Montag, 6. Dezember 2010

Uranus - Der disziplinierte Wilde



Uranus wird am 06.12.2010, 02:50h Ortszeit Berlin zum Nikolaus direkt.








Uranus - Der disziplinierte Wilde




Uranus wurde am 05.07.2010 von der Erde aus gesehen auf 00°35' Widder rückläufig, noch kurz bevor er seinen neuen ca. 84 Jahre dauernden Zyklus durch den Zodiak beginnen konnte.

Uranus wird nun von seiner fünfmonatigen introspektiven Rückläufigkeitsphase in der Nikolausnacht 2010 'befreit'; er wird auf 26°40' Fische 'direkt', wo er sich das letzte Mal im März 2010 aufhielt.

Der Planet der Freiheit und Intuition befindet sich seit Monaten in Konjunktion mit unserem 'grossen Glücksbringer' und 'Schiksalsplaneten' Jupiter.

1927 trat Uranus das letzte Mal interessanterweise auch in Konjunktion mit Jupiter in das Zeichen Widder ein.

Wir können gespannt sein, welche Verbindungen die Endzwanziger zur zweiten Dekade des zweiten Jahrtausends aufweisen.

Uranus symbolisiert in der Astrologie den Raum; den Welt-Raum, den Frei-Raum, und auch den individuellen, inneren Raum eines jeden Einzelnen. Analog zum inneren Raum auch das Milieu, die Freunde und Mitmenschen; das persönliche Umfeld, was wiederum den Erfahrungshorizont des Einzelnen prägt.

Der Weltraum ist in der menschlichen Betrachtungsweise weit, offen und grenzenlos.

Er ist Alles und Nichts.

Astrologisch betrachtet sollte dieser Raum in uns selbst ebenso frei und grenzenlos sein, wie es der Weltraum für uns ist.

Je mehr wir uns über unseren eigenen Raum bewusst sind; also auch über unseren Orbit; unserem Wirkungsfeld, desto eher können wir diesen auch in unserem Gegenüber erkennen und ein-schätzen.

Uranus, im heliozentrischen System der Herrscher des Tierkreiszeichens Wassermann, liebt zwar Scherze und Schabernack, und treibt diese auch oft bis zum Äussersten, aber bei diesem Prinzip ist zu beachten, dass das Tierkreiszeichen Wassermann in der 'alten' Astrologie von unserem erfahrenen Meister der Authoritäten und Strukturen Saturn beherrscht wurde, der sich die Herrschaft über das Zeichen Wassermann nach wie vor mit Uranus teilt.

Uranus ist der erste Planet, der 1781 mit der damals revolutionierenden Erfindung des Teleskops von F.W. Herschel entdeckt wurde. Die Tatsache, dass er der erste Planet ist, der mit einem technischen Hilfsmittel entdeckt wurde, korrespondiert auch mit seiner Symbolik in der Astrologie als der Herr über Technik, Fortschritt, Medizin und Wissenschaften allgemein. Bereiche, die dem Fortschritt dienen und uns helfen sollen uns weiterzuentwickeln, mehr Freiheit und mehr Lebensqualität zu erhalten.

Das Uranus-Wassermann-Prinzip symbolisiert astrologisch auch die Individualität eines Menschen, und wer sich seiner eigenen Individualität und Einzigartigekeit bewusst ist, kann auf Vergleich, Wettbewerb und Konkurrenz verzichten.


In jedem von uns gibt es eine stille Sehnsucht oder auch lauten Schrei nach Individualität, und nach diesem eigenen Frei-Raum den Uranus, bzw. die Besetzung des Zeichens Wassermann im Horoskop anzeigt.

Wir alle sehnen uns nach der Freiheit, Leichtigkeit und der kindlichen Unschuld; dem ewigen Jungbrunnen, den Uranus symbolisiert.


Im Tarot ist Uranus die Karte 0; die Karte ohne Zahl, die einzige Karte, die weder am Anfang, noch am Ende steht und keine Position hat: Uranus ist der Narr.

Der Narr entspricht dem grünen Frühlingsgott, Dionysus, Bacchus, Priapus.

Er ist der schöpferische Impuls, der unserer Intuition entspringt.








Karte 0 aus dem Thoth-Tarot





Uranus ist auch mit der Karte XVI Der Turm verwandt. Dem blitzartigen Einschlag, Zusammenstoss, Auseinanderbersten, dem Sturz, Putsch, Unfall, dem Fall des Turms der Macht; der Turmfall von Babel; er ist der Zerstörer von überholten und erstarrten Strukturen, die sich der persönlichen und der mundanen Entwicklung widersetzen und entgegenstellen.






