet die Mutter von Medusa war.

Andromeda, eine schöne, junge Prinzessin, war an eine Felswand gekettet worden, weil ihre Mutter Kassiopeia behauptet hatte, dass sie schöner sei als die Nereiden. Die Nereiden waren liebliche Meeresnymphen, die für ihre Schönheit bekannt waren. Ihre Aufgabe war es Schiffbrüchige vor dem Ertrinken zu beschützen und Seemännern das einsame Leben auf dem Meer zu verschönern.

Die Nereiden waren Begleiterinnen des Meeresgottes Neptun. Neptun hatte also auch in diesem Teil der Geschichte seine Finger mit im Spiel! Der Meeresgott hörte von der Behauptung Kassiopeias, dass sie schöner sei als seine Nereiden und er wollte diese Beleidigung nicht auf sich sitzen lassen. Er war so erzürnt über die Herabwürdigung seiner Gespielinnen, dass er das Meeresungeheuer Keto aussandte und eine schreckliche Flut über das Land ergehen ließ. König Kepheus, der Vater von Andromeda, wusste sein Land nicht gegen die Flut und gegen das Ungeheuer zu schützen. So suchte er einen Seher auf, um seinen Rat einzuholen. Auf Anraten des Sehers wurde Andromeda an einen Felsen am Meeresrand gekettet. Die junge Prinzessin sollte dem Seeungeheuer Keto geopfert werden und dieses Menschenopfer sollte das Land von der Plage befreien.


Perseus rettet Andromeda, Paolo Veronese, 1576 - 1578


Als Perseus auf dem geflügelten Ross Pegasus durch die Lüfte ritt, erblickte er unter sich die an den Felsen gekettete Andromeda. Er hielt sie zunächst für eine Statue, da sie so schön und so regungslos wie in Stein gemeißelt war. Nur das Wehen ihrer Haare im Wind und eine vergossene Träne auf ihrer Wange verrieten ihm, dass es sich um eine lebendige, junge Frau handelte. Ein Blick und es war um ihn geschehen. Perseus verliebte sich auf der Stelle in die schöne Andromeda.

Andromedas Eltern hatten in ihrer Verzweiflung zugestimmt ihre Tochter zu opfern, weil sie keine andere Möglichkeit sahen das Land vor der Überflutung und vor dem Seeungeheuer zu retten. Aber bis zuletzt hofften sie auf ein Wunder und bangten in der Nähe des Felsens, an den Andromeda gekettet war, um das Leben ihrer geliebten Tochter. Da das Seeungeheuer Keto die Schöne gerade zu verschlingen drohte, als Perseus Andromeda entdeckt hatte, bot er ihren Eltern an ihre Tochter zu befreien, wenn er sie zu seiner Frau machen dürfte. Die verzweifelten Eltern versprachen Perseus nicht nur die Hand ihrer Tochter, sie boten ihm ihr ganzes Königreich an. Durch die Macht der Leidenschaft gestärkt stürzte sich Perseus auf das Seeungeheuer Keto. Da Medusa Ketos Tochter war, muss das Geschöpf einen unendlichen Schmerz gespürt haben, als es – kurz vor seinem eigenen Tod - den abgeschlagenen Kopf seines Kindes erblickte. Mit Hilfe des Gorgonenhauptes, das noch immer seine versteinernde Kraft hatte, konnte Perseus Keto besiegen, das Leben von Andromeda retten und die schöne Prinzessin zu seiner Frau machen.

Als Perseus auf vielen Umwegen endlich an den Hof von König Polydektes zurückkehrte, um ihm das Gorgonenhaupt zu überreichen, hatte dieser offenbar nur noch wenig Interesse an dem abgeschlagenen Kopf. Letztlich überreichte Perseus das Haupt der Medusa ausgerechnet der Frau, die für den schrecklichen Fluch verantwortlich war, der Göttin Athene. Als Sinnbild für ihre Stärke platzierte Athene das Gorgonenhaupt auf ihrem Schild, dem Aegis. Das Gorgonenhaupt auf dem Schild der Athene zementierte ihre Macht als Göttin der listigen Kriegsführung. Vermeintlichen Feinden wurde von da an allein durch ihren Anblick Angst und Bange und kaum einer wagte es noch sich gegen Athene zu erheben.


The Death of Medusa, Edward Burne-Jones, 1882, public domain



INTERPRETATION

Medusa wurde von der geachteten Priesterin zur abscheulichen Gorgone, gefürchtet von allen, denen ihre Geschichte zu Ohren kam. Die Verwandlung der Medusa ist ein zentrales Element in diesem Mythos und ihre düstere Transformation wird als Symbol für die dunkle Seite der menschlichen Natur interpretiert. Ihre Geschichte soll eine Warnung vor den schrecklichen Konsequenzen von fehlgeleiteter Wut, ungezügelten Trieben, Neid und Rache sein.