Karte XVI aus dem Thoth-Tarot





Das von Uranus beherrschte Zeichen Wassermann entspricht im der Karte Tarot. Diese Karte symbolisiert recht anschaulich die Wassermannqualitäten der , der , der und dem Erden von Träumen und Visionen. Die Frau auf der Karte vor dem endlosen Hintergrund des Nachthimmels ist vollkommen nackt, was ihre Authentizität und das Freiheitsbedürfnis des Zeichens Wassermann symbolisiert.







Karte XVII aus dem Thoth-Tarot




Nun hat nicht jeder von uns die Gabe, die Zeit oder auch die Musse sich mit der Weite, Vielfalt und Grenzenlosigkeit des Weltraums zu beschäftigen, und dadurch eine Möglichkeit für sich zu finden um zu erkennen, dass der innere Raum ebenso offen, weit und grenzenlos ist, bzw. sein kann, wie es der Weltraum für uns ist, wenn man das luftige Uranus-Prinzip erfolgreich integriert hat.

Im Horoskop durch Spannungsaspekte angezeigte Uranus-Verletzungen deuten auf einen unerlösten und (bisher) unbefriedigten Freiheitsdrang hin, was oft durch 'harte' Saturn-Aspekte in oder zu den fixen Zeichen wie Stier, Löwe, Skorpion und Wassermann angezeigt wird, oder auch durch ungelebte Wassermann-Qualitäten allgemein.




Kastration des Uranos durch Saturn von Giorgio Vasari


Als Uranus im Somer 2010 rückläufig wurde, haben wir durch das kardinale Quadrat zu Pluto in Steinbock, und der dann folgenden Opposition von Saturn zu Uranus eine besonders schwierige Konstellation präsentiert bekommen.

Da Uranus auch die Beziehung zu unserem inneren Kind symbolisiert und die Verwirklichung der Wünsche und Bedürfnisse desselbigen, treffen wir entweder auf die 'unerzogene Göre', den 'pendantischen Exzentriker' oder den 'Luftikus' bei einem Charakter, der das Uranus-Wassermann-Prinzip bisher nicht integrieren und verwirklichen konnte.

Für diejenigen, die ihrem persönlichen Freiheitsdrang und ihren Sehnsüchten, die auch durch das Zeichen Wassermann repräsentiert werden, noch nicht gerecht werden konnten, bedeutet der rückläufige Uranus eine grosse Chance sich darüber bewusst zu werden in welchen Bereichen man freier, spontaner, offener und authentischer sein will, und was man tun will um seine Träume zu realisieren.

Da der Nebenherrscher des Zeichens Wassermann Saturn, der Herr der Zeit und Form ist, ergibt sich durch die Verbindung der beiden Planeten Saturn und Uranus die Vebindung zwischen Zeit und Raum, Enge und Weite, Erde und Luft; die Horizontale und die Vertikale: das Kreuz.

Das Kreuz ist ein uraltes Symbol, welches in so ziemlich allen Kulturen zu finden ist.

Wenn das bedeutsame Zusammenspiel vom horizontalen und vertikalen Wachstumsprozess verinnerlicht wird, kann das Uranus-Wassermann-Prinzip sich am erfolgreichsten entfalten.

Man kann nicht nur in die Höhe wachsen, und auch nicht nur in die Breite. Uranus-Wassermann hat hohe Ziele und endlose Träume, die er so schnell wie möglich verwirklichen will. Da es ein 'männliches' Symbol ist, vernachlässigt er in seinem Eifer nach den Sternen zu greifen allzuoft dabei den Wert des horizontalen Wachstums; der 'weiblichen' Entwicklung; dem in die Breite und in die Tiefe wachsen.

Bildlich ausgedrückt muss man eine Weile auf der Ebene 'grasen', auf der man grade angekommen ist, bevor man sich auf den Weg zur nächsten Ebene machen kann.

Das Uranus-Wassermann-Prinzip in uns braucht gleichzeitig eine gewisse Stabilität, die laut uranischem Gesetz immer individuell gewählt sein will, in seinem grenzenlosen Freiheitsdrang. Uranus-Wassermann ist in seiner entwickelten Form der disziniplinierte Wilde. Nur wenn er seine Wildheit strukturiert; in Bahnen lenkt, kann er sich, seine Träume und Sehnsüchte kristallisieren und verwirklichen.