Der Mythos von Medusa wurde im Laufe der Jahrhunderte auf viele Arten interpretiert. In der modernen Analyse wird Medusa oft als eine Figur gesehen, die sowohl Opfer als auch Täterin ist, bzw. die vom Opfer zur Täterin wurde. Medusa ist zu einem Symbol des Feminismus geworden, sie repräsentiert die Stärke und das Leid von Frauen, deren Geschichte – in ihren Schattenseiten - durch männliche Gewalt und weibliche Konkurrenz geprägt ist.


Neid und Konkurrenz

Wenn Athene fair gehandelt hätte, hätte sie den Täter bestraft und nicht das Opfer. Aber Athene war ein „Mannweib“, sie war die Schutzgöttin und Begleiterin vieler Heroen, die natürlich allesamt Männer waren. Athene konkurrierte auch mit anderen Frauen, so buhlte sie zum Beispiel um den Titel „die Schönste“ zu sein. Neben Venus (griechisch Aphrodite) und Juno (griechisch Hera) war Athene eine der drei Göttinnen, die sich um den heißbegehrten goldenen Apfel stritten, den Eris, die Göttin der Zwietracht, in die Runde geworfen hatte. Der goldene Apfel trug die Inschrift „der Schönsten“ und alle drei Göttinnen waren davon überzeugt, dass dieser Titel ihnen gebührt. Athene und Juno verloren schließlich im Wettstreit gegen Venus, was für die beiden Verliererinnen eine Demütigung war. Da Schönheit für Athene sehr wichtig war, kann man davon ausgehen, dass sie Medusa um ihre Schönheit beneidet hat.

In dem Zusammenhang ist es wichtig zu betonen, dass äußerliche Merkmale wie Schönheit oder Hässlichkeit in Mythen vor allem die inneren Qualitäten einer Person beschreiben. Die außergewöhnliche Schönheit, über die Medusa vor ihrer Verwandlung verfügte, soll uns also Auskunft über ihr liebliches Wesen geben. Ebenso ist die extreme Hässlichkeit, mit der sie durch den Fluch von Athene bestraft wurde, eine Aussage über die Person, zu der sie nach ihrer Transformation wurde.



Pallas Athena, Franz von Stuck, public domain


Gesellschaftlicher Status, Intrigen und Machtmissbrauch

Der Mythos von Medusa ist eine Darstellung der komplexen Verstrickungen, die in Macht- und Ohnmacht-Dynamiken zustande kommen können. Athene war mit Neptun verwandt, denn Neptun, der Gott der Meere und der Ozeane, war der Bruder ihres Vaters Jupiter, dem Gott der Götter. Athene war der Augapfel von Jupiter, sie war sein ganzer Stolz und da er sie selbst geboren hatte, verzieh er ihr alles. Athene war – im wahrsten Sinne – eine Kopfgeburt, was im Zusammenhang mit dem Mythos von Medusa sehr vielsagend ist, denn Athene hat sich ja letztlich mit dem Kopf der Gorgone geschmückt. Athene wurde aus dem Haupt von Jupiter geboren, sie entsprang seinem Schädel in voller Größe und in glänzender Rüstung. Athene verkörperte Jupiters höchste Ideale, denn sie war – für die damaligen Verhältnisse – hochkultiviert.

Athene war die Göttin der Weisheit und der strategischen, intelligenten Kriegsführung, die in erster Linie der Verteidigung dient. Athene vertrat den Standpunkt, dass man keinen Krieg anfangen sollte, aber dass man sich klug verteidigen muss, wenn man selbst angegriffen wird. Athene war auch die Göttin der Künste, des Handwerks und der Handarbeiten und es war ihr ein großes Anliegen, dass die Menschen in diesen Disziplinen unterrichtet werden. Als Herrscher über die Götter und über die Menschen ließ sich Jupiter nur selten eines Besseren belehren, aber Athenes Rat schätzte er sehr und ihre Ratschläge sorgten oft für die Lösung von besonders komplizierten Angelegenheiten.

Wie so oft, wenn es zu dramatischen Vorfällen kommt, gibt es auch hier eine Vorgeschichte. Die Beziehung zwischen Neptun und seiner Nichte Athene war vor dem schrecklichen Vorfall von Rivalität geprägt, denn beide buhlten um die Gunst der Menschen. Sie stellten das Volk vor die Wahl, ob sie dem Gott Neptun oder der Göttin Athene huldigen wollten. Neptun bot den Menschen Pferde an, während Athene ihnen einen Olivenbaum anbot. Das Volk entschied sich für den Olivenbaum, denn die nahrhafte Pflanze gab ihnen die Möglichkeit sich niederzulassen. Jetzt konnten die Menschen an einem Ort bleiben, weil sie mit Hilfe des Geschenks von Athene anfangen konnten Landwirtschaft zu betreiben. Die Menschen hatten genug vom Nomadentum, sie wollten endlich sesshaft werden, warum sie Neptuns Pferde ablehnten und sich für den Olivenbaum von Athene entschieden. So wurde Athene zur Namensgeberin und Schutzgöttin der Stadt Athen. Ihr zu Ehren wurde ein Tempel, die Akropolis, gebaut, deren Ruinen noch heute stehen. Neptun war tief in seinem Stolz verletzt, da Athene ihn in diesem Wettstreit besiegt hatte.


Der Wettstreit zwischen Athene und Neptun, René-Antoine Houasse, 1689, public domain


So stellt sich die Frage, ob Neptun überhaupt je Interesse an Medusa hatte oder ob er die schöne Gorgone nur benutzt hat, um sich an Athene zu rächen, indem er ihr durch den Akt des Frevels seine Respektlosigkeit demonstrierte. So oder so wurde Medusa zum Spielball der Mächtigen, denn gegen zwei olympische Götter konnte sie kaum etwas ausrichten. Medusa war weder ein Tier, noch war sie ein Mensch, noch war sie eine Göttin. Medusa war eine Kreatur der Natur. Ihre Mutter war – wie bereits erwähnt - die Meeresgöttin Keto und ihr Vater war der Meeresgott Phorkys, zwei uralte Geschöpfe in der griechischen Mythologie, die lange vor den olympischen Göttern kamen. Die Gottheiten, die es vor den olympischen Göttern gab, symbolisieren in der Mythologie eine frühere evolutionäre Entwicklungsstufe. Keto und Phorkys sind die Kinder von Gaia, der personifizierten Erde, eine der allerersten Gottheiten in der Götterwelt der alten Griechen. Diese ersten Gottheiten sind weit entfernt von den viel später entstandenen olympischen Göttern, die im Grunde Menschen waren, die über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügten.


Keto (rechts) neben ihrem Bruder und Gemahl Phorkys (Mitte) und einer weiteren Meeresgottheit (links)


Da die Meeresgötter Keto und Phorkys direkte Abkömmlinge von Gaia sind, verkörpern sie das Meer als eine Naturgewalt und so symbolisiert auch ihre Tochter Medusa etwas Wildes, Uriges und Archaisches. Ihre Mutter Keto verkörperte nicht nur das wilde Meer, sie hatte auch die Kontrolle über die urtümlichen Meeresgeschöpfe, die in den Mythen teilweise real und teilweise fiktiv sind. Da Keto die Gestalt eines furchterregenden Meeresungeheuers annehmen konnte, verkörpert sie auch die Brutalität des Meeres. Von daher symbolisiert Medusa, als eine direkte Nachfahrin Ketos, eben auch etwas sehr Ursprüngliches; in diesem Sinne etwas Primitives. Dass so ein Geschöpf zur keuschen Priesterin im Tempel der hochangesehenen Athene wurde, symbolisiert den Versuch des Menschen die Natur zu kultivieren und das Wilde zu zähmen. Athenes reiner, jungfräulicher Tempel symbolisiert die Ambitionen des Menschen eine heile, kontrollierbare Welt nach hohen Idealvorstellungen zu erschaffen. Medusa hingegen symbolisiert etwas Instinkthaftes, Urzeitliches und Triebhaftes, das auch noch heute, nach einer jahrtausendelangen Evolution, im Menschen vorhanden ist.

Aus einer höheren Perspektive betrachtet, erzählt der Mythos der Medusa die Geschichte der Zivilisation. Der menschliche Verstand, der im Mythos durch Athene verkörpert wird, hat sich im Laufe der Evolution immer mehr ausgebildet. Durch die enorme Weiterentwicklung seines Verstandes konnte der Mensch die „unbändige Natur“ in der Außenwelt und im eigenen Inneren bis zu einem gewissen Grad „zähmen“. Im Gegensatz zu anderen Säugetieren, hat sich der Mensch im Laufe der Evolution kultiviert, er ist also über seine ursprüngliche Natur hinausgewachsen.