Zusammenfassend kann gesagt werden, dass wir in der fünfmonatigen Rückläufigkeitsphase des luftigen Gottes Uranus eine gründliche innere und äussere Überholung und Umstrukturierung vornehmen konnten, die nun, wenn Uranus wieder direkt wird, ihre Wirkung zeigen wird.

Diejenigen, die versuchen sich gegen den Wirbelsturm zu wehren, der Uranus nun in seiner direkten Phase wieder begleiten wird, und sich sträuben sich der Ehrlichkeit, Echtheit und Offenheit, die der 'direkte' Uranus erwartet, zu stellen, wird es wahrscheinlich in den Bereichen zur Eskalation kommen, die zu festgefahren sind und sich totgelaufen haben.

Uranus-Wassermann kann sich nur wirklich lebendig und frei fühlen, wenn er sich mit dem Wind verbindet, aus dem er geboren wurde, und mit seinen tiefen Wurzeln, die der erdige Saturn ihm verleiht, in stetiger Verbindung bleibt.

Uranus hat eine schier grenzenlose Kraft zur Veränderung. Allerdings braucht er einen Richtungsweiser und einen Anker, um sich nicht wahllos mitreissen zu lassen und um nicht das sprichwörtliche 'Blatt im Wind' zu sein, denn seine Aufgabe ist es den Sturm in ihm und um ihn herum zu beherrschen.

Wenn Uranus der Wind ist, dann ist es unsere Aufgabe das Segel zu setzen, wenn Uranus direkt wird, um mit der Kraft seines Windes das Ziel und die Richtung anzusteuern, die unseren tiefsten Visionen entspringt.

Selbst wenn manche Ziele zu hoch gesteckt sein mögen, oder manche Träume sich als Seifenblasen erweisen sollten, bedeutet das für das gelebte Uranus-Wassermann-Potential: Fehlschlag ist aktiv.

Nur wenn man probiert seine Träume zu verwirklichen, ist man am Leben. Und in welcher Form sich der unberrechenbarste aller Planeten auch zeigt: er will lebendig sein und er will strahlen.



Viele liebe Grüsse unter den Sternen *



Ailen Roc *












© TIPHARETH, Ailen Roc
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Mittwoch, 17. November 2010

Rückläufige Venus im Skorpion - Diese Venus kommt mit einem tiefen Stachel...*))

Am 08.10.2010, um ca. 09h Ortszeit Berlin, wurde Venus, die Herrscherin der Liebe, der Schönheit und der schönen Künste auf 13°13' im Tierkreiszeichen Skorpion 'rückläufig'. Die 13 ist nebenbei bemerkt die Zahl der Venus, und der Skorpion entspricht der 13. Karte im Tarot, die den Titel 'Der Tod' trägt.

Die Kombination von Liebe (Venus) und Tod (Skorpion) bringt recht anschaulich die Themen der rückläufigen Venus im Skorpion auf den Punkt, die einige von uns im Herbst 2010 stark zu spüren bekommen.

Natürlich werden Planeten nicht wirklich rückläufig; sie laufen nicht rückwärts durch den Tierkreis.

Die hier genannte Rückläufigkeit ist ein astrologisches Phänomen, weil es von der Erde aus gesehen phasenweise so erscheint, als wenn ein Planet stationär wird, also dass er still steht, oder auch als wenn er sich rückwärts bewegt, also astrologisch betrachtet rückläufig wird.

Alle Planeten, ausser der Sonne und dem Mond, werden von der Erde aus gesehen in verschiedenen Zeitabständen immer wieder rückläufig.

Für den astronomischen Beobachter mag dies nicht weniger interessant sein als für den Astrologen.

Insbesondere in der psychologischen, der transpersonalen und der karmischen Astrologie ist die Rückläufigkeit eines Planeten von grosser Wichtigkeit, und wird mit besonderem Interesse untersucht, denn die Rückläufigkeit eines Planeten deutet auf einen 'wunden Punkt' in dem jeweiligen Bereich hin; auf ein Thema was noch mal eingehend bearbeitet werden will.


Ganz besonders richtet ein Astrologe seine Aufmerksamkeit auf die Rückläufigkeit der Venus wenn es sich um Themen wie Liebe, Kunst, Werte, Geld, Besitz, Frauen, um unsere Anima, und um die Beziehungen zum Weiblichen allgemein handelt.

Die Venus zeigt astrologisch an was und wen wir auf welche Weise lieben.

Sie symbolisiert den Einfluss der Mutter und anderer weiblicher Autoritätsfiguren die prägend für uns waren oder es noch immer sind.