Wir haben gelernt, dass wir zusammen stärker sind. Wir haben verstanden, dass wir Probleme durch Kommunikation lösen können, anstatt wild aufeinander einzuprügeln. Wir lassen die Alten und Schwachen nicht zurück, wir kümmern uns um sie. Männer haben gelernt, dass Sex nur mit der Einwilligung der Frau stattfindet, anstatt, dass sie sich einfach nehmen was sie wollen. Durch die Zivilisation haben wir unser „inneres Tier“ kultiviert, weil wir in erster Instanz soziale Wesen sind. Wir wissen, dass es in der Gruppe nur funktionieren kann, wenn die einzelnen Gruppenmitglieder ein gewisses Maß an Selbstbeherrschung haben, dass wir also nicht wie Tiere übereinander herfallen. Die Selbstbeherrschung, die sich im Menschen im Laufe der Evolution immer mehr ausgebildet hat, ist eine Grundbedingung für unser soziales Zusammenleben, von daher haben wir ihr viel zu verdanken. Die Frage, die der Mythos aufwirft, ist, ob man wirklich so weit gehen will, dass man der Natur den Kopf abhackt. Denn das ist es, was die Enthauptung der Medusa symbolisiert: die Kastration der Natur, wohl bemerkt, der weiblichen Natur, während die männliche Natur – in Gestalt von Neptun - für das Ausleben ihrer natürlichen Triebe nicht bestraft wurde.

In manchen Fällen weiß unsere innere Natur, unser inneres Tier, unsere innere Medusa... vielleicht viel besser wo es langgeht und was zu tun ist. Aber wenn diese innere Natur immer wieder „enthauptet“, also beschnitten wird, „versteinert“ sie und stirbt irgendwann ab. Von daher stellen uns die Uranus-Algol-Konjunktionen vor die Frage, ob wir vielleicht zu beherrscht sind und uns dadurch in gewisser Weise erstarrt fühlen? Vielleicht gehören wir aber auch zu den Menschen, die sehr impulsiv sind, die schnell aggressiv werden und die große Probleme mit der Selbstbeherrschung haben. In dem Fall können wir diese Zeitqualität nutzen, um uns mit den Ursachen auseinanderzusetzen, denn wenn wir schnell die Fassung verlieren, hat das tiefere Gründe.

Wir sollten immer im Hinterkopf behalten, dass der Blick in den Spiegel im Mythos der Medusa eine entscheidende Rolle spielt. Algol bedingt sehr viel Selbstreflexion, wenn wir in Kontakt mit den hochschwingenden Qualitäten dieses Sterns kommen wollen. Positiv gelebt kann sich Algol in tiefer Selbsterkenntnis äußern. Algol kann die Kreativität enorm ankurbeln und die Leidenschaft stark anheizen. Man muss „nur“ aufpassen, dass man sich nicht verausgabt und dass man sich nicht in seinen Leidenschaften verliert. Wenn man unter dem Einfluss von Algol steht, braucht man, neben der Hauptleidenschaft, ein weiteres Outlet. Wenn man z.B. sehr kreativ ist, bringt einem das Ausleben dieser Kreativität zwar viel Erfüllung, aber man braucht sozusagen ein zweites Standbein, etwas anderes im Leben, das die eigene Mitte stärkt. Ansonsten fühlt man sich bald wie ein Ouroboros; die Schlange, die sich selbst verschlingt. Ähnlich verhält es sich mit Beziehungen. Wenn man total verrückt nach einem bestimmten Menschen ist, sollte man darauf achten seine Beziehungen zu anderen Menschen zu pflegen, denn sonst kann die Leidenschaft unter dem Einfluss von Algol leicht zur Obsession werden.


Mosaik der Göttin Athene mit dem Haupt der Medusa, public domain


Mythen sind Mythen, weil sie in aussagekräftigen Bildern zu uns sprechen. Ein Mythos kann immer auf unterschiedliche Arten interpretiert werden. Der Mythos von Medusa kann auf einer personenbezogenen Ebene interpretiert werden, indem wir hier die Geschichte einer unschuldigen, gutgläubigen, ambitionierten, jungen Frau vorfinden, die den Willen hat über die Grenzen ihrer einfachen Abstammung hinauszuwachsen. Die Herkunft von Medusa kann so interpretiert werden, dass es sich um eine Frau handelt, die aus „primitiven“ Verhältnissen kommt. Dass Medusa es aber trotzdem geschafft hat eine Priesterin im Tempel der hochrangigen Athene zu werden, weist darauf hin, dass sie einen langen, harten Weg zurückgelegt hat, bevor sie diese hohe Position einnehmen konnte.