Dieses wundervolle Geschöpf hat aber auch seine Schattenseiten...

Dann zeigt Venus ihre epikureische Seite gern im übermässigen Genuss, wenn sie dementsprechend aspektiert ist, auch im Überfluss, in der Verschwendung, im Rausch, in der Verblendung oder auch in der Selbstbeweihräucherung; in einem in-sich-selbst-verliebt-sein, und eventuell auch in einem sich-gehen-lassen.

Egoismus und Narzissmus sind ihr auch nicht fremd.

Da Venus in diesem Jahr das erste Mal seit 2002 im Tierkreiszeichen Skorpion rückläufig wurde und zusätzlich eine Konjunktion zu Mars bildete, dem 'Kriegsgott', mit dem sie mythologisch und astrologisch eine heimliche Liebesaffaire verbindet, können wir davon ausgehen, dass es heiss-kalt hergehen wird in unserem Liebesleben, in unseren Finanzen, in unserem Innersten; in unserem Selbst-Wert; je nachdem welche Facette von uns eine Resonanz in dieser rückläufigen Venus im Skorpion findet.

Da die Venus-Mars-Konstellation im Skorpion am 09.10.2010 zudem noch ein Trigon zur 'dunklen' Lilith* in den Fischen bildet, geht es in dieser Zeitspanne von der ersten Oktoberwoche bis zur letzten Novemberwoche um eine Art der Liebe, wie wir sie von Kitschromanen bis hin zu den berühmtesten Liebestragödien wie 'Romeo und Julia' oder auch aus solchen wie 'Wer hat Angst vor Virgina Woolf?' kennen, fürchten, herbeisehnen oder auch verteufeln.



Bei dieser Konstellation geht es um Begehren, um tiefe, verborgene, verdrängte und vielleicht auch finstere Leidenschaften, um Eifersucht, um Besitzdenken- und Streben, um Macht- und Ohnmacht in Liebesangelegenheiten... vom Melodrama bis hin zur wirklichen Tragödie bietet diese rückläufige Skorpion-Venus alles was das Herz begehrt oder auch befürchtet, falls unsere Venus sich auf dem Parkett der Liebe bewegt.

In anderen Fällen kann sie sich auf ungeklärte und bisher ungelöste Prozesse im Verhältnis zu sich selbst beziehen, also auf das Thema Selbstliebe- und Einschätzung, auf Beziehungen zu/und unter Frauen die unter einer rückläufigen Venus meist mit ungewöhnlichen Schwierigkeiten behaftet sind. Diese Venus.Konstellation kann unsere Finanzen entweder ordentlich beleben, oder aber das Fass hier zum Überlaufen bringen, denn dies ist eine sehr fordernde und nach tiefer Gerechtigkeit strebende Venus.

Im Gegensatz zu der freundlichen Gerechtigkeit, mit der das Zeichen Waage rechnet, ist die Gerechtigkeit des Skorpions von wilder Natur und Instinkthaftigkeit geprägt. Sie fordert das ein, von dem sie glaubt, dass es ihr zusteht. Für diejenigen, die noch 'offene Rechnungen' zu begleichen haben, ist dies die Zeit sich seinen gerechten Lohn abzuholen. Man sollte allerdings äusserst gründlich seinen 'Haushaltsplan' durchgearbeitet haben, bevor man etwaige Forderungen stellt. Sofern diese gerechtfertigt sind, wird man hier als Gewinner hervorgehen.


Da eine rückläufige Venus auch immer etwas mit Selbstdarstellung- und Wahrnehmung,mit unserem Selbstwert und mit Projektionen in diesen Bereichen zu tun hat, trifft sie grade im Skorpion auf unsere persönliche Achillesferse, was uns zum Rachedurst antreiben könnte.

Hiervor sei allerdings gewarnt, denn man darf unter dieser Venus nur das einfordern, was einem auch wirklich zusteht! Der Skorpion sticht und prüft, und das tut er äusserst gründlich. Unter seinem Einfluss überlebt nur was echt ist.

Wer durch die Schattenseiten des Skorpions angestachelt aus Gründen wie übertriebener Konkurrenz, Neid oder unangemessener Eifersucht handeln sollte, wird sich spätestens Ende November 2010 vor einem grossen Scherbenhaufen wiederfinden.


Natürlich betrifft diese Rückläufigkeitsperiode der Venus uns nicht alle gleichermassen.

Zum Einen ist der Transit eines Planeten immer im Vergleich zum eigenen Horoskop, also zur eigenen Person zu beurteilen.