Da Medusa die einzig Sterbliche von den drei Gorgonen war und da sie – im Gegensatz zu ihren beiden Schwestern - wunderschön war, kann man davon ausgehen, dass sie schon früh skeptisch beäugt und mit Neid konfrontiert wurde. Wir können auch davon ausgehen, dass sie sich nicht zugehörig fühlte, denn selbst in ihrer eigenen Familie war sie eine Exotin. Es handelt sich also um jemanden, der auf der Suche nach Zugehörigkeit ist, der seinen Platz in der Welt finden will und der über die Grenzen seiner Abstammung hinauswachsen will. Medusa orientiert sich schließlich an dem Idealbild einer keuschen Göttin, die ein sehr hohes Ansehen geniest, der Lieblingstochter des Gottvaters Jupiter. Auf das reale Leben übertragen, bedeutet das, dass Medusa zu einer Angestellten in einer leitenden Position (Priesterin) in der Firma (Tempel) einer mächtigen Frau (Athene) wurde, deren Vater der mächtigste Mann der Welt (Jupiter) war.

Diese junge, ambitionierte Frau wird letztlich zum Opfer einer Intrige, die der Onkel gegen seine Nichte gesponnen hat. Neptun wollte sich dafür rächen, dass sich das Volk für Athene entschieden hat und nicht für ihn. Neptun benutzt Medusa sozusagen als Medium, um seine Nichte in ihrem Stolz zu verletzen, denn er weiß, dass Athene zu mächtig ist, als dass er sie direkt angreifen könnte. Athene weiß wiederum, dass sie ihren Onkel für seine Tat nicht ernsthaft bestrafen kann, denn auch Neptun hat einen hohen Status im Olymp.

Davon abgesehen war Athene, wie bereits erwähnt, ein „Mannweib“, eine Frau, die sich in der Welt von mächtigen Männern ihren Weg gebahnt hat. So könnte Athene gedacht haben, dass ihr Onkel eben ein Mann ist und dass Männer ihre Triebe nun mal nicht immer unter Kontrolle haben. Triebgesteuerte Männer kannte Athene nur allzu gut, denn mit den Geschichten über die unzähligen Liebschaften ihres Vaters Jupiter kann man ganze Bände füllen. Weil sie den Täter nicht bestrafen kann oder nicht bestrafen will, lässt sie ihre Wut an dem Opfer aus. Athene ist zwar eine Göttin, aber das bedeutet nicht unbedingt, dass sie sich dem weiblichen Geschlecht verpflichtet fühlt. Athene verkörpert die Art von Frau, die in einem patriarchalen System Erfolg haben will. So schlägt sie sich lieber auf die Seite eines mächtigen Mannes, der zum Täter wird, anstatt einem weiblichen Opfer beizustehen, das einen geringeren gesellschaftlichen Status hat. Offenbar hat es solche Frauen schon im alten Griechenland gegeben und solche Frauen gibt es auch heute noch.


Haupt der Medusa by Franz von Stuck ca. 1892, public domain



Trauma

Athene vernichtet Medusa, indem sie ihr die Schuld an der Gewalttat gibt. Damit beschämt sie Medusa noch viel mehr, als sie es nach diesem schrecklichen Vorfall ohnehin schon war. Hier findet also eine Täter-Opfer-Umkehr statt. Der Schmerz, den Medusa durch den Verrat von Athene empfunden haben muss, dürfte unermesslich gewesen sein, denn die schlimmste Form von Missbrauch, die ein Mensch erleben kann, ist der spirituelle Missbrauch. Medusa betete Athene an. Athene war für Medusa nicht nur die Brücke zu einem höheren gesellschaftlichen Status, Athene war die Göttin, der sie ihr ganzes Dasein gewidmet hat. Wenn wir uns von anderen Menschen verraten fühlen, ist das tragisch genug, aber wenn wir uns von Gott verraten fühlen, finden wir nirgends Zuflucht. Wir fühlen uns – im wahrsten Sinne – von Gott und der Welt verlassen.

Dass Medusa nach ihrer Verbannung aus dem Tempel zu einem Schreckgespenst wurde, das jeden, der sie anblickte, zu Stein erstarren ließ, ist ein sehr vielsagendes Bild. Wie eingangs erwähnt, geht es im Mythos von Medusa um Trauma. Typische Reaktionen auf eine traumatisierende Erfahrung sind kämpfen, fliehen, unterwerfen oder erstarren. Das Bild des Gorgonenhauptes, mit seinen aufgerissenen, aus den Höhlen quellenden Augen, der heraushängenden Zunge, den Reißzähnen und den wilden Schlangen, die sich um ihren Kopf winden, ist sozusagen eine Momentaufnahme der körperlichen, emotionalen und seelischen Verfassung eines Menschen, der ein Trauma erlitten hat. Aus psychologischer Sicht ist die Antwort auf das Trauma in dem Fall die Erstarrung.

Medusas Gesicht erstarrt und unser Blick auf sie lässt uns erstarren. Fälschlicherweise wird Medusa in jüngerer Zeit oft als ein aktiver Part in der Versteinerung dargestellt. In Filmen sehen wir eine blutrünstige Medusa, deren Augen tödliche Strahlen aussenden, wodurch ihre Opfer zu Stein erstarren. Tatsächlich konnte ich in der Mythologie keine Hinweise finden, dass Medusa auch nur einen Finger gekrümmt hat, um jemanden zu verletzen oder gar zu töten. Nicht das was sie tut, lässt ihr Gegenüber zu Stein erstarren, sondern das was ihr Anblick im Gegenüber auslöst, verwandelt diesen Menschen zu Stein. Obwohl das Thema Trauma im öffentlichen Diskurs mittlerweile immer mehr zur Sprache kommt, haben viele von uns nach wie vor Berührungsängste im Umgang mit traumatisierten Menschen. In gewisser Weise sind diese Ängste auch nachvollziehbar, denn Trauma kann von der betroffenen Person auf die Menschen, die ihr nahestehen, übertragen werden.

Die Schlangen, die sich wild züngelnd um Medusas Kopf winden, sind ein sehr anschauliches Bild für die intrusiven Gedanken, unter denen traumatisierte Menschen oft leiden. Aus dem Kopf der traumatisierten Person quellen sozusagen giftige, verwirrende, aggressive Gedanken, die – wie wilde Schlangen – kaum zu bändigen sind. Intrusive Gedanken sind für viele traumatisierte Menschen - von allen Folgen eines Traumas - oft die größte Belastung. Das Schlangenhaupt der Gorgone erinnert uns daran wie wichtig es ist, dass wir uns um Heilung bemühen, wenn wir unter Gedanken leiden, die uns stark belasten. Schlangen symbolisieren nicht nur Gift, Bösartigkeit und Zerstörung, sondern auch Transformation, Heilung, Weisheit und Macht. Von daher sind die Schlangen, die sich um Medusas Haupt winden, auch ein Hinweis auf die Verwandlungs- und Heilungschancen, die wir haben, wenn wir ein Trauma erlitten haben.


Heilung von Trauma

Zur Erinnerung: aus der klaffenden Wunde am Hals der Medusa entspringen Pegasus, ein geflügeltes Pferd und Chrysaor, ein mächtiger Krieger mit einem goldenen Schwert. Das Blut der Medusa kann ein Heilmittel oder ein Gift sein. Athene platziert das Haupt der Medusa auf ihrem Schild.

Diese Bilder verdeutlichen, dass Heilung möglich ist und dass ein Mensch, der ein Trauma erlitten hat, durch die Auseinandersetzung mit der traumatischen Erfahrung weit über seinen bisherigen Horizont hinauswachsen kann. Das geflügelte Pferd symbolisiert einen Zugang zu spirituellen Dimensionen, es steht für Weisheit, Kreativität und Inspiration. Die Tatsache, dass das Blut der Medusa heilen oder vergiften kann, weist darauf hin, dass es zu großen Teilen an uns liegt was wir aus einer destruktiven Erfahrung machen. Der mächtige Krieger symbolisiert die Stärke, die in uns erwächst, wenn wir innere und äußere „Dämonen“ besiegen. Das goldene Schwert symbolisiert, dass Wissen Macht ist und dass das Verstehen der Zusammenhänge von negativen Erfahrungen zu einer positiven Transformation führen kann. Gold symbolisiert den alchemistischen Prozess, durch den Blei in Gold verwandelt wird. Schwerter symbolisieren Intelligenz, kommunikative Fähigkeiten und die Fähigkeit sich von schädlichen Einflüssen zu lösen. Dass die Göttin Athene durch das Haupt der Medusa auf ihrem Schild noch mächtiger wurde, zeigt wie wichtig der „Mut zur Hässlichkeit“ ist. Insbesondere Frauen haben auch heute noch verinnerlicht, dass man immer nett und höflich sein muss. Wenn man es mit Menschen in Machtpositionen zu tun hat, sollte man tun was von einem verlangt wird. Bei etwaigen Übergriffen und Grenzverletzungen sollte man sich nicht wehren, weil die mächtigere Person am längeren Hebel sitzt.


Medusa Trinkbrunnen, Nemi, Italien



Schutz und Abwehr

Diejenigen von uns, die Probleme haben sich abzugrenzen und für sich einzustehen, können eine Dosis Algol gut gebrauchen. Wohl bemerkt: auf die Dosis kommt es an. Bei Algol gilt der gleiche Grundsatz wie in der Heilkunde: die Dosis macht das Gift.