Ausserdem kommt es darauf an wie gut wir gehaushaltet und gesorgt haben in unserem Liebesleben, in unseren Finanzen, in unserem Selbstwert und in unseren Werteinstellungen.

Wer in der Periode vom 05.09.2010 bis zum 18.11.2010 seinen 'Lustgarten'; sein Beet der Liebe, seine Schatztruhe oder auch sein Bankkonto gut geplegt hat, und ordentlich 'Unkraut' gezupft hat, seinen Garten richtig gejätet hat, und genügend neue Samen gesät hat, wird eine dementsprechende Ernte einfahren können. Derjenige darf dann in der Nacht vom 18. zum 19. November einen grossen Wunsch aussprechen, wenn uns der diesjährige Sternschnuppenstrom der Leoniden erreicht, einen Wunsch, der mit grösster Wahrscheinlichkeit sehr bald in Erfüllung gehen wird.

Venus wird nach ihrer sechswöchigen Rückläufigkeitsphase interessanterweise zusammen mit unserem 'Glücks- und Schiksalsboten' Jupiter ausgerechnet in der Nacht des Leonidenstroms wieder direkt, der Nacht der 'grossen Wünsche', wenn Regulus, das 'Löwenherz', im Sternschnuppenhagel berührt wird.

Es ist die Nacht vom 18. zum 19. November 2010, in der Jupiter und Venus im Leonidenstrom direkt werden.

Jupiter ist der Planet der Expansion, der Gewinne oder auch der Verluste, des Karmas und des Schiksalsrades, an dem wir alle mal kräftig drehen und kurbeln durften in den letzten Monaten.

Jupiter wurde im Juli 2010 rückläufig, und wenn dieser Planet rückläufig wird, symbolisiert das astrologisch verschwendete Gaben und Talente, Glücksmomente die man ungenutzt vorüberziehen liess,aber auch die Chance, diese wieder aufzugreifen, oder auch seine Verdienste für Taten einzufordern, die schon einige Zeit 'aus Eis' lagen.

Jupiter, der 'grosse Glücksbringer' und Venus die 'kleine Glücksbringerin' zusammen symbolisieren Liebesglück, und auch Exzesse in dem Bereich, Zuwachs, Eheschliessungen und andere vorteilhafte und gewinnbringende Abschlüsse und Vereinigungen.

Leider werden Venus und Jupiter nur für einige Menschen in einem güstigen Aspekt stehen in diesen Tagen um den 18. und 19. November herum. Und obwohl Venus eine exakte Konjunktion zu Apollon bilden wird, dem Transneptuner, der mythologisch wie astrologisch der Sonnengott, der Herr des Lichts und der Heilung ist, wird es für den Wagenlenker Apollon dieses Mal schwierig werden können die Sonne ins Ziel zu lenken, denn diese wird einen relativ ungünstigen Winkelaspekt zur Venus bilden.

Also nur wer sich weit genug aus dem Fenster lehnt, um nach dem Objekt seiner Begierde zu greifen, wird es für sich gewinnen können, und das auch nur mit Rücksicht auf seine Vorleistungen.

Venus wird sich in dieser Nacht dann bis auf 27°39' Waage 'zurückgegraben' haben, wird viel Schlamm aufgewühlt, viel Staub aufgewirbelt, und einige Seifenblasen zum Platzen gebracht haben.

Das letzte Mal stand Venus in diesem Jahr am 5. September auf der Position, auf die sie am 18.11.2010 zurückkehrt.

Es gilt etwas im Bereich der Liebe, des Geldes und Besitz, im Bereich der Werte, und/oder im Selbstwert aufzuarbeiten, was in der Zeit von der ersten Septemberwoche bis hin zur letzten Novemberwoche 2010 für uns in den jeweiligen Bereichen aktuell war und ist.

Es ist also nicht nur die Zeit der eigentlichen Rückläufigkeit der Venus hier angesprochen, sondern auch die Zeit, zu der sie astrologisch gesehen wieder 'zurückläuft', wobei das Datum dieses Jahr auf den 5. September 2010 fällt.


Der Übergang des kardinalen, immer wieder initiierenden Luft-Zeichens Waage, zum fixen, sturen, und teilweise blockierendem Wasser-Zeichen Skorpion ist als einer der machtvollsten im Tierkreis bekannt.

In diesen Ecken des Tierkreises geht es vom klaren, fairen Verstand, Urteil, Gesetz, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung der letzten Grade des Zeichens Waage über in die Schatten-Welten des Skorpion, in seinen ersten Graden von berechnendem Kalkül, einem tiefgrüngig-forschendem, und auch messerscharfen Verstand gekennzeichnet.