Das Haupt der Medusa wurde letztlich zu einem mächtigen Schutz- und Abwehrsymbol, warum es auch heute noch an alten Gebäuden, Tempeln und Brunnen im Süden Europas zu finden ist. Alexander der Große, der von 336 bis 323 vor Christus König von Makedonien war, trug das Haupt der Medusa auf seiner Rüstung. Die Gorgone auf seiner Brust sollte seine Feinde abschrecken und dem Kriegsherrn Kraft verleihen. Eine Frau, die – wie Athene - das Haupt der Medusa „auf ihrer Brust trägt“, signalisiert, dass sie Erfahrung im Umgang mit Übergriffen und Grenzverletzungen hat. Sie kann ihre „hässlichen“ Seiten zeigen, wenn sie dem Selbstschutz oder der Verteidigung dienen. Eine ähnliche Botschaft sendet ein Gorgonenhaupt, das uns von der Wand eines Gebäudes entgegenstarrt. Heute finden wir an Häusern oft Schilder mit der Aufschrift „Vorsicht! Bissiger Hund!“. Das Haupt der Medusa an einer Hauswand signalisiert, dass seine Bewohner gewappnet sind und dass sie bereit sind sich gegen etwaige Angriffe zu verteidigen.


Alexander der Große mit dem Haupt der Medusa (Brustplatte), Mosaik,120-100 v.Chr.


Der Mythos von Medusa ist so reich in seiner Bildsprache, dass ich hier nicht seine ganze Symbolik besprechen kann. Dadurch, dass Mythen in Symbolen zu uns sprechen, regen sie das intuitive, kreative Denken an. Die „Traumsprache“, die einen Mythos ausmacht, richtet sich direkt an unser Unbewusstes. Dadurch werden eine Vielzahl von Assoziationen ausgelöst, die beim Einzelnen ganz unterschiedlich ausfallen können, je nachdem wie sehr wir uns mit dem jeweiligen Mythos identifizieren können. Von daher geht es in erster Linie um das, was die Bilder, mit denen der Mythos von Medusa arbeitet, in uns persönlich auslösen.


URANUS

Zum Abschluss möchte ich noch die Verbindung zu Uranus herstellen. Wie eingangs erwähnt, bildet Uranus, der große Revoluzzer, Erneuerer und Befreier, drei Konjunktionen zu Algol, dem Haupt der Medusa. Mythologisch zeigt sich eine faszinierende Analogie zwischen Medusa und Uranus, denn Medusa wurde enthauptet und Uranus wurde kastriert. Der Frau wurde ihr Kopf genommen und dem Mann sein Glied. Hier treffen also zwei Vertreter ihres Geschlechts aufeinander, die beide ein unsagbares Leid erfahren haben.

Astrologisch ist Uranus der Planet der Sozialisation und der Individuation. Einerseits fordert uns Uranus dazu auf uns nützlich zu machen, indem wir uns aktiv in die Gesellschaft einbringen und andererseits erwartet er von uns, dass wir unsere Individualität ausbilden und Zivilcourage zeigen, wenn Unrecht geschieht. Uranus erwartet, dass wir für uns selbst Verantwortung übernehmen und dass wir Verantwortung für unser Lassen und Tun in der Gesellschaft übernehmen, bzw. innerhalb von Gruppen allgemein. Uranus symbolisiert Gruppendynamiken, im Kleinen, wie im Großen. Bei Uranus geht es um kollektive Entwicklungen, die die ganze Gesellschaft betreffen, hier geht es aber auch um Dynamiken innerhalb von kleineren Gruppen, wie zum Beispiel im Freundeskreis, im Kollegenkreis, in der Yoga-Gruppe oder im Fußballverein. Die Konjunktionen, die Uranus zu Algol bildet, fordern uns dazu auf für uns selbst einzustehen, wenn wir ungerecht behandelt werden und dass wir uns für andere stark machen, wenn ihnen Unrecht geschieht.

Der Mythos von Medusa handelt zwar von einer Frau, die von einem Mann vergewaltigt wird, aber letztlich plädiert er dafür die schädlichen Aspekte des Patriarchats zu transformieren, für Frauen und Männer. Wann immer über die negativen Auswüchse des Patriarchats gesprochen wird, wird suggeriert, dass nur Frauen unter patriarchalen Machtstrukturen zu leiden haben, während sich Männer in einem patriarchalen System frei entfalten können. Tatsächlich leiden die meisten Männer in einem Patriarchat ebenso wie ein Großteil der Frauen. Die meisten Männer müssen in patriarchalen Strukturen auch „auf den Knien rutschen“, denn in einem Patriarchat gilt letztlich das Recht derer, die sich in Machtpositionen befinden. Von daher möchte ich mit der Erzählung über Medusa keineswegs den Anschein erwecken, als wenn die Lösung in einer Herrschaft von Frauen liegen würde. Der Mythos zeigt nur allzu deutlich, dass Frauen eine Machtposition ebenso missbrauchen können wie Männer.