Auf der anderen Seite kann der Skorpion auch eine tiefe sinnlich-erotische Beziehung, eine Verhaftung bis hin zur sexuellen und/oder emotionalen 'Besessenheit' symbolisieren.

Die Diskrepanz zwischen der instinkthaften Gerechtigkeit, die dem Gesetz der Natur am eheseten entspricht, und welches die Gerechtigkeit des Skorpions ist, und der 'menschengemachten' Gerechtigkeit des Zeichens Waage, die auf verstandes- und vernuftgeprägten und verhandlungsorientierten Gesetzmässigkeiten aufbaut, wird hier zum Drahtseilakt für diejenigen, die von diesem Transit betroffen sind.



Wir dürfen auf unser 'Urteil', welches dann Ende November 2010 spätestens 'gefällt' wird, und auf unsere Ernte gespannt sein...*))



Viele liebe Grüsse mit den Sternen


Ailen Roc *

Montag, 17. November 2008

LILITH



Berlin, den 17.11.2008

LILITH







Zu Lilith.

Wer war Lilith?

Eine Einführung aus mythologischer Sicht

Lilith war die erste Frau Adams, was viele Bibelanhänger nicht einmal (mehr) wissen, denn ihre Herkunft und ihr Verbleiben wird auch hier gerne totgeschwiegen.
Soweit mir bekannt ist, wird sie im Neuen Testament nur einmal erwähnt.
Wenn man sich auf die Suche nach Lilith’s Wurzeln begibt, muss man tiefer graben.
In alten sumerischen, babylonischen, israelischen oder auch islamischen Schriften wird man dann fündig werden.
Sie taucht unter verschiedensten Namen auf: Lilith, Li Lu, Lilitu, Ischtar, Lamaschtû, Inanna sind allesamt Abwandlungen der Lilith, die wir hier behandeln.
Einige glauben auch in Elisabeth, der Mutter von Johannes dem Täufer, eine Anspielung auf Lilith in der Bibel zu erkennen.


Lilith war, im Gegensatz zu Eva, Adam ebenbürtig. Sie wurde nicht wie Eva aus Adams Rippe ‚geschnitzt’, sondern wurde von Gott – wie Adam – aus Erde erschaffen.
Genau genommen soll Lilith schon vor Adam im Garten Eden gewesen sein, aber – ganz im Sinne von Lilith – darum geht es nicht.

Es sollten Mann und Frau sein im Paradies. So schuf Gott Mann und Frau im Garten Eden.

Allerdings hielt das Paradiesische zwischen Lilith und Adam nicht allzu lange an, denn es entstand alsbald ein unlösbarer Streit zwischen den Beiden, denn Adam verlangte, dass Lilith ihm unterlegen solle. Lilith aber konnte das nicht verstehen und versuchte Adam verständlich zu machen, dass sie nicht unter ihm liegen müsse, weil sie - wie er selbst - aus der gleichen Erde geboren, und aus dem gleichen Lehm von Gott geknetet worden war.

Schon im Paradies gab es also den Streit wer ‚oben liegt’...*))

Um diesem unlösbaren Konflikt ein Ende zu setzen, und dem ewigen Streit mit Adam zu entgehen, zog Lilith es vor ins Exil zu gehen.
Sie zog hinaus in die Einsamkeit der Wüste, und ließ Adam allein im Garten Eden zurück. Da Adam es im Gegensatz zu Lilith nicht ertagen konnte, allein zu sein, stellte ihm Gott alsbald Eva zur Seite. Geschnitzt; geboren aus Adams Rippe, um sicher zu gehen, dass es von nun an im Garten Eden keinen Streit mehr darum geben würde, wer wo und wann oben liegt.

Aber dann kam die Schlange.
Die Versuchung.
Die Sünde.
Die Erkenntnis...
....und wieder: Lilith.

Um Lilith’ Verbleiben nun ranken sich viele Mythen.
In einigen Schriften wird geschildert, dass sie vom Hunger und Durst des Wüsten-Lebens geplagt, dem Wahnsinn verfiel, und damit zu einem kinderfressenden Dämon wurde.
Sie wird auch beschrieben als ein geflügeltes Ungeheuer, mit Klauen einer Eule anstelle von Füssen versehen, meist begleitet von einem Löwen und einer Eule.
In den Zeiten der Hexenverfolgungen wurden dem Dämon Lilith incubistische Fähigkeiten (= Incubus & Succubus) zugeschrieben. So wurde sie z.B. als Verursacherin von nächtlichen Samenergüssen angesehen.