Auf einer gesellschaftlichen Ebene können die revolutionären Energien von Uranus eine tiefgreifende Bewusstwerdung in Hinblick auf Machtmissbrauch bewirken. Aber wer ist die Gesellschaft und wie kommt es zu Fortschritten in einer Gesellschaft? Wir alle sind Teil der Gesellschaft und so liegt es an jedem Einzelnen von uns wie wir mit Macht umgehen und ob wir uns wehren, wenn jemand versucht gegen unseren Willen Macht über uns auszuüben.

Demokratie, als Gesellschaftssystem, ist im alten Griechenland entstanden. Platon, der große griechische Philosoph, der ungefähr von 428 bis 348 vor Christus gelebt hat, plädierte schon zu seiner Zeit für die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Platon hat sich auch schon damals dafür eingesetzt die Standesunterschiede in der Gesellschaft aufzuheben. Allerdings war die griechische Gesellschaft zu der Zeit noch nicht so weit entwickelt, dass die Mehrheit bereit war Platons progressive Ideen umzusetzen. Die Frage ist, ob wir heute, mehr als 2000 Jahre später, für eine real gelebte Demokratie bereit sind. Die Uranus-Algol-Konjunktionen stellen uns dahingehend auf die Probe. Die Begegnungen zwischen Uranus und Algol sind eine wichtige Initiation für den zwanzigjährigen Transit von Pluto durch den Wassermann. Wenn Pluto, der Transformationsplanet, durch den Wassermann, das Herrscherzeichen von Uranus läuft, wird die Gesellschaft eine tiefgreifende Transformation durchleben. Aber wie der Mythos von Medusa zeigt, kann eine Transformation sowohl positiv als auch negativ sein. Von daher sollten wir jetzt sehr genau darauf achten an welchen gesellschaftlichen Entwicklungen wir uns beteiligen und von welchen wir besser Abstand nehmen.



„Der Fernseher, diese heimtückische Bestie, diese Medusa, die jede Nacht eine Milliarde Menschen zu Stein erstarrt, starr starrend, diese Sirene, die rief und sang, die so viel versprach und doch so wenig gab.“

Ray Bradbury



Uranus und die Technik

Die Macht, um die es bei den Algol-Uranus-Konjunktionen geht, bezieht sich auch auf unseren Umgang mit Technik. Uranus korrespondiert mit den Wissenschaften und der Technik. Wissenschaft und Technik können uns eine große Macht verleihen, sie können uns aber auch in die „Frankenstein-Falle“ führen. Unter Umständen erschaffen wir – wie Dr. Frankenstein - ein „Monster“, das wir nicht mehr unter Kontrolle haben. KI Experten gestehen „we are building the plane, while we are flying it“, sprich „wir fliegen das Flugzeug, während wir noch dabei sind es zu bauen“. Nicht einmal Experten auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz haben eine Vorstellung davon in welche Richtung uns der rasante technische Fortschritt führt. Auch in dem Fall stellt sich die Frage, ob wir das Blut der Medusa zur „Vergiftung“ oder als „Heilmittel“ nutzen. Dieses sowohl-als-auch und die zwei Seiten einer Medaille sind eine wesentliche Botschaft von Algol. Es ist nicht einfach etwas nur positiv zu nutzen, aber wir können es zumindest versuchen....*)))


Viele liebe Grüße mit den Sternen ✨

Lia


Daten Uranus Konjunktion Algol 2024 - 2025:

20.07.2024 19:41:50 MEZ/S Uranus Konjunktion Algol 26°30´24  Stier 

14.10.2024 23:28:10 MEZ/S Uranus Konjunktion Algol 26°31´03  Stier (r/d)

04.05.2025 13:17:20 MEZ/S Uranus Konjunktion Algol 26°30´55  Stier

Daten Uranus Konjunktion Algol 1940 - 1941:

18.07.1940 14:36:40 MEZ/S Uranus Konjunktion Algol 25°20´14  Stier 

16.10.1940 08:06:50 MEZ/S Uranus Konjunktion Algol 25°20´52  Stier (r/d)

03.05.1941 00:18:00 MEZ/S Uranus Konjunktion Algol 25°20´36  Stier 



Wichtige langfristige Themen der astrologischen Zeitqualität:


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