Lilith ist ein Teil der grossen Ur-Mutter.
Lilith verkörpert einerseits Weiblichkeit, Fruchtbarkeit, das Nährende.
Die mondhaften Göttinnen, Diana, Artemis, Gaia, Juno, Isis, Hera, Aphrodite, die griechische Cloris oder die römische Flora sind nur einige Abwandlungen ihrer nährenden, fruchtbaren Seite.

Lilith ist auch die grosse Verführerin, das sinnlich Weibliche schlechthin, die grosse Hure, die Femme Fatale. Die Hure Babylon, Salome, Aphrodite, Venus, Lulu, Lolita, Ischtar, Volupta sind hier Stell-Vertreterinnen.

Lilith beherbergt aber auch die ‚dunkle’ Seite der Weiblichkeit.
In ihren Lamaschtû-Aspekten zeigt sie sich dann von ihrer zerstörerischen Seite. Gestalten wie Lachesis und ihre Schwestern Klotho und Atropos, welche zusammen die drei Moiren bilden, Medusa, Medea, die Hure Babylon können hier herangezogen werden, um diesen Aspekt der Lilith zu verdeutlichen.



Wer sich ein wenig mit Mythologie beschäftigt, wird hier erkennen, dass die Grenzen fliessend sind.
Venus, Medea, die Hure Babylon sind nur einige Beispiele, die verdeutlichen, dass Lilith immer in ihrer Zweideutigkeit, in ihrer Dualität wahrgenommen werden muss.
Medea z.B. ist ein Synonym für die Heil- und Kräuterkundige, für starke Weiblichkeit und weibliches Selbstbewusstsein. Aber ebenso zeigt sich ihr zerstörerischer, hysterischer Aspekt in der Mythologie, als Medea in einem Anfall aus Eifersucht Rache an ihrem untreuen Ehemann nehmen will, indem sie die gemeinsamen Kinder umbringt.

In der Astrologie wird diese Dualität durch eine Achse gekennzeichnet. So wie auch Aszendent und Deszendent, Immum Coeli und Medium Coeli, Aufsteigender und Absteigender Mondknoten untrennbare Pole in einem Horoskop bilden, hat auch Lilith ihren ergänzenden Pol. Ihre Achse ist Lilith/Priapus.

Ich bin äusserst erfreut darüber, dass heutzutage auch deutschsprachige Astrologie-Software-Entwickler Lilith als einen so bedeutsamen Faktor ansehen, dass zumindest die mittlere Lilith-Position in jeder neueren Version berechenbar ist.
Die sogenannte ‚wahre’ Lilith folgt einer äusserst exzentrischen Umlaufbahn, so dass sie zwar in den Ephemeriden zu finden ist, aber von vielen Programmen nicht berechnet wird. Genauso wie die deutsche Software gänzlich auf den gegenüberliegenden Pol von Lilith, auf Priapus, zu verzichten scheint. Mir ist zumindest keine deutschsprachige Software bekannt, welche die Achse Lilith/Priapus berechnet.


Priapus ist, wie schon erwähnt, der gegenüberliegende und damit ergänzende Pol von Lilith.
Eros, Amor, Narziss, Merlin, Luzifer, Peter Pan, Dionysos sind hier einige Beispiele um sich ein Verständnis, ein Bild von Priapus machen zu können. Priapus ist der griechischen Mythologie nach der Sohn von Aphrodite und Dionysos.

Priapus (= griechisch Priapos) ist ein Gott der Fruchtbarkeit. Er wurde auch als Schutzgott für Vieh, Früchte und Wein angesehen. Er wird auf Bildern oder in Form von Statuen mit einem übergrossen, erigierten Penis dargestellt, er ist das Phallussymbol schlechthin.
Ihm zu Ehren wurden Opfer-Rituale abgehalten, um eine reiche Ernte, Kindersegen (vermehrt bei seinem römischen Pendant Mutinus Mutunus), und wohlschmeckenden Wein zu garantieren.

Natürlich hat auch das männliche Gegenstück zu Lilith seinen Schatten. Das Dunkle, die Schattenseite von Priapus drückt sich in einer übermässigen Triebsteuerung aus, im Dionysischen allgemein: einem starken Hang zur Berauschung. Auch ein ständiger Zeugungsdrang, nur um der Zeugung willen ist hier zu beobachten, wenn er seine Mitte verloren hat. Er kann in seiner ‚negativen’ Ausprägung einem andauerndem Aktionsdrang unterworfen sein, welcher ihn dann letztlich mehr zu einem Packesel macht, als zu einem feinsinnigem Arbeiter.


Im Horoskop nun bezeichnet die Achse Lilith/Priapus gleichzeitig einen Spiegel und einen blinden Fleck. Wenn wir uns dieser Achse nähern, sollten wir das mit Achtsamkeit, Ehrlichkeit und der diesen Göttern und Dämonen gebotenen Ehrfurcht tun.
Ähnlich wie bei der Kundalini im Yoga haben wir es hier mit einer äusserst intensiven Kraft zu tun. Eine Kraft, die katalytisch ist, die uns untergehen oder aber aufsteigen lassen kann. Manchmal sogar beides zugleich.

Ich werde hier demnächst anhand eines Beispiel-Horoskops diese Achse interpretieren und besprechen, falls Interesse besteht.



Für diejenigen, die sich mit Tarot beschäftigen, wird Lilith in der II, der III, der XI (= Lust im Crowley-Tarot), der XVII und der XXI zu finden sein. Priapus finden wir zB in der O, der I, der IV, der V, der VII, der XI, der XV.
Die beiden sich ergänzenden Pole können wir im VI., im XI., im XIV. und im XIX. Atu finden.

Ich möchte hier gerne ein Zitat aus ‚The Book of Thoth’ von Aleister Crowley einschieben : ‚Die grundlegende Häresie der Schwarzen Loge ist Verachtung für die Welt, das Fleischliche, und den Teufel, die alle für den Plan des Universums wesentlich sind, es ist die vornehmlichste Aufgabe des Adepten, im grossen Werk seine Angelegenheiten so zu ordnen dass selbst die schädlichsten Keime der Materie den nutzvollen und guten Anlagen ähnlich werden.’

Will sagen, dass wir jenem die grösste Macht geben, was wir am meisten zu verteufeln und bekämpfen suchen.
Wenn uns z.B. ein Übergewicht plagt, und wir eine Diät planen, geben wir der Nahrung meist ein überdimensionales Gewicht, so dass sich unsere Gedanken andauernd um das Essen und die Nahrungsaufnahme kreisen. Folglich wird es uns immer schwerer fallen tatsächlich an Gewicht zu verlieren, selbst wenn wir uns vom Plan her strikt an die jeweilige Diät halten.

Bei Lilith/Priapus wird man sich nur im Kreis drehen, und wird sich dabei immer mehr verzetteln und im schlimmsten Falle zerfleischen, solange man (seine eigenen) Schatten-Anteile ablehnt, sich ihnen verweigert, sie zu kontrollieren sucht, oder auch sie stellvertretend im Gegenüber bekämpft, was hier vorzugsweise getan wird.

Das soll natürlich keine Aufforderung sein, dass wir z.B. im Falle einer Diät nun alles masslos in uns hineinstopfen, oder aber umgekehrt uns der Nahrung völlig verweigern und hungern sollen (Bulimie, Mager- und Fresssucht sind kennzeichnend für Lilith/Priapus). Sondern wir sollten versuchen herauszufinden was der Grund, die Ursache dafür ist, dass Gewicht und Nahrungsaufnahme so bestimmend für uns sind.

Ausgezeichnet auch in der Welt der Homosexuellen zu beobachten. Da, wo das Weibliche am meisten abgelehnt und bekämpft wird, wird ihm zugleich die größtmöglichste Macht eingeräumt.

Diese Analogien kann man nun endlos fortsetzen. Wir finden diese Extreme überall.

Da sich Lilith wie gesagt immer in ihrer Polarität, in ihrer Dualität ausdrückt, werden wir unweigerlich dem gegenüberliegenden Pol verfallen, sobald wir den einen Pol verteufeln, abkapseln, ausklammern.
Geradezu wie wir es kaum verhindern können ebenso tief einzuatmen, wie wir ausatmen, werden wir Lilith als Bumerang erleben, wenn wir versuchen sie totzuschweigen, zu bekämpfen, zu vernichten.
Oder aber wir werden einfach ab-sterben.



Ich hoffe, dass ich mit dieser Einleitung dem einen oder der anderen eine Ahnung davon vermitteln konnte, worum es sich bei Lilith handelt.
Lilith ist nicht ausschließlich durch Worte zu begreifen, und schon gar nicht auf einer analytischen Ebene. Ähnlich wie bei Neptun und Pluto muss man sich tief in ihr Reich begeben, um sie auch nur erkennen zu können.




Priapus, sich selbst wiegend